Jeder zweite Tropfen kann gespart werden
Im Garten ist der Regen häufig willkommen. Meteorwasser kann auch im Haus dienlich sein. Die Regenwassernutzung schont die Grundwasserressourcen, will aber gut überlegt sein.

(knü) Zur gesunden Ernährung gehören mindestens zwei Liter Wasser am Tag. Erheblich höher ist der Flüssigkeitsbedarf für die Alltagshygienie: Über 100 Liter Wasser braucht ein Durchschnittsschweizer für Körperpflege, das Waschen der Kleider sowie des Geschirrs. Zusätzlich benötigt er jeden Tag noch rund 50 Liter für die WC-Spülung, hat der Schweizerische Gas- und Wasserfachverband (SVGW) erhoben. Meistens wird dafür ausschliesslich qualitativ hochwertiges Trinkwasser verwendet. Das muss nicht immer sein: Das Bundesamt für Umwelt (Bafu) schätzt, rund 55 Prozent des Brauchwassers könnten im Haushalt durch gesammeltes Regenwasser ersetzt werden. Eigenheimbesitzer haben es selber in der Hand. Benötigt werden ein Kunststofftank, Filter, Pumpen sowie separat geführte Leitungsrohre. Dank systematischer Regenwassernutzung wird der Garten bewässert sowie Waschküche und Toiletten versorgt. Alles ist von den namhaften Anbietern aus einer Hand erhältlich. Die Richtofferten belaufen sich auf weniger als 10'000 Franken. Wird dies mit der eingesparten Trinkwassermenge aufgerechnet, ist mit Amortisationszeiten von rund 10 Jahren zu rechnen.
Ausgediente Heizöltanks Rentabler kann es bei einer Altbausanierung sein, wenn ausgediente Heizöltanks für die Wasserfassung genutzt werden. Die Investitionskosten lassen sich in etwa halbieren, sagt der Verband Regenwassernutzung Schweiz (VRS). Zu beachten ist aber: Der erdverlegte Tank befindet sich mit Vorteil einen Meter unter der Oberfläche, damit der Frostschutz gewährleistet ist.
- Ein wichtiger Aspekt ist auch seine Grösse: Eine 5'000 Liter grosse Regenwasserfassung sollte für den Bedarf in einem Einfamilienhaus ausreichen. Mit längeren Trockenperioden ist jedoch zu rechnen. Die temporäre Trinkwasserzuleitung zur Waschmaschine und zu den WCs sollte daher – im Sinne eines redundanten Versorgungssystems – möglich sein. Offene Ausläufe an den Verbindungsstellen verhindern, dass Regenwasser in die Trinkwasserleitungen fliesst und letztere verschmutzt.
- Für die Hygiene ist ebenso zu beachten: Dachflächen sollten keine auswaschbaren Schadstoffe oder Schwermetalle aufweisen. Den Tank in den Keller zu stellen, ist zudem keine optimale Lösung. Der Lichteinfall kann zu Algenwachstum führen.
Regenwasser ist weicher
Der Gebrauch von Regenwasser besitzt durchaus qualitative Vorteile - besonders in Regionen mit hartem Trinkwasser. Hoher Kalkgehalt schadet den wassertechnischen Installationen und erhöht den Waschmittelverbrauch. Weiches Regenwasser schont dagegen die Waschmaschinen und hilft, den Schadstoffgehalt im Abwasser zu reduzieren. Seine Nutzung ist daher die bessere Variante.
Trotzdem: Die Umweltbilanz der Regenwassernutzung bleibt umstritten. Grössere Gebäude, wie Büro- oder Schulhäuser, lassen sich finanziell und ökologisch vorteilhaft mit Regenwasser versorgen. Bei Einfamilienhäusern ist das Bundesamt für Umwelt allerdings skeptisch. Energetische und ökologische Überlegungen sprächen vor allem dafür, wenn die regionale Wasserversorgung keine eigenen Quellen besitzt und das Trinkwasser aufwendig, beispielsweise aus Seewasser, aufbereiten muss, lautet das Fazit der Umweltstudie.
| Wasseraufbereitung |
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Ein hoher Kalkgehalt im Wasser verursacht Ablagerungen im Boiler, in der Waschmaschine oder in den Leitungen und kann die Apparaturen erheblich schädigen. Fachleute weisen daraufhin, nur hartes Wasser über 30 ºfH «aufzuweichen.» - Zum Beispiel mit einem Ionentauscher: Dieser reduziert den Kalkgehalt, erhöht aber die Korrosion der Wasserleitungen. Ionenaustauschanlagen erfordern daher die Zugabe von chemischen Inhaltsstoffen und sind aus hygienischen Gründen regelmässig zu warten. Umstritten ist dagegen die Wasserenthärtung mit magnetischer Strahlung. Während Anbieter solcher Magnete auf positive Resultate verweisen, empfehlen offizielle Verbände und die Empa, die Wirkung vorgängig in einem Test vor Ort aufzeigen zu lassen.
- Grundsätzlich jedoch gilt: Der Einbau von Geräten in das Rohrleitungssystem erfordert eine Bewilligung des regionalen Wasserversorgers.
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Text: hausinfo
Bild: ImagePoint (Pilsak)
Letzte Aktualisierung:
04.08.2009
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