Rasen: Fit in den Sommer
Als Schönheitsideal gilt ein gleichmässig dunkelgrüner Rasen. Doch was ist zu tun, damit die Gräser des grünen Teppichs nicht im Moos und Filz ersticken?

Rasenflächen übernehmen in der Gartengestaltung eine wichtige Rolle. Sie schaffen Freiräume und laden ein zum Spielen oder Flanieren. Der grüne Teppich bringt blühende Rabatten oder Solitärgehölze so richtig schön zur Geltung und lässt sich auch mit Steinbelägen oder anderen Elementen attraktiv kombinieren. Rasen, der Inbegriff von gebändigter Natur, verlangt jedoch regelmässige Pflege. Viele Stressfaktoren wie Nässe, Trockenheit, starke Beanspruchung und Pflegefehler setzen ihm zu. Nach dem Winter zeigen sich die Probleme deutlich: braune Flecken, kahle Stellen, schütterer Wuchs. Für einen schönen Rasen ist die Pflege entscheidend.
Den Rasen pflegen
Unkräuter und Moos verbreiten sich, wenn der Rasen zuwenig gedüngt oder zu tief geschnitten wird, der Boden verdichtet oder die Rasenmischung nicht dem Standort und der Nutzung angepasst ist.
Mähen Nur Rasenmäher mit scharfen Messern einsetzen. Abgeschlagene Blattspitzen werden gelb und sind anfälliger für Krankheiten. Rasen, der zwar wenig begangen, aber oft geschnitten wird, gilt als stark genutzte Fläche. Häufiger Schnitt bedeutet für die Rasengräser Stress, weil die Assimilationsfläche zu stark reduziert wird. Beim Hausrasen sollte eine Schnitthöhe von drei bis sechs Zentimetern nicht unterschritten werden. Im Frühling tiefer mähen, im Sommer und im Schatten höher. Immer nur einen Drittel der Gesamtlänge abschneiden. Soll der Rasen 4 cm hoch sein, erst mähen, wenn die Gräser mindestens 6 cm hoch gewachsen sind. Das Schnittgut darf nur auf biologisch aktivem Boden liegen bleiben. Filz entsteht, wenn Rasenschnitt von den Bodenlebewesen nicht abgebaut wird. Dies ist vor allem bei Böden mit geringer mikrobieller Tätigkeit und kleinem Humusanteil der Fall, also bei sandiger oder lehmiger Erde.
Vertikutieren
Die Gräserwurzeln von einem verfilzten Rasen erhalten zuwenig Luft und Wasser. Die Grünfläche wird schneller gelb und ist weniger trittfest. Im April oder Herbst mit einer Vertikutier-Maschine (mieten) oder einem Vertikutier-Rechen den Boden ein bis zwei Millimeter tief aufritzen und den Rasenfilz herausarbeiten. Das Vertikutieren mindert auch die Verbreitung von Unkraut und Moos. Quer zur Vertikutierrichtung das Material wegrechen. Es ist erstaunlich, wie viel da zusammenkommt. Anschliessend in der Gegenrichtung nochmals vertikutieren und wieder quer dazu den Filz abrechen. Um auch das feine Material aufnehmen zu können, nochmals mit dem Rasenmäher darüberfahren.
Aerifizieren
Vor allem bei lehmigen Böden oder verdichteten Flächen ist es wichtig, dass Luft in den Boden kommt. Die Gräser entwickeln sonst zuwenig Wurzeln, vergilben und sind nicht strapazierfähig. Nach dem Vertikutieren mit der Aerifiziergabel 50-100 Löcher pro Quadratmeter stechen. Beim Hochziehen sollten die Erdzapfen herausfallen. Diese Belüftung erhöht die Aktivität der Bodenlebewesen und fördert den Abbau von Filz.
Sanden
Das Sanden gleicht Unebenheiten aus und verbessert den Luft- und Wasserhaushalt des Bodens. Pro Quadratmeter zwei bis fünf Liter Sand oder Top-Dressing-Substrat ausbringen.
Nachsäen
An kahlen Stellen oder bei schütterem Graswuchs mit der geeigneten Rasenmischung (z. B. Schattenrasen für schattige Stellen) nachsäen. Die Samen locker aus dem Handgelenk streuen, erst die Hälfte in einer Richtung, dann quer dazu den Rest. Oberflächlich rechen. Hat man vorher Erde gestreut, unbedingt die Steine einsammeln, damit sie später nicht in den Rasenmäher kommen. Die Fläche zwei Wochen feucht halten, damit die Keimlinge nicht vertrocknen.
Düngen
Wie beim Säen den Langzeitdünger locker ausstreuen, lieber zweimal wenig als einmal zuviel. Als Faustregel gilt: im April und August eine Handvoll (40 g) pro Quadratmeter. Viel begangener/gemähter Rasen braucht mehr Dünger (zusätzlich im Juni). Vor allem bei grösseren Flächen ist eine gleichmässige Düngerverteilung wichtig. Ein Streuwagen erleichtert die Arbeit. Ein unterschiedlich grüner Rasen ist keine Augenweide.
Text: Zeitschrift «Schweizer Garten»
Letzte Aktualisierung:
07.11.2011

