Architektur-Reportage: In Licht getaucht
Am Südhang des Zürichsees steht ein Einfamilienhaus, das nicht nur durch seine ungewöhnliche Aussenhülle, sondern auch durch sein Innenleben beeindruckt.

(ves/mei) Von aussen wirkt das Einfamilienhaus in Meilen am Zürichsee wie ein eigentümlich geformter Baum mit Augen: Der «Baum» besteht aus verschiedenen Raumboxen, die mit Zedern-Holz verkleidet sind, und kunstvoll aufeinander gestapelt wurden. Die Fenster bilden die «Augen», die präzise Ein- und Ausblicke ermöglichen.
Nachdem die Bauherrschaft das Grundstück am Südhang in Meilen erworben hatte, liess sie sich von vier Architekten Entwürfe für ein Haus erstellen. Aussergewöhnliche, aber keine postmodernen Projekte waren erwünscht. Das Rennen machte der Entwurf des Berner Architektenbüros Bauart, der an einen zentralen Bibliotheks-Kern angegliederte Raumboxen vorsah.

Im Februar 2005 konnten die Bauherren nach rund zweieinhalbjähriger Planungs- und Bauphase ihr neues Heim beziehen.
Weisse Farbe dominiert Wenn der Besucher durch die Eingangstüre ins Innere des Hauses gelangt, wird er von der Helligkeit der Räume umhüllt. Die Fenster in verschiedenen Grössen und Formen erwecken einen grosszügigen Eindruck und lassen gleichzeitig das Licht ungehindert in die Wohnräume dringen. Durch die weissen Wände und Decken sowie dem fugenlosen weissen Gussboden wird die Helligkeit noch verstärkt.
Die Wohnküche besticht durch ihre offene Gestaltung. Im Zentrum steht die rote Kücheninsel, die sich von den weissen Wänden und Schränken abhebt und dem Raum eine warme und freundliche Note verleiht.
Die offene und ganz in Weiss gehaltene Innentreppe ermöglicht die Sicht auf das Wohnzimmer und nach draussen aus verschiedenen Blickwinkeln und Höhen. Die im Handlauf integrierte Beleuchtung lässt das Ganze als eine durch das Gebäude verlaufende Skulptur erscheinen.
Decke aus Blattgold Die begehbare Bibliothek, die sich über alle vier Geschosse zieht, erschliesst die einzelnen an diesen Kern angedockten Räume und bildet das Herz des Hauses. Sie beherbergt die Büchersammlung der Bauherrschaft und bietet gleichzeitig Platz für allerlei Gegenstände in den als Vitrinen ausgebildeten Gestellbereichen. Einen besonderen Blickfang bildet der die Bibliothek abschliessende Leseraum. Die vier Oblichter, die für viel Licht von oben sorgen, und die mit Blattgold verkleidete Decke verleihen ihm eine ganz spezielle Note.
Die prächtige Aussicht auf den Zürichsee und die Alpen können die Bauherren gleich auf mehreren Balkonen und Terrassen geniessen. Jeder dieser Aussenräume bietet eine spezifische Aussicht und Lage.Text: hausinfo
Bilder: hausinfo und Aeschlimann/Pasierbek
Letzte Aktualisierung:
03.05.2011

