Seite drucken

Kulturgeschichte der Gartenpflanzen

In unseren Gärten blüht ein bunter Mix aus einheimischen und importierten Pflanzen. Ein Grund dafür sind die vielfältigen Ansprüche, die der Mensch an die Pflanzen stellt.
 
(mb/ves) Die Karotte übersteht lange Transportwege bestens und lässt sich ausgezeichnet lagern. Sie entspricht deshalb dem Konsum- und Essverhalten unserer Zeit. Ihre nahe Verwandte, die Petersilienwurzel, stellte viel höhere Ansprüche an die Produktion und wurde deshalb von der Karotte verdrängt. Dieses Beispiel zeigt, wie der Mensch durch Zucht und Auslese die Blumen-, Gemüse- und Getreidesorten seinen Bedürfnissen angepasst hat. Der Kontakt und Austausch mit fremden Völkern und Ländern führte dazu, dass bereits vor Jahrhunderten Pflanzensorten nach Europa importiert wurden.
  
Blüten über das ganze Jahr 
Ähnlich ist die Entwicklung bei den Gartenblumen: Die einheimischen Blumen haben meist eine kurze Vegetationsperiode, so dass sie rasch verwelkt sind. Mit den Entdeckungsfahrten nach Asien, Afrika und Amerika kamen Stauden und Sträucher nach Europa, die nicht nur im Frühling, sondern auch im Sommer oder sogar bis im Herbst blühen.
 
Man geht heute davon aus, dass die meisten der uns bekannten Gartenpflanzen importiert wurden. Es wurden allerdings auch einheimische und importierte Gewächse gekreuzt (Hybriden). Einzelne Sorten sind ausgestorben, neue sind durch Zucht dazugekommen.
  
Kirschlorbeer Fremde Pflanzen bürgern sich ein
 
Die Definition von «einheimisch» ist heute nicht mehr so einfach: Im Süden der Schweiz gedeihen zum Beispiel Palmensorten, die zwar ursprünglich importiert wurden, heute aber als einheimisch gelten. Und der Kirschlorbeer, ein Strauch nordamerikanischer Herkunft, der ursprünglich als Gartenpflanze importiert wurde, wächst heute gar in unseren Wäldern, da die Vögel den Samen verschleppt haben.



 

 
In den letzten Jahren hat sich in der Schweiz ein Trend hin zum Schutz von alten einheimischen Sorten (Pro Specie Rara) entwickelt. Diese Pflanzen bieten einheimischen Vögeln und Insekten einen idealen Lebensraum. Trotzdem geht man davon aus, dass die Durchmischung von importiertem und einheimischem Gewächs in unseren Gärten der Flora und Fauna nicht schadet.
   
 
Text: hausinfo
Bild: ImagePoint (Urs Plattner | boskop.ch)

Aktuell im Forum diskutiert
Aktuell im Forum diskutiert
Letzte Aktualisierung: 03.02.2011

Schnellzugriff

Service-Box

Newsletter abonnieren




Eine Dienstleistung von:

Links