Häufige Probleme
Lärm beeinträchtigt die Lebensqualität in den eigenen vier Wänden. Oft sind es ungenügende Schallschutz-Massnahmen, die zur Lärmbelästigung beitragen.
(ves) Grundsätzlich wird die Lärmempfindlichkeit gemäss den Richtlinien des Schweizerischen Ingenieur- und Architektenvereins (SIA) in drei Stufen eingeteilt (gering, mittel, hoch). In Räumen, die für vorwiegend manuelle Tätigkeiten genutzt werden, wird die Lärmempfindlichkeit als eher gering eingestuft. Dazu gehören beispielsweise die Küche, der Korridor oder eine Werkstatt. In Räumen, wo hingegen geschlafen, geistig gearbeitet oder «gewohnt» wird (Schlaf- und Wohnzimmer, Büro), erhöht sich die Empfindlichkeit auf die Stufe «mittel». Besonders hoch ist das Ruhebedürfnis in Musik- und Lesezimmern oder Therapieräumen.
Fehler beim Schallschutz
Bei der Planung und/oder Ausführung von Schallschutzmassnahmen kommt es immer wieder zu «Pannen» und damit zu Schadenfällen:
Luftschall
Der Schall wird über Wände und Decken vertikal und horizontal übertragen. Durchlaufende Unterlagsböden (von Zimmer zum Korridor usw.) sind schallschutztechnisch heikel und sollten daher getrennt werden. Bei Wohnungen im Dachgeschoss wird der Schall oft über Hohlräume im Dach oder über durchlaufende Pfetten und Sparren in die benachbarten Räume übertragen.
Tritt- und Körperschall
Jede noch so kleine Körperschallbrücke reduziert die Dämmwirkung beträchtlich. Deshalb ist auf eine präzise Ausführung zu achten. Eine Körperschallbrücke kann zum Beispiel durch ein Heizungsrohr entstehen, das den schwimmenden Unterlagsboden mit der Massivdecke verbindet. Körperschallschutz erreicht man durch eine möglichst massive Bauweise beziehungsweise durch eine Entkopplung von Bauteilen.
Treppen
Um den Trittschall im Treppenhaus möglichst gering zu halten, sollten die Treppenanlagen innerhalb des Gebäudes elastisch abgetrennt werden.
Gehbeläge
Wenn ein textiler Bodenbelag durch Parkett oder Plattenbeläge ersetzt wird, kann dies negative Auswirkungen im akustischen Bereich haben. Um den Trittschallschutz weiterhin zu gewährleisten, ist eine entsprechend dimensionierte Vliesmatte dazwischen zu verlegen.
Lärm durch die Haustechnik
Bei der Haustechnik treten schallschutztechnische Mängel besonders oft bei Sanitärinstallationen auf. So wird häufig übermässiger Lärm beanstandet, wenn beispielsweise der WC-Deckel fallen gelassen wird oder die Schiebetüren von Duschen Geräusche verursachen. Zu beachten gilt hier, dass Armaturen mit geringer Geräuscherzeugung installiert werden, dass die Badewanne richtig platziert wird und die Leitungen körperschallgedämmt eingebaut werden. Im Wohnungsbau dürfen nur geprüfte Armaturen verwendet werden.
Lärm durch Bauteile
Lärm entsteht beim Öffnen und Schliessen der Garagentore. Auch das Herauf- und Herunterkurbeln von Rollladen wird häufig als Störung empfunden.
Text: hausinfo
Letzte Aktualisierung:
03.01.2012

