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Wärmebilder zeigen viel, aber nicht alles

Wo das Haus leckt oder feucht ist, kann ein Wärmebild anschaulich zeigen. Die Thermografie bietet eine wertvolle Hilfe, um den Zustand eines Gebäudes zu beurteilen.

  

Anhand einer Farbskala zeigen Wärmebilder die unterschiedliche Qualität einer Gebäudehülle an.(knü) Anhand einer Farbskala zeigen Wärmebilder die unterschiedliche Qualität einer Gebäudehülle an. Je nach Modell und Hersteller der Wärmebildkamera sind die Einfärbungen in den Messebereichen jedoch unterschiedlich. Damit klar ist, welche Farbe welcher Temperatur entspricht, ist bei Wärmebildern die Angabe einer Temperaturskala unerlässlich. Die Fenster sind häufig als warme Flächen erkennbar. Gut gedämmte Fassaden hingegen werden in kühlen Farben angezeigt. Ein weiteres typisches Merkmal einer Infrarotaufnahme von Gebäuden ist die farbliche Kennzeichnung der Nahtstellen zwischen Wand und Dach. «Wärmebilder visualisieren die Energieverluste und lokalisieren die Lecks», erklärt Christoph Tanner, Inhaber einer Baucheckfirma und Vizepräsident des Thermografieverbandes Schweiz. Angezeigt werden zusätzlich zu den undichten auch feuchte Stellen sowie hinter einer vorgehängten Fassade versteckte Mängel. Möglich ist viel. Doch «bevor der Auslöser auf der Kamera gedrückt wird, sollte bestimmt sein, was man genau wissen will», erklärt Tanner den Sinn der Gebäudethermografie.


Auf Wärmebildern sind Fenster häufig als warme Flächen erkennbar.Qualität ist nicht immer gegeben
Genaue Expertisen über den wärmetechnischen Zustand der Gebäudehülle sind auch mit der Infrarotkamera keine Banalität. Die Reflektion der Umgebungsstrahlung kann die Ergebnisse nämlich ebenso beeinflussen, wie die am Tag in der Hauswand gespeicherte Sonnenenergie. Wichtig sind deshalb die Bedingungen beim Zeitpunkt der Aufnahme: Vorzugsweise werden Wärmebilder im Winter und in der Nacht geschossen, wenn die Temperaturdifferenz zwischen Innen und Aussen mindestens 15 Grad Celsius beträgt und der Wärmeabfluss deshalb genügend gross ist. Der Gebäudethermografie sind ausserdem klare Grenzen gesetzt; die Genauigkeit ist limitiert: «Vor allem der Unterschied zwischen guter und sehr guter Dämmung lässt sich auf einem Wärmebild nicht mehr erkennen», erklärt Christoph Tanner. Für eine Infrarotaufnahme sind allerdings noch weitere Parameter zu definieren. Gemäss Tanner gehören zum Beispiel auch Vorkenntnisse von Konstruktionsdetails am Gebäude, die Speicherfähigkeit von Oberflächen sowie Meteodaten dazu. «Die Nachfrage nach aussagekräftigen Wärmebildern ist gross. Doch die Branche leidet unter Billiganbietern, welche häufig schlecht interpretierbare Bilder liefern», bemängelt der Thermografie-Experte. Anbieter mit angemessenem Qualitätsanspruch sollen sich deshalb mit der Mitgliedschaft beim nationalen Verband gegenüber den interessierten Hauseigentümern zu erkennen geben. «Obwohl eine thermografische Analyse dadurch etwas teurer werden kann», gibt Tanner zu Bedenken. Die aktuellen Richtpreise betragen rund 1'000 Franken pro Einsatz.


Kombination mit einer Begehung                                               
Damit die Gebäudethermografie zu aussagekräftigen Ergebnissen führt, empfiehlt Christoph Tanner, der im Auftrag des Bundes die standardisierte Auswertung von Wärmebildern untersucht hat, Folgendes: Zum einen kann es sich durchaus lohnen, die Infrarot-Aussenaufnahmen mit Wärmebildern aus dem Innern zu ergänzen. Dadurch werden unter anderem die Details im Dach- und Kellerbereich analysiert. Zum anderen bieten die Wärmebilder eine passende Gelegenheit, um das Gebäude gemeinsam zu begehen und die aufgedeckten Mängel vor Ort zu besichtigen. Dabei kann der Fachmann insbesondere auch den spezifischen Sanierungsbedarf aufzeigen. «Diese Kombination ist wichtig», sagt Christoph Tanner. Denn so lassen sich falsche Erwartungshaltungen der Gebäudebesitzer an ein Wärmebild unmittelbar korrigieren.



Text: hausinfo
Bilder: Lindenberg Energie GmbH, Fasatech Infratec


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Letzte Aktualisierung: 10.01.2012