Bauherrenbegleitung: Der Holzbau

Lang und dick Das grösste Element, eine Aussenwand, ist 11 m lang und wiegt 2220 kg. Nicht nur die Länge, auch die Wanddicke ist beachtlich: In den über 40 cm manifestiert sich der Minergie-P-Standard, der eine hervorragende Isolation der Gebäudehülle erfordert. Die Wand wird fast komplett in der Werkhalle der Holzbaufirma fertiggestellt.
Von innen nach aussen ist sie folgendermassen aufgebaut: Zwei Fermacellplatten (Gipsfaserplatten) von zusammen 2,75 cm Dicke bilden die Innenwand. Darauf wird eine Folie als Dampfbremse angebracht. Dann folgt der so genannte Fichtenholzständer, ein riesiger Rahmen von 36 cm Tiefe, in dessen Ausssparungen am Ende die Isolation geblasen wird. Den Deckel bilden auf der Aussenseite Steico-Platten in einer Stärke von total 6 cm. Diese Platten bestehen aus zusammengepressten Holzfasern, die mit Bitumen versetzt sind. Dasselbe Material bildet auch die Isolation – hier heisst es dann Steicocell und ist nicht zusammengepresst, sondern besteht aus lockeren wolleartigen Fasern. Von der Dämmung aus Altpapierfasern hat der Architekt laut Daniel Wanner abgesehen, weil dieses wegen der Druckerschwärze weniger ökologisch ist.
Die fertigen Elemente zum Bauplatz gefahren und dort Anfang Oktober – wenn das Wetter mitspielt – mit Hilfe eines Autokrans auf dem Streifenfundament aufgestellt. Innerhalb weniger Tage entsteht dort praktisch das ganze Haus. Bei den oben beschriebenen Aussenwänden müssen die Hausbauer nur noch einen Lattenrost und darauf die Schalung aus Lärchenholz anbringen.
Auf den Millimeter genau Trotz der Grösse ist für das ganze Puzzle höchste Genauigkeit erforderlich. «Wir arbeiten auf den Millimeter», sagt Daniel Wanner. Für den Zusammenbau werden deshalb die Elemente auf eine grosse Platte gelegt, wo die Holzbauer die Holzteile mit luftdruckgesteuerten Hebeln präzise an der richtigen Stelle platzieren können. Ein Aussenwandelement wird so relativ zügig hergestellt: Mit drei bis vier Leuten dauere dies etwa einen halben Tag, meint Wanner. Für alle Teile des Hauses von Lutstorf und Bögli benötige das Holzbauunternehmen rund fünf Wochen.
Auch wenn der Zimmermann Wanner und seine Arbeitskollegen pro Jahr rund zwölf Häuser im Elementbau anfertigen, ist das Objekt Bögli-Lutstorf nicht nur Routine. Wenige würden nämlich mit dieser Wandstärke gebaut, und dass so konsequent auf ökologische Materialien geschaut wird, erlebt Wanner auch nicht oft. Mit den Holzfaserelementen Steico etwa arbeitet er zum ersten Mal. Text und Bilder: hausinfo
Letzte Aktualisierung:
07.01.2010
