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Lecker über den Winter
Im Angebot der Gartenaccessoires macht sich ein neuer Trend bemerkbar: Futterhäuschen in allen Variationen. Ob ein Birkenbungalow, eine Futtersäule oder ein klassisches Holzhäuschen: alle ermöglichen das Beobachten der gefiederten Freunde aus nächster Nähe.

Vögel bereiten sich auf winterliche Temperaturen vor: im Spätsommer wechseln sie ihr Kleid. Ein intaktes und isolierendes Federkleid ist für den Winter wichtig. Gegen die Kälte plustern sich die Vögel auf und versuchen eine möglichst runde Körperhaltung einzunehmen. Dennoch, je kälter die Winternacht, desto höher ist der Energieverbrauch und somit der Gewichtsverlust. Die Vögel müssen Nahrung für den Tagesbedarf finden und genügend Fettreserven für die Nacht anlegen. Buntspechte, Meisen und Kleiber suchen in Baumrindenspalten nach Insekten und Spinnen, die dort zu überwintern versuchen. Sie lieben aber auch verschiedenste Samen. Drosseln machen sich über Beeren und Obst her. Viele Vogelarten legen sich Vorräte in Verstecken an, der Eichelhäher zum Beispiel sammelt Eicheln. Lässt man verblühte Pflanzen wie Sonnenblumen und Karden stehen, können daran Distelfinken und Sumpfmeisen beobachtet werden. Sobald eine geschlossene Schneedecke liegt, besonders aber von Februar bis Ende März, ist das Samenangebot stark vermindert. Dann kann mit Futterstationen nachgeholfen werden. Von der Winterfütterung profitieren nur die häufigsten Brut- und Gastvögel. Seltene Arten werden kaum ans Futterbrett kommen, eine Winterfütterung ist deshalb aus Sicht des Vogelschutzes nicht dringend, bei Beachtung einiger Grundregeln aber auch nicht schädlich.
Fütterungsknigge Ein geeigneter Standort zum Aufhängen oder Aufstellen ist in der Nähe von Bäumen und Büschen, welche bei Gefahr als Zufluchtstätten dienen. Katzen lauern gerne pickenden Vögeln auf, das Futterhäuschen sollte im Radius von zwei Metern keine Möglichkeiten zum Anpirschen bieten. Einen genügenden Abstand zu Fensterfronten einhalten. Meisen, insbesondere Blaumeisen, hängen sich kopfüber an einen Futterknödel, sie sind bewundernswerte Akrobaten. Buchfinken, Grünfinken und Rotkehlchen können sich nicht so gut festkrallen und picken die Körner lieber im Stehen. Für diese Vogelarten eignen sich Vogelhäuschen. Das Futter sollte nicht nass werden. Deshalb darauf achten, dass die Futterstation mit einem Dach ausgestattet ist. Zudem sollten sich die Vögel nicht ins Futter setzen können (Verunreinigung durch Kot). Ist dies trotzdem der Fall, die Station mit heissem Wasser reinigen. Die Fütterung Ende Winter allmählich reduzieren.
Schutz vor Feinden: Freistehende Futterhäuschen mindestens 1,5 m bis 1,8 m hoch montieren. Abwärtsgerichtete Dornenzweige auf halber Höhe umbinden, sie schützen vor Mardern und Katzen.
Geeignetes Futter Je nach Vogelart unterscheidet man in der Nahrungsaufnahme grundsätzlich zwischen
Körner-, Weich- und Gemischtfutter.
- Körnerfresser: Sie ernähren sich von Sonnenblumenkernen, Hanf-, Mohn-, Lein- und Distelsamen. Geschroteter Hafer, Weizen, Gerste, Roggen, Hirse oder Mais sind weniger beliebt. Gesammelte Samenkapseln von Vogelwicken, Kratzdisteln, Nachtkerzen, Wegerichgewächsen, Knöterich und Rispengräsern oder die Samen von Ahorn-, Linden-, Erlen- und Birkenbäumen in einem luftdurchlässigen Stoffbeutel sammeln und an einem warmen Platz, auf Zeitungspapier gestreut, trocknen lassen.
- Weichfutter- und Insektenfresser: Ihre Nahrung besteht aus Haferflocken, Rosinen und Obst, stark zerkleinerten Baum- und Haselnüssen, Fett und Quark. Das Fettfutter der Meisenringe besteht aus einem Gemisch tierischer und pflanzlicher Fette (Rinder- und Schweineschmalz, ohne Salz), welchen je nach Nahrungsbedarf feine Sämereien und grobe Körner beigegeben werden. Eine krümelige Weichfuttermasse lässt sich einfach selber herstellen: 200 g Hafer- oder andere Getreideflocken, 200 g Biskuit- oder Paniermehl,
150 g tiefgefrorene Wildbeeren aufgetaut, 100 g eingeweichte Rosinen oder Korinthen,
100 g Obst, vier hartgekochte, kleingeschnittene Eier. Alles mischen, die Mischung nur in 100-g-Portionen verabreichen. Reste einfrieren. - Gemischtfutter: Bestehend aus Samen und Hasel-, Wal- und Erdnüssen, Sonnenblumenkernen, Haferflocken und eiweisshaltigen Insekten wie Raupen.
Die handelsübliche Freilandfuttermischungen enthalten Insektenanteile oder eiweissreiche Beimischungen in getrockneter oder konservierter Form. Bei diesen Mischungen sollte man auf das Ablaufdatum achten. Ebenfalls im Handel erhältlich sind Alleinfuttermischungen, ausgerichtet auf einzelne Vogelarten wie Finken, Meisen, Drosseln oder Zaunkönig.
Text: Zeitschrift «Schweizer Garten»
Bild: ImagePoint ( Matthias Zysset / mazy.ch )

Letzte Aktualisierung:
16.02.2012