Inneneinrichtung: Atelier Pfister

Pfister entdeckt den Designmarkt. Und macht sich dort gleich mit einer eigenen Kollektion breit. Kurator derselben ist kein geringerer als Alfredo Häberli.

Unterschiedliche Produktfamilien, die sich zu einem einheitlichen Ganzen zusammenfügen: Die neue Designlinie von Pfister.

Traditionshersteller Pfister haftet ein Bünzli-Image an: Wer dort einkauft, ist alt. Wie unsere Eltern. Damit soll nun Schluss sein. Um ein jüngeres, designbewusstes Publikum anzusprechen, hat sich CEO Meinrad Fleischmann etwas einfallen lassen: Unter dem Label «Atelier Pfister» vertreibt das Möbelhaus neu eine eigene Designkollektion mit über 100 Stücken. Das Besondere daran: Die ganze Linie wurde von Designerinnen und Designern aus der Schweiz erschaffen. Auf den schweizerischen Ursprung verweisen auch die Produktnamen sowie – in mehr als der Hälfte der Fälle – der Produktionsort

Gelebte Eigenständigkeit

Damit Design nicht nur draufsteht, sondern auch drin steckt, verpflichtete Fleischmann mit Alfredo Häberli als Kurator der Kollektion einen der ganz Grossen der internationalen Designszene. Dieser sorgte mit dem Blick fürs Ganze für einen durchgehend roten Faden der neuen Linie: «Ich habe versucht, die Ideen der einzelnen Designer zu unterstützen. Aber ich habe ganz klar auch gesagt, wenn mir etwas nicht gefiel, wenn es beispielsweise zu kühl war», sagt Häberli. Das typisch Helvetische der Kollektion sieht er im «Versuch, Innovation und Erfindergeist in neuen Objekten zu vereinen».

«Quarten» von Andreas Bechtiger

Bei seiner Arbeit erhielt Häberli weitgehend freie Hand: Ihm blieb nicht nur die Auswahl der Kreativen überlassen, sondern auch die Form des Briefings. Und das klingt bei der von Andreas Bechtiger entworfenen Garderobe «Quarten» beispielsweise so: «Habe ich einen Ort, wo sich Kleidung konzentriert anhäuft? Welche Kleider lege ich, welche hänge ich? Kann die Garderobe eine Skulptur sein? Wächst eine Garderobe, je mehr ich aufhänge? Wie viel Ordnung ist zu viel?» Als Antwort auf so viele Fragen ist eine Garderobe mit Metallrohren entstanden, die in verschiedenen Formaten ab 249 Franken erhältlich ist.

«Forst» von Moritz Schmid

Ein runder Tisch, der keine Wünsche offen lässt: Den aus massiver Kernesche geschaffenen Tisch «Forst» von Moritz Schmid gibt’s in verschiedenen Grössen, immer aber mit einer bronzefarbenen Glasplatte und ab 690 Franken.

«Eriz» von Moriz Schmid

Den Stuhl zum Tisch hat Schmid gleich mitkreiert: Ebenfalls aus massiver Kernesche, ist «Eriz» mit mehr, weniger oder ganz ohne Lack zu haben. Mit 499 Franken bleibt der Preis dafür immer gleich.

«Ftan» von Jörg Boner

Ein Bett, zu dem man keine Nachttischchen mehr braucht: Jörg Boner hat mit «Ftan» etwas wirklich Praktisches erschaffen. Kleine Ablageflächen an den Ecken bieten Platz für Handys, Taschentücher, Handcremes und alles, was man im Liegen sonst noch braucht. Das Bett aus Esche ist ab 2990 Franken erhältlich.

«Lavin» von Jörg Boner

Ebenfalls aus der Feder von Jörg Boner stammt die Leuchtenfamilie «Lavin», die in verschiedenen Farben und Versionen und zu einem Preis ab 149 Franken auf den Markt gelangt.

«Le Day» von Nicolas Le Moigne

Das von Nicolas Le Moigne entworfene Sideboard «Le Day» für 1990 Franken aus weiss lackiertem MDF überlässt es dem Benutzer, welche Objekte er sichtbar machen und welche er verbergen will. Für Leute mit viel Besitz gibt’s auch ein Highboard sowie einen Salontisch.

«Steg» von Stauffacher Benz

Noch ziert er bloss die Stube aller Designjournalisten, die der Einladung zur Pressekonferenz gefolgt sind. Von dort aus soll er nun die Welt erobern, denn der Hocker «Steg» von Stauffacher Benz hat besseres verdient: Ästhetisch, ungemein praktisch und auch ein wenig postmodern. Der dank Überlänge fix stapelbare Hocker weiss nämlich nicht recht, ob er nicht doch lieber eine Skulptur wäre. Aus Nussbaum-Schichtholz wurde er im Plywood-Verfahren geformt und ist ab 179 Franken erhältlich.

zvg