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Erneuerbare Energie auf Erfolgskurs

Der Gebäudepark verursacht fast die Hälfte des Energieverbrauchs. Bei Neubauten zeigt sich, wie unkompliziert und wirtschaftlich erneuerbare Energieträger für das Beheizen der Wohnräume und zur Erwärmung des Brauchwassers eingesetzt werden können.
 
Der Einsatz von erneuerbaren Energieträgern ist zum Beheizen und zur Warmwassererzeugung fast zur Selbstverständlichkeit geworden.(knü) Die Meinung angehender Hausbesitzer ist einhellig gemacht. Bei neuen Wohnhäusern wird mehrheitlich auf lokale und klimafreundliche Ressourcen gesetzt. Der Einsatz von erneuerbaren Energieträgern ist zum Beheizen und zur Warmwassererzeugung fast zur Selbstverständlichkeit geworden. Acht von zehn neuen Ein- und Mehrfamilienhäusern werden entweder mit einer Wärmepumpe oder einem Holzkessel beheizt. Ein grosser Teil der Neu- und Umbauten erhält zudem Sonnenkollektoren auf das Dach. Gemäss dem Baublatt Info-Dienst bauen die klimafreundlichen Heizsysteme seit 2007 ihren Marktvorsprung kontinuierlich aus. Das hat mit technischer Reife und hoher Wirtschaftlichkeit zu tun: Die Anschaffungskosten haben sich deutlich gesenkt, erneuerbare Energieträger liefern die Heizwärme – im Gegensatz zu fossilen – praktisch zum konstanten Preis. Und ausserdem sind die erneuerbaren Quellen für eine unabhängige und umweltfreundliche Versorgung vor Ort prädestiniert.


Erdreich und Aussenluft

Als wichtigste Energieträger für Neubauten haben sich die Aussenluft und das bodennahe Erdreich durchgesetzt. Über 80 % der neuen Einfamilienhäuser werden nämlich mit Wärmepumpen beheizt. Der Anteil der Luft-Wärmepumpen ist leicht höher, da sie weniger kosten als Erdwärmepumpen, die das rund 10 ºC bis 12 ºC warme Erdreich mit Sonden anzapfen. Letztere arbeiten, ergaben repräsentative Tests des nationalen Zentrums WPZ, mit einer durchschnittlichen Jahresarbeitszahl (JAZ) von beinahe 5. Aussenluftwärmepumpen erreichen dagegen ihr Wirkungsmaximum schon bei JAZ = 3, weil Heizwärme vor allem dann benötigt wird, wenn die Aussenluft jeweils am kältesten ist. Ein wichtiges Kriterium für die Klimabilanz von Wärmepumpen ist jedoch die bezogene Stromqualität. Wird Ökostrom eingekauft respektive der Eigenbedarf beispielsweise mit einer Solaranlage gedeckt, lässt sich dadurch die Menge der Treibhausgasemissionen senken.


Sonne für Wärme und Strom
Häufiger als zur Stromproduktion wird die Sonne vor Ort allerdings für die Erwärmung des Brauchwassers genutzt. Bereits eine 12 m2 grosse Sonnenkollektorfläche auf dem südwestorientierten Dach kann genügen, um den Warmwasserbedarf eines Privathaushalts fast vollständig zu decken.
Auch hier spricht der Markt eine deutliche Sprache. Gemäss dem Branchenverband Swissolar hat der Absatz der Sonnenkollektoren – bei Fläche und Leistung – zuletzt um rund 30 Prozent zugelegt. Das Wachstumspotenzial ist weiterhin gross, weil insgesamt erst ein halber Quadratkilometer auf den Dächern in der Schweiz für die solare Wärmenutzung ausgerüstet worden ist.
Sonnenenergie ist zwar kostenlos, wetterbedingt allerdings nicht immer verfügbar; weshalb sich durchschnittlich etwa 70 % des Wärmebedarfs für Warmwasser und Heizung decken lassen. Solaranlagen sind deshalb meistens kombiniert mit einem weiteren Wärmeerzeuger einzusetzen - einer Holzfeuerung respektive fossilen Heizsystemen. Daher wird empfohlen, Sonnenkollektoren mit dem Ersatz der alten Heizanlage abzustimmen.


Holz – gepresst, gehackt oder im Stück
Mit Holz heizen ist im Gegensatz zu fossilen Energieträgern klimaneutral. Das entstehende CO2 wird wieder gebunden, wenn neue Bäume nachwachsen. Zudem kann Brennholz aus regionalen Absatzquellen bezogen werden. Aktuelle Prognosen des Bundesamtes für Umwelt (Bafu) besagen, dass erst 60 % des verfügbaren Energieholzes tatsächlich genutzt wird und rund ein Viertel des Raumwärmebedarfs in der Schweiz mit Holzenergie gedeckt werden könnte. Holzfeuerungen werden mit Stückholz, Schnitzeln oder Pellets betrieben, wobei besonders die gepressten Stifte in Einfamilienhäusern als geeignetste und komfortabelste Brennstoffvariante bevorzugt werden. Holzfeuerungen verursachen allerdings eine höhere Luftbelastung (Stickoxide und Feinstaub) als Öl- oder Gasheizungen, weshalb die gesetzliche Abgaskontrolle für kleine und grosse Anlagen streng ist. 
 

Übersicht «Erneuerbare Energieträger»
Energieträger
Technik
Einsatz
Vorteile
Nachteile
Sonne
Sonnenkollektoren
Warmwasser, Vorwärmen Heizwasserkreislauf

Kostenloser Energiebezug


Einfacher Betrieb

Deckt wetter-bedingt den Energiebedarf nur teilweise ab


Kombinierter Einsatz mit zusätzlichem Wärmeerzeuger

Photovoltaik
Strom
Erdreich
Sole-Wasser-Wärmepumpe mit Erdsonde
Heizen, Warmwasser

Betrieb emissionsfrei


Kein Brennstoff-lager

Hohe Investitionen für Bohrung (Erdsonde)


Auf Stromherkunft achten 

Aussenluft
Luft-Wasser-Wärmepumpe
Heizen, Warmwasser

Betrieb emissionsfrei


Kein Brennstoff-lager

Ineffizienter Betrieb an eisigen Tagen


Auf Stromherkunft achten 

Holz
Heizkessel, Einzelofen
Heizen, Warmwasser

Klimaneutraler Betrieb


Lokal verfügbarer Brennstoff  

Schadstoffbelastung (Feinstaub)


Brennstofflager

Biogas
WKK
Heizen, Warmwasser, Strom

Hohe Energieeffizienz 

Unabhängige Energieversorgung

Verfügbarkeit des Brennstoffs sehr limitiert

Abwärme aus KVA oder Biomassekraftwerke
Fernwärme
Heizen, Warmwasser

Betrieb emissionsfrei


Kein Brennstofflager 

Heizkraftwerke oft mit fossilen Energieträgern kombiniert



Text: hausinfo

Bild: ImagePoint (Bernd Leither)


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Letzte Aktualisierung: 16.05.2012