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Minergie für einzelne Bauteile
Den Minergie-Standard gibt es nicht nur für ganze Gebäude: Es existiert auch ein grosses Angebot an einzelnen Bauteilen, die bereits im Voraus zertifiziert sind.
Die so genannten Minergie-Module sind Bauteile in Minergie-Qualität. Das heisst, dass ein konsequent mit diesen Modulen realisiertes Haus dem Minergie-Standard entspricht. Das Bauen mit Modulen hat zwei Vorteile: Der Qualitätsnachweis ist stark vereinfacht, indem lediglich zertifizierte Module zu evaluieren und einzusetzen sind. Zudem lässt sich mit Minergie-Modulen ein Gebäude in Etappen modernisieren.
Die Zertifizierung der Bauteile erfolgt durch Fach- und Branchenverbände. Damit werden nicht nur Anforderungen ans Energiesparen, sondern auch weitere Qualitätsmerkmale wie etwa Gebrauchstauglichkeit und Wartungsfreundlichkeit erfüllt.
Wand- und Dachkonstruktionen
Bei Wänden und Dächern ist die Vielfalt in der Materialisierung und im konstruktiven Aufbau besonders ausgeprägt. Das grosse Angebot erschwert zudem die Übersicht. Mit Minergie-Modulen von Wand- oder Dachkonstruktionen lässt sich die Spreu vom Weizen trennen. Diese Module erfüllen besonders relevante bauphysikalische Anforderungen:
Wärmedämmung: U-Wert höchstens 0,2 W/m²K. Die Bautiefe der Wärmedämmung misst – je nach Konstruktion – zwischen 15 cm und 25 cm.
- Schallschutz: Massgebliche Schallpegeldifferenz ist mindestens 45 dB (A).
- Schadstoffgehalt: FCKW- und HFCKW-frei.
Fenster
Bei Fenstern ist die Qualitätssicherung besonders wichtig: Sie schützen vor Kälteverlusten und (übermässigen) Wärmeeinträgen im Sommer. Mit einem U-Wert von höchstens 1,0 W/m²K garantieren Minergie-Fenster neben der Energieeinsparung hohen thermischen Komfort. Der U-Wert der Verglasung darf 0,7 W/m²K nicht überschreiten. Damit ist die Gefahr der Kondenswasserbildung gebannt, die bei mittelmässigen Fenstern droht.
Türen
Für eine gut gedämmte und dichte Bauhülle bildet die Aussentüre ein wichtiges Element. Der durch Türen verursachte Energieverbrauch ist keineswegs vernachlässigbar. Entsprechend sorgfältig sollte die Auswahl erfolgen. Zur Zertifizierung einer Türe als Minergie-Modul werden neben dem eigentlichen Türblatt die Türzarge, die Dichtungen und die Beschläge in die Bewertung einbezogen. Die Anforderungen:
- Wärmedämmung: U-Wert höchstens 1,2 W/m²K
- Luftdurchlässigkeit: mindestens Klasse 3 nach EN 12207
- Schlagregendichtigkeit: mindestens Klasse 3A nach EN 12208
Leuchten
Neben der Lichtausbeute gelten bei Minergie-Leuchten die Leistung im Standby sowie die Begrenzung der Blendung als Anforderungen. Voraussetzung einer Zertifizierung sind Messprotokolle eines akkreditierten Messlabors. Auf der Webseite www.toplicht.ch der Schweizerischen Agentur für Energieeffizienz (SAFE) sind die zertifizierten Produkte aufgeführt.
Sonnenschutz
Das Minergie-Modul Sonnenschutz gewährleistet neben einer optimalen Enegie-Effizienz (bei Herstellung und Einsatz) die einwandfreie Funktion als Sonnen-, Blend-, Sicht- beziehungsweise Wetterschutz. Zwingend ist, dass die als Module zertifizierten Sonnenschutzprodukte beweglich, automatisiert und «aussenliegend» ist. Normen und anerkannte Vorschriften sind beim Modul «Sonnenschutz» berücksichtigt.
Holzfeuerstätte
Das Minergie-Modul Holzfeuerstätten bezeichnet Anforderungen für Feuerstätten in den Bereichen Leistungsdimensionierung, Feuerungstechnik und Verbrennungsluftversorgung. Die Anforderungen an den Wirkungsgrad und die Abgase entsprechen den denjenigen des Qualitätssiegels von Holzenergie Schweiz. Bislang konnten Stückholzfeuerungen für den Wohnraum zertifiziert werden.
Thermische Solaranlagen
Thermische Solaranlagen, die als Minergie-Modul angeboten werden, müssen folgende Anforderungen erfüllen und entsprechend zertifiziert sein: Die Komponenten entsprechen dem europäischen Qualitätslabel «Solar Keymark». Die Ausführung hat zudem durch beim Fachverband «Swissolar» eingetragene Installationsfirmen (Solarprofis) zu erfolgen. Das Minergie-Modul «Thermische Solaranlagen» ist seit März 2011 in Kraft gesetzt worden; zertifizierte Produkte werden noch in diesem Jahr in Aussicht gestellt.
| Das bedeutet der U-Wert |
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| Der so genannte U-Wert (früher K-Wert) misst die Dämmqualität eines Bauteils. Er drückt aus, wie wenig Energie durch eine Fläche von 1 m² des betreffenden Materials fliesst, wenn der Temperaturunterschied zwischen beiden Seiten 1 Kelvin (entspricht 1 ºCelsius) beträgt. Die Energie wird in Wattsekunden angegeben. Fenster mit U-Werten von unter 1 W/m²K und weniger (Glas und Rahmen zusammen) sind gut dämmende Fenster. Bei den Wand- und Dachkonstruktionen müssen die Werte deutlich darunter liegen (bis zu 0.2 W/m²K. |
Text: Minergie, hausinfo
Bilder: Ytong, Wenger Fenster, Hörmann

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Letzte Aktualisierung:
13.12.2011