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Architektur-Reportage: Ein Haus für Sterngucker
Unauffällig auf der Strassenseite, öffnet sich die Villa Roth dagegen grosszügig auf der Gartenseite. Und kein Gast lässt sich die Gelegenheit entgehen, von der Terrasse aus mit dem familieneigenen Teleskop die Sterne zu bestaunen.

(rmc) Eine graue, glatte
Fassade, die Eingangstür dezent verborgen unter einem Vorbau: In einer ruhigen Strasse des kleinen Dorfs Wavre fällt die Villa Roth nicht speziell auf und schützt so die Privatsphäre ihrer Bewohner vor neugierigen Blicken. Als einzige Öffnung erstreckt sich im Obergeschoss ein durchgängiges Fensterband über drei Viertel des Gebäudes.

Auf der Gartenseite hingegen nehmen die
Fenster den grössten Teil der Fassade ein. Der Architekt Serge Grard hat damit einem Wunsch seiner Kunden entsprochen: Sie möchten auch im Hausinnern das Gefühl haben, im Garten zu sein. «Wenn Gäste die grossen Glasflächen sehen, denken manche unwillkürlich an die mühsame
Reinigung… Na ja, letztlich geht es ja darum, hindurch zu sehen!», lächelt die Eigentümerin Sabrina Roth. Die Fenster sind übrigens in mehr als nur einer Hinsicht eine Öffnung nach draussen und erlauben sogar wahrzunehmen, was sich auf der «geschlossenen» Hausseite abspielt: Von der geräumigen Wohnküche aus errät man die Ankunft von Gästen dank ihrer Spiegelung in den Fensterflächen.
Grosszügige Räume
Die Familie Roth geniesst die grosszügigen Räume ihres neuen Zuhauses. Sogar die alten Möbel haben hier zu neuer Lebendigkeit gefunden. Ehemals dicht gedrängt, verfügen sie nun über den nötigen Raum, um ihren besonderen Charakter zu entfalten, wie z. B. der Esstisch in der Wohnküche, der seiner Rolle als Mittelpunkt des Familienlebens nun perfekt gerecht wird.

Auf beiden Seiten der Küche befinden sich ein kleines Wohnzimmer mit
Kamin sowie ein Raum, der die Funktionen Musikzimmer mit Piano und
Leseecke kombiniert. Der
Parkettboden in massivem Kirschholz, die Fensterrahmen in Hemlocktanne –«ein dichteres und regelmässigeres Holz als unsere Tanne», erklärt der Architekt – und das Ocker der Wände verleihen diesen Räumen eine warme Note.

Für eine fünfköpfige Familie konzipiert, bietet das Obergeschoss jedem Familienmitglied ein privates Reich. Die Eltern freuen sich über eine
Terrasse und ein separates kleines
Bad mit Dusche, während jedes der drei Mädchen über ein eigenes Zimmer verfügt. Mit Rosa, Blau und Gelb bekennt jeder Raum Farbe. Der Korridor, früher ein notwendiger und wenig einladender Durchgang zu den Zimmern, wurde mittels eines länglichen Fensterbands zur Strasse hin in einen hellen Platz für Spiel und Spass verwandelt. Dieser Ort voller Leben und Treffpunkt der Kinder wurde mit Spielen, einem PC und einem bunten Sofa eingerichtet.

Kinderzimmer

Mit seinen grünen Wänden ist das Badezimmer eine quasi von Bäumen umgebene «Wellnessoase». Die Badewanne steht am Fenster, damit man den Ausblick in vollen Zügen geniessen kann. Eine praktische
Dusche auf Bodenniveau komplettiert die Einrichtung.
Im Erdgeschoss wurde neben dem kleinen strassenseitigen Anbau eine dritte Dusche eingerichtet. Das Zimmer dient heute als Bastelraum und kann später bei Bedarf unabhängig genutzt werden.
Ursprünglich sollte dieses
Minergiehaus ein Flachdach erhalten, was aber aufgrund der kommunalen Bauvorschriften nicht möglich war. Daher hat man den Raum unter dem Dach zur Unterbringung der
Komfortlüftung genutzt, die für die Luftzirkulation sorgt. Geheizt wird mit
Holzpellets, das Brauchwasser wird über
Sonnenkollektoren auf dem Dach aufgeheizt.
Text und Bilder: hausinfo
Letzte Aktualisierung:
11.01.2012