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Bauherrenbegleitung: Versichert muss es sein

Wer baut oder ein Haus kauft, muss versichern – und zwar in den meisten Kantonen zumindest bei der Gebäudeversicherung. Beim Neubau von Heidi Lutstorf und Dietrich Bögli war das Prozedere eine ziemlich unkomplizierte Sache.

Hans Siegenthaler, Schätzungsexperte der Gebäudeversicherung Bern, erklärt Dietrich Bögli die verschiedenen Produkte der GVB.


















(msc) Der Schätzungsexperte Hans Siegenthaler bittet die Bauherren zu Beginn seines Besuches in Utzenstorf zu einer Besichtigung: «Zuerst machen wir eine kleine Runde durchs Haus.» Klein bzw. kurz ist sie tatsächlich: Ein paar Minuten, ein Blick in jeden Raum – und schon sitzen der Schätzer und die Bauherren am Tisch, um die Sache abzuschliessen. So rasch gehe es vor allem bei neu erstellten Einfamilienhäusern, sagt Hans Siegenthaler. Anders beispielsweise bei älteren Bauernhäusern: «Hier müssen wir genauer schauen in welchem Zustand die Bausubstanz ist – je nach dem wird der versicherte Wert angepasst.»


Dietrich Bögli und Hans Siegenthaler beim Rundgang durch das Haus.Standard, Plus und Top
Im Gespräch danach erläutert der Experte der Gebäudeversicherung Bern (GVB) die Aufgabe der GVB und ihre verschiedenen Angebote. Die für alle Immobilieneigentümer des Kantons Bern obligatorische Grundversicherung «GVB Standard» versichert Feuerschäden, Elementarschäden wie etwa Sturm- oder Hochwasserschäden und – mit speziellen Selbstbehalten – weitere Schäden durch Erdbeben, Terror und «Unruhe». Mit der freiwilligen Zusatzversicherung «GVB Plus» sind auch Umgebungsschäden eingeschlossen, mit der ebenfalls freiwilligen «GVB Top» gibt es weitere Vorteile wie z.B. eine Neuwertdeckung ohne Altersabzüge, oder eine höhere Räumungskosten-Entschädigung. Für Dietrich Bögli ist hier auch ohne die von Siegenthaler offerierte Bedenkzeit von einer Woche klar, was er und Heidi Lutstorf wollen: Standard und Plus – sie haben die Angebote bereits im Voraus angeschaut.

Gut Fr. 500.- jährlich
Gemessen am grossen Wert eines Hauses kommt die Prämie für eine Gebäudeversicherung verhältnismässig günstig zu stehen. Als Grundlage dienen der Baukostenplan BKP 2 plus 3 –
5 % für Baunebenkosten. «Bei einem grossen Schaden bräuchte es beispielsweise wieder eine Bewilligung, deshalb werden die Baunebenkosten teilweise miteinbezogen», erklärt Hans Siegenthaler. Die Prämie bei einem nicht massiven Haus beträgt für die Grundversicherung grundsätzlich jährlich Fr. 66.- pro Fr. 100'000.- Versicherungswert (massiv: Fr. 34.-), die Zusatzversicherung «GVB Plus» Fr. 10.-. Die Jahresprämie für die Bauherren dürfte mit dem geschätzten Wert von Fr. 680'000.- (inklusive Photovoltaikanlage für Fr. 80'000.-) also etwa Fr. 517.- betragen – das zeigt auch der Online-Tarifrechner auf der Website der GVB. «Es dauert etwa 10 bis 14 Tage, bis Sie die Police erhalten», informiert der Schätzungsexperte die Bauherren zum Abschluss.

Hans Siegenthaler macht im Gespräch auch auf ein paar Details aufmerksam. So ist ein Neubau nur in den ersten Jahren zum vollen Neuwert versichert. Danach gibt es Altersabzüge: Die Bemessung des Wertes erfolgt anhand der gemeinsamen Lebensdauertabelle der GVB, des Hauseigentümerverbandes und Mieterverbandes. Oder: Entsteht bei Hochwasser ein Schaden wegen Rückstau aus Abläufen im Gebäudeinnern, ist das durch die Grundversicherung der GVB nicht gedeckt – nur, wenn das Hochwasser direkt am Erdgeschoss des Hauses Schäden verursacht.

Gebäudeversicherung allein reicht kaum
Die wenigen der zahlreichen weiteren Beispielen von Ausnahmen zeigen: Mit der Gebäudeversicherung allein ist ein Eigenheim eher knapp versichert. Dringend empfohlen ist eine private Gebäudewasserversicherung (z.B. bei Leitungsbruch), auch eine Gebäudehaftpflicht und eine Hausratversicherung sind üblich. Und: Nicht erst wenn das Haus fertig ist, schon vor Baubeginn hatten Heidi Lutstorf und Dietrich Bögli Versicherungen abgeschlossen. Obligatorisch ist die Bauversicherung der GVB, empfehlenswert sind zudem eine Bauwesen-, ein Bauhaftpflicht- und eine Baugarantieversicherung.

Für die obligatorischen Versicherungen müssen sich Bauherren kaum gross ins Zeug legen. «Normalerweise wird die GVB vom Architekten oder von der Gemeinde über das Bauvorhaben informiert und fordert die Bauherrschaft zur Anmeldung auf», sagt Marlène Schumacher, Leiterin des Kundencenters der GVB. Ungefähr vier Wochen vor dem geplanten Ende der Bauphase würden die Bauherren wieder angeschrieben, um zu eruieren, ob die Bauversicherung verlängert werden muss oder die geplante Bauzeit ausreicht und mit dem Schätzer ein Termin ins Auge gefasst werden kann. Die Bauherren in Utzenstorf befassten sich so wenig wie möglich mit den Versicherungen. «Bei den privaten Versicherungen hatten wir sehr gute Offerten von unserer Hausrat- und Privathaftpflichtversicherung», sagt Dietrich Bögli. Und bei der Gebäudeversicherung hätten sie ja nicht viele Möglichkeiten gehabt; die Kontakte mit der GVB empfand er aber als «sehr unkompliziert».


Text und Bilder: hausinfo

Datum: 21.05.2012
Letzte Aktualisierung: 16.05.2012
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