Wohneigentum - eine sinnvolle Investition?

Die Aktienmärkte spielen verrückt, die beruflichen Zukunftsaussichten sind vielerorts ein gutes Mass ungewisser, das solide Haus scheint attraktiv. Für und Wider einer Investition in Wohneigentum.

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(mei) Wer mit seinem Geld ein Haus oder eine Eigentumswohnung ersteht, dem erwachsen etliche Vorteile. In fiskalischer Hinsicht tut sich mit einer Liegenschaft für Angestellte die Möglichkeit auf, ihre steuerlichen Belastungen nicht nur mittels BVG und der Säule 3a zu planen, sondern auch mit denjenigen Unterhaltsarbeiten, die steuerlich in Abzug gebracht werden können, den so genannt werterhaltenden Unterhaltsarbeiten. Daneben können auch die Schuldzinsen auf den Hypotheken in Abzug gebracht werden.

Wohneigentum als Teil der Altersvorsorge

Wohneigentum bietet zudem Sicherheit im Alter. Dies ist allerdings nur dann der Fall, wenn die Liegenschaft gut unterhalten wird, wie Hans Jürg Steiner, Leiter Steuerabteilung Region Mittelland und Partner bei KPMG AG, betont: «Während der Zeit des aktiven Erwerbseinkommens, d.h. vor der Pensionierung, sollte die Liegenschaft im «Schuss gehalten werden» und keine Unterhaltsmängel aufweisen, so dass man ohne grössere Unterhaltsauslagen in den Ruhestand treten kann. Zugleich wurden die höheren Unterhaltskosten steuerlich gegen das Erwerbseinkommen gerechnet, was auch einen Vorteil brachte.» Auch die Hypothek sollte beim Übertritt ins Rentenalter soweit zurückbezahlt sein, dass sich aufgrund der neuen finanziellen Situation keine Gefahren ergeben. Als «goldene Regel» gelte generell, dass der Hypothekarzins und 1 % des Anschaffungswertes, das für den Unterhalt gebraucht wird, zusammen nicht mehr als einen Drittel des Einkommens ausmachen sollten. Nach der Pensionierung sei zu überlegen, ob das steuerliche Naturaleinkommen «Eigenmietwert» zumindest mit Hypothekarzinsen reduziert werden solle.

Einen weiteren Vorteil ortet Steiner in der Tatsache, dass Wohneigentum – mit Ausnahme des Unterhalts – im Gegensatz zu Wertpapieren nicht dauernd beobachtet werden müsse. Je länger man ausserdem eine Liegenschaft besitze, desto geringer falle bei einem Verkauf die Grundstücksgewinnsteuer aus.

Wertsteigerung von Immobilien

Ob der Wert einer Immobilie im Laufe der Jahre ansteigt, hängt von verschiedenen Faktoren ab, die sich nicht alle beeinflussen lassen. Wichtig ist einmal mehr die Lage. Je nach Orts- und Verkehrsplanung, insbesondere der Anbindung an den öffentlichen Verkehr, kann sich die Attraktivität einer Lage steigern, was sich im Wert der Liegenschaft niederschlägt.

Zu Vorsicht mahnt Steiner bei so genannten wertsteigernden Massnahmen. Ob diese den Wert tatsächlich steigern, d.h. zu einem höheren Verkaufspreis führen, hänge vom Geschmack des Käufers ab. Ein luxuriöser Ausbau lässt den Verkaufspreis deshalb nur bedingt ansteigen. Dafür werde Energieeffizienz immer wichtiger: «Eine schlecht isolierte Liegenschaft drückt sich negativ auf den Preis aus», so Steiner.

Hans Jürg Steiner, Leiter Steuerabteilung Region Mittelland und Partner bei KPMG AG.

Immobile Geldanlage

Ein Nachteil von Wohneigentum liegt darin, dass das Geld gebunden ist. Wer seine Liegenschaft beispielsweise aufgrund eines Stellenwechsels rasch verkaufen will, muss unter Umständen eine Preisreduktion in Kauf nehmen. Steiner rät zudem, auch bei Wohneigentum die anderen Vermögensbestandteile, Wertschriften und Versicherungen sowie liquide Mittel, nicht aus den Augen zu verlieren.

Nicht zuletzt bedeutet der Besitz von Wohneigentum auch einen immateriellen Wert. Das Wohnen in den eigenen vier Wänden, bei dem sich die Bauherren viele Wünsche erfüllen konnten, bietet ein Gefühl der Sicherheit und die Gewissheit, etwas Eigenes (mit)kreiert zu haben.

Hans Rausser, zvg