Seite drucken

Architektur-Reportage: Stallleben für die ganze Familie

Eine junge Familie hat im bernischen Muri einen ehemaligen Stall zu einem modernen Wohnhaus mit rund 250 m² Wohnfläche umfunktioniert.
 
So sieht der ehemalige Wirtschaftsteil eines Bauernhauses aus dem 19. Jahrhundert nach dem Umbau aus.

















(mei/ves) Neun Monate dauerte der Umbau. Dabei galt es, die Wünsche der Bauherrschaft mit den Auflagen des Denkmalschutzes und den bauphysikalischen Anforderungen zu vereinen, was nicht immer ganz einfach war, wie der Architekt Manuel Vatter von Hebeisen + Vatter bestätigt.
Für den Umbau benötigten die Bauherren sowohl Vertrauen in die Architekten wie auch ein grosses Vorstellungsvermögen, da das Endergebnis nur noch von aussen an den einstigen Stall erinnert. Der Bauherr gibt zu, dass sie durchaus einige Bedenken in Bezug auf das Ergebnis gehabt hatten.


Die Fensterführung wurde dabei geschickt auf die Form der Gymwand abgestimmt.Es werde Licht
Viel Licht wollten die Bauherren, während der Denkmalschutz verlangte, dass die strengen Gymwände beibehalten werden. Für eine ausreichende Belichtung sorgen nun die zusätzliche Fassadenöffnung an der Westseite mit vertikalen Fensterbändern, welche sich harmonisch in das Bild der Schalung einfügen. In den beiden Kinderzimmern wurde die Fensterführung geschickt auf die Form der Gymwand abgestimmt.
 
Die Dachoblichter sorgen für Helligkeit auf allen drei Stockwerken.Auch die Dachoblichter sorgen für Helligkeit auf allen drei Stockwerken – und lassen den Blick auf die Wolken frei. Die beiden Geländer im ersten und zweiten Stock wurden mit Stahlblech erstellt, das vom Monolithen in Murten stammt. 
 
Von den Passerellen aus sieht man auf den offenen Wohnbereich im Erdgeschoss. Spannungsvolle Kontraste
Offene Raumflächen wie der Lichthof wechseln sich mit den geschlossenen Räumen in den beiden oberen Stockwerken ab. Der offene Rieg, der einst den Stall von der Tenne trennte, grenzt nun den Wohn- vom Essbereich ab. Gegensätze finden sich auch in den vertikalen Linien des Lichthofes, die einen Kontrapunkt zu den Horizontalen der Gymwände und des Riegs setzen.
 


Bauphysikalisch anspruchsvolles Projekt
Das Gebäude verfügt über keine Unterkellerung. Eine nachträgliche Unterkellerung war zunächst geplant gewesen, wurde jedoch aus Kostengründen verworfen. Zusammen mit einem Bauphysiker stellten Hebeisen + Vatter sicher, dass den Bauherren dadurch keine Nachteile entstanden. Feuchtigkeitssperren an den Übergängen vom Boden und von der Decke zur Wand sorgen dafür, dass die Feuchtigkeit nicht aufsteigen kann.
Die Warmwasseraufbereitung und die Beheizung erfolgen mit Erdgas. Der Heizkessel befindet sich im Dachgeschoss des Hauses.
 
Manuel Vatter
Realisation
Manuel Vatter vom Berner Architekturbüro Hebeisen + Vatter war für den Umbau verantwortlich.
 
 
 
 
 

 
 
 
 
Text und Bilder: hausinfo

Letzte Aktualisierung: 03.05.2011