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Kamelien

Zusammen mit Magnolien und Azaleen blühen im Botanischen Garten Gambarogno am Lago Maggiore jeden Frühling auf 17 000 Quadratmeter rund 950 Arten und Sorten Kamelien.
 
Kamelie In ihrer Heimat Ostasien können die immergrünen Kamelien-Sträucher bis zu 15 Meter hoch werden. Man vermutet, dass die ersten Kamelien im 17. Jahrhundert als vermeintliche Teepflanzen nach England geschmuggelt wurden, in der Hoffnung, das chinesische Teemonopol brechen zu können. Im Register der International Camellia Society sind heute über 30'000 Namen eingetragen.

Schau bei Eisenhut 
Im Botanischen Garten Gambarogno, auf der Hügelterrasse zwischen Piazzogna und Vairano, haben die Kamelien im Frühling ihren grossen Auftritt. Hier hat der Baumschulist Otto Eisenhut auf über 17'000 m Durchschnittliche Kollektorerträge (Jahresnettoertrag pro m² Kollektornutzfläche) Tausende von Pflanzen gezogen: rund 950 Arten und Sorten Kamelien, 350 verschiedene Magnolien, Azaleen und Rhododendron, Pfingstrosen und seltene europäische und exotische Nadelbäume.
  
Kamelie Lange Tradition
 
Die Heimat der Kamelien ist Ostasien, wo sie vorwiegend in Küstenregionen wachsen. In Japan und in China haben sie eine lange Tradition. In Tempeln und Klöstern finden sich einzelne Exemplare, deren Alter auf mehrere hundert Jahre geschätzt wird. In Japan hatte die Kamelie hohen kultischen Wert im Zusammenhang mit dem höfischem Zeremoniell am Kaiserhof. Die Samurai sahen in abfallenden roten Blütenblättern der Camellia japonica ein Symbol für den Tod und für die Vergänglichkeit des Lebens. Schliesslich spielten Kamelien eine grosse Rolle im Zusammenhang mit der Teezeremonie.
  
Kamelie Keine Zimmerpflanzen
 
Im Tessin, an den oberitalienischen Seen und in England sind die klimatischen Verhältnisse für das Auspflanzen von Kamelien besonders ideal. Sie lieben hohe Luftfeuchtigkeit und ausgeglichene Temperaturen. Nördlich der Alpen sind Kamelien nicht völlig winterhart. Auch ausgepflanzte Sorten, die als besonders frostverträglich gelten, brauchen Winterschutz. Als Zimmerpflanzen für geheizte Räume eignen sich Kamelien nicht. Während der Blütezeit sind Temperaturen über 16 °C tabu. Ein ungeheizter Wintergarten wäre daher ideal. Die Zeit von Mai bis November können Sorten der C. japonica im Garten unter Bäumen im Halbschatten verbringen.
 
 
Text: Zeitschrift «Schweizer Garten», Elsi Wepf
«Schweizer Garten»
 
 

Letzte Aktualisierung: 16.02.2012