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Biogemüse gegen Krise

Die Haushaltskasse mit eigenem Gemüse schonen? Jetzt ist die Zeit, im Garten den Grundstein für ein Stück Selbstversorgung zu legen. Die Chemiekeule braucht es dabei nicht.

Gemüse aus dem eigenen Garten: Günstig, gesund und mit der richtigen Methode gut für die Natur. (msm) Immer mehr Menschen legen in ihrem Garten Beete an, um Gemüse, Salat, Beeren, Obst und Kräuter zu pflanzen und ein Stück Selbstversorgung zu betreiben. 
Der Samen- und Setzlingsverkauf habe in der Tat etwas angezogen, sagt Hans Peter Althaus, Gartenberater bei Bioterra. Das ist ganz im Sinn der Organisation zur Förderung des Biolandbaus – zumindest, wenn die Samen und Setzlinge nicht mit Kunstdünger, Fungi-, Pesti- und Herbiziden behandelt werden. Ohne diese Radikalmethoden sind gute Ernten zu erzielen; eine optimale Grundlage dafür ist laut Gartenberater Althaus die Vielfalt: «Je reicher und vielfältiger ein Garten, desto besser.»

Als Beispiel nennt er den «Schädling» Laus – wobei in diesem Satz bereits zwei Ausdrücke nicht nach Hans Peter Althaus' Gusto sind. Schädlinge gebe es eigentlich nicht, jedes Tierchen habe auch seinen Nutzen. Und: «Viele Leute haben das Gefühl, Laus ist Laus. Dabei gibt es hunderte von verschiedenen Arten. Wenn sich Blattläuse an den Rosen gütlich tun, heisst das noch lange nicht, dass sie kurze Zeit später überall im Garten anzutreffen sind.» Für ihn gelte die Faustregel: Je früher Läuse anzutreffen sind, desto besser – so könnten sich nämlich die Feinde besser entwickeln. Entdeckt man gegen Ende April die ersten Läuse, empfiehlt Althaus: «Zuerst einmal warten und zuschauen. Wenn man sofort eingreift, rennt man das ganze Jahr den Läusen hinterher, weil sich keine natürlichen Feinde bilden können.»

Und von diesen biologischen Gegenmitteln gibt es eine ganze Reihe: Marienkäfer, Florfliegen, Ohrwürmer, Schwebefliegen, Schlupfwespen. Die kleinen bis winzigen Tiere gedeihen besser, wenn blütenpollenreiche einheimische Wildblumen im Garten wachsen. Bei Jung- und bei geschwächten Pflanzen sei es aber manchmal nötig einzugreifen, sagt Hans Peter Althaus. Regelmässig kontrollieren und erste Befälle von Hand wegreiben ist ein Massnahme, nützlingsschonendes Spritzen mit Neembaumextrakt oder Schmierseife eine andere.

Im Übrigen bricht nun die grosse Pflanzzeit an. «Jetzt kann alles gesät werden, das ein bisschen Kälte erträgt: Spinat, Salate, Rüebli, Kefen, Erbsen, Rediesli, Schnittmangold und Zwiebeln – zuwarten sollte man noch mit heikleren Pflanzen wie Basilikum, Tomaten oder Gurken», sagt Gartenberater Althaus. 


Text und Bild: hausinfo 

Letzte Aktualisierung: 16.02.2012

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