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Sind Sie mondsüchtig?

‘Salsa’ und ‘Tango’ laden ‘Prinzessin Victoria Louise’, die ‘Kleine Tänzerin’ oder ‘Marlene’ zum Tanzen ein. Orientalischer Mohn oder Türkenmohn hat seinen Auftritt im Mai/Juni. Die grossen, seidigen Schalenblüten sind einmalig in ihrer Art.

Papaver orientale ?Kleine Tänzerin': Diese zarte Zeppelin-Züchtung wird 60 cm hoch und entwickelt kleine, lachsrosa Blüten mit schwarzen Basalflecken. Mohnrot ist legendär, seine Leuchtkraft einzigartig. Doch zu blauem Rittersporn, zur graublättrigen Artemisia oder blassgelben Schafgarbe entfalten andere Farbtöne wie Weiss, Lachsrosa oder Pflaumenrot mehr Charme. Der Orientalische Mohn gehört zu den Prachtstauden, die verschiedenen Sorten werden 60 bis 100 cm hoch. Gefragt sind heute auch kleinere Blüten und niedrigere Pflanzen, die sich besser in naturnahe Pflanzungen integrieren lassen.
Ein Spektakel besonderer Art ist das Aufblühen des Mohns. Die geschlossenen Knospen sind mit zahlreichen Stoppelhaaren versehen. Sind sie prall genug, genügt ein Sonnenstrahl am Morgen und die Nähte reissen entlang den zwei Kelchblättern auf, die nach dem Aufblühen abfallen. Manchmal werden sie nach oben geschoben und sitzen wie eine Mütze obenauf. Die seidigen, zerknüllten Blütenblätter entfalten sich, und man sollte es den Bienen gleichtun und das Innenleben inspizieren. Der Fruchtknoten mit sternförmiger Narbe ist von unzähligen Staubblättern umgeben, die beim Türkenmohn meistens schwarz sind. Beim Verblühen fallen nicht nur die Blütenblätter ab, sondern auch die Staubblätter. Übrig bleibt die Samenkapsel, die wie ein kleiner Tempel ausschaut. Lässt man diese stehen, öffnet sie die Fenster, wenn der Same reif ist. 


Antizyklisch
Während sich die meisten Stauden über den Winter in den Boden zurückziehen, zieht der Türkenmohn nach der Blüte ein, macht also im Sommer eine Ruhepause. Damit im Staudenbeet keine Lücken entstehen, ist den Nachbarn besondere Aufmerksamkeit zu schenken. Am besten kombiniert man ihn mit Sommer- und Herbstblühern wie Salvia nemorosa, mit Herbstastern oder Gräsern, welche den leer gewordenen Platz bald wieder ausfüllen. Auch Englische Rosen sind gute Partner. Bereits im Herbst erwacht der Türkenmohn wieder. Die häufigen Regenfälle regen den Austrieb an. Aus den schlafenden Augen an den fleischigen Pfahlwurzeln entwickeln sich die fiederteiligen, behaarten Blätter. Der Herbst gilt deshalb als ideale Pflanzzeit. In Töpfen sind die Mohnsorten jedoch auch im Frühling erhältlich. Die meisten Sorten werden vegetativ durch Teilung vermehrt. Die Art und zum Beispiel die ‘Pizzicato’-Mischung lassen sich auch aus Samen ziehen.

Sonnenhungrig
Der Türkenmohn wünscht einen sonnigen, warmen Platz. Der Boden soll nährstoffreich und durchlässig sein, nicht zu trocken und nicht zu nass. Staunässe mag er gar nicht. Auch vor Schnecken und Wühlmäusen ist er zu schützen. Um eine aussergewöhnliche Wirkung zu erzielen, pro Quadratmeter drei Pflanzen setzen. Die Blühdauer kann dann mit verschiedenen Sorten verlängert werden. 



Text und Bild: Zeitschrift «Schweizer Garten»

«Schweizer Garten»

Datum: 20.05.2012
Letzte Aktualisierung: 16.02.2012
URL: http://www.hausinfo.ch/home/de/garten/Pflanzen-A-Z/orientalisch-mohn.html