Gebäudeenergieausweis
Energiefresser werden entlarvt Noch immer ist der Gebäudebestand der Schweiz für die Hälfte des gesamten Energieverbrauchs unseres Landes verantwortlich. Darunter befinden sich denn auch wahre Energiefresser. Der Schweizerische Ingenieur- und Architektenverein (SIA) stellt seit Dezember 2008 jedoch ein Instrument zur Verfügung, welches Licht ins Dunkel bringen soll – den Gebäude Energieausweis für Gebäude. Dieser beinhaltet eine einheitliche Mess- oder Berechnungsmethode zur Bestimmung des Gesamtenergieverbrauches von Häusern. Weil die Reduktion der Treibhausgase genau so wichtig ist, legt der Energieausweis auch die mit dem Energiekonsum einhergehenden Emissionen offen.
Die Anwendung des Energieausweises ist momentan noch freiwillig. Anzunehmen ist aber, dass immer mehr Menschen beim Kauf eines Hauses wissen möchten, wie hoch dessen Energieverbrauch ist. In Zukunft werden darum der Energieverbrauch und die CO²-Emissionen eines Hauses massgeblich darüber entscheiden, ob und vor allem zu welchem Preis ein Gebäude verkauft werden kann. Umwelt-, energie- und kostenbewusste Menschen werden den Energieausweis für Gebäude in Zukunft verlangen.
Berechnen oder Messen
In Übereinstimmung mit den Europäischen Normen, werden zur Erstellung des Energieausweises für Gebäude die benötigte Gesamtenergie und die CO²-Emissionen während eines Jahres berechnet oder gemessen. Die Energiekennzahl des Gebäudes resultiert aus dem Ergebnis im Verhältnis zur Nutzfläche. Die Bestimmung des Energieverbrauchs mittels Berechnung basiert auf einer Modellierung des Gebäudes sowie standardisierten Umgebungsbedingungen und Benutzerverhalten. Die Durchführung einer Messung ist zwar einfacher, das Ergebnis dafür stark vom spezifischen Benutzerverhalten und den klimatischen Gegebenheiten abhängig. Ermittelt wird die benötigte Energie für die Heizung, die Produktion des Warmwassers, die Belüftung, die Beleuchtung und andere Elemente der Haustechnik. Ebenfalls berücksichtigt werden Kühlschränke, Waschmaschinen und andere elektrische Apparate.
Schafft Vergleichsmöglichkeiten
Mit dem Gebäudeenergieausweis lassen sich Häuser in punkto Energieverbrauch und CO²- Emissionen miteinander vergleichen. Auch die Ermittlung des technisch Machbaren ist möglich. Hierzu wird das Ergebnis des Energieausweises ins Verhältnis zu der Energiemenge gesetzt, die ein Haus benötigen würde, das den aktuellen Normen und Vorschriften und damit den aktuellen technischen Möglichkeiten entspricht.
Der Gebäudeenergieausweis wird so zu einem marktwirksamen Instrument, um Energie und Kosten zu sparen. Nicht zuletzt verhilft er Hausbesitzern, mit dem eigenen Gebäude einen wichtigen Beitrag zu mehr Nachhaltigkeit zu leisten.
| Das Merkblatt SIA 2031 | ||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||
|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|
| Das Merkblatt SIA 2031 Energieausweis für Gebäude ist Mitte Dezember 2008 erschienen und kann bestellt werden unter www.sia.ch/shop oder per E-Mail an distribution@sia.ch | ||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||
Bild: ImagePoint (Pilsak)
Letzte Aktualisierung:
06.08.2009
