Bergfrühling zuhause
Schädlinge: Der Dickmaulrüssler kann Schaden anrichten, und ein Problem können die Amseln sein. Wenn sie Nahrung suchen, kleine Würmer und Schnecken, zerzausen sie die dekorativen Blattpolster.
Krankheiten: Herzfäule kann auftreten. Vorbeugend Schachtelhalmtee oder ein Fungizid spritzen.
Grosse Familie
Die Bezeichnung Saxifraga ist abgeleitet von saxum = stein und frangere = brechen. Zur Familie der Steinbrechgewächse (Saxifragaceae) gehört auch die in den Gärten verbreitet gepflanzte, grossblättrige Bergenie (Bergenia) oder die beliebte Zimmerpflanze Saxifraga stolonifera (Judenbart). «Saxifraga» bildet innerhalb der Familie der Steinbrechgewächse eine eigene Gattung, die weltweit über 450 Arten umfasst. Der Steinbrech ist überwiegend in den gemässigten und kalten Klimazonen beheimatet. Typisch sind die grundständigen Blattrosetten und die Blüten mit meistens fünf Kronblättern und zehn, also doppelt so vielen Staubblättern.
Rekordverdächtig
An schroffen Felsen kleben die bis 15cm grossen Blattrosetten des Strauss-Steinbrechs (Saxifraga cotyledon) und schmückt sich mit einer 30 bis 80 cm hohen, meist überhängenden, weissen Blütenrispe. Gelbe Farbtupfer setzt der Bewimperte Steinbrech (Saxifraga aizoides) in den Moränenschutt. Unzählige Blüten überziehen die Blattpolster. Obwohl die Blüten der Saxifragen eine zarte Ausstrahlung haben, beweisen sie ihre Zähigkeit, denn sie sind extremen Witterungsbedingungen ausgesetzt. An windgepeitschten Stellen profitieren sie davon, dass sie dichte niedrige Kissen bilden. Während Trockenperioden fragt man sich, wo sie in der steinigen Umgebung das Wasser hernehmen. Bei einem Wetterumschlag sinken die Temperaturen in den Höhenlagen rasch unter null Grad. Der Rote Steinbrech (Saxifraga oppositifolia) zum Beispiel blüht vor dem vegetativen Wachstum. Die Blüten sind sehr kälteresistent (bis –15 °C) und erleiden daher bei Frost keinen Schaden. Dieser Steinbrech gehört zu den Blütenpflanzen, die in der Arktis am weitesten nach Norden vordringen. Manche Arten können selbst noch in extremen Höhen gedeihen. So hält der Zweiblütige Steinbrech den derzeitigen Höhenredkord von 4'450 m am Dom im Wallis. Saxifragen hätten alle Chancen, im Guinness-Buch der Rekorde zu erscheinen. Sie gehören zu den am höchsten steigenden Blütenpflanzen. Die Natur hat für die unwirtlichsten Standorte Überlebenskünstler geschaffen.
Text und Bild: Zeitschrift «Schweizer Garten»
Über den kompakten Nadelkissen und dekorativen Blattpolstern der Silberrosetten- oder Polstersteinbrech-Arten tanzen im Frühling zierliche Blüten. Saxifragen gehören zu den wenigen Stauden, die das ganze Jahr attraktiv aussehen. In der Natur können sich diese meist kleinen Pflanzen in engsten Ritzen oder zwischen Steinen ansiedeln und an extremen Standorten überleben. Wie der Hauswurz sollten die Saxifraga-Arten in keinem 
