Heizungssanierung mit Wärmepumpen
Muss die Heizung ersetzt werden, lohnt sich in vielen Fällen der Umstieg auf eine umweltfreundliche Wärmepumpe. Gerade bei der Heizungssanierung ist es wichtig, dass ein Gebäude als Gesamtsystem betrachtet wird und dass nach Konzept vorgegangen wird.

(pd/ted) Gegen 80 Prozent der neu erstellten Einfamilienhäuser werden heute mit
Wärmepumpen ausgerüstet. Etwas anders präsentiert sich die Situation im Sanierungsmarkt: Die Wärmepumpe holt zwar auch dort deutlich auf. 2008 kamen fast doppelt so viele Wärmepumpen im Sanierungsbereich zum Einsatz wie noch ein Jahr davor und die Verkaufszahlen für das erste Quartal 2009 lassen vermuten, dass der Trend weiter anhält. Zugelegt haben im vergangenen Jahr insbesondere die Grosswärmepumpen mit mehr als 50 Kilowatt Heizleistung. Für Umwelt und Klima ist das besonders erfreulich, denn die «Hebelwirkung» grosser Wärmepumpen ist um ein Vielfaches grösser.
Dichte Gebäudehülle spart Energie
Idealerweise ist der Ersatz einer alten Heizung verbunden mit der Gesamtbetrachtung des Hauses. Insbesondere ältere Häuser weisen oft eine ungenügend gedämmte Gebäudehülle auf, was zu grossen Wärmeverlusten führt.
Eine Fassadensanierung kann den Energieverbrauch eines Hauses um 30% senken. Dabei liegt in den Aussenwänden das grösste Sparpotenzial. Wenn die Gebäudehülle saniert wird oder die Sanierung geplant ist, sollte eine neue Heizanlage genau darauf abgestimmt werden – was die Energieverluste weiter reduzieren kann. Heizungssanierungen sollten deshalb umfassend und frühzeitig geplant werden und die energetische Betrachtung des Gebäudes mit einschliessen.
Konstant warm und bedienerfreundlich
Die Wärmepumpe nutzt erneuerbare Umgebungswärme aus dem Erdreich, der Aussenluft oder dem Grundwasser. Die Wärmepumpe bringt die Umgebungswärme auf ein höheres Temperaturniveau und gibt sie an das Heizsystem ab. Ab einer Tiefe von 15 Meter herrscht unter der Erdoberfläche eine Temperatur, die von geologischen und geothermischen Bedingungen bestimmt wird und über das ganze Jahr nahezu konstant bleibt. Wärmepumpen werden mit Strom angetrieben. Auf ihren Betrieb entfallen 1,4 Prozent des Gesamtstromverbrauchs in der Schweiz. Zum Vergleich: 8 Prozent des verbrauchten Stroms schluckt Jahr für Jahr nur der Stand-by-Betrieb von elektrischen Geräten.
Weitere Vorteile bestehen in der Bedienerfreundlichkeit. Es müssen keine Rohstoffe bestellt und regelmässig nachgefüllt werden, die Wärmepumpe ist unabhängig von Rohstoffpreisen und vom Ausland, von energiepolitischen Entscheiden und von allfälligen Abgaben. Ausserdem benötigt eine Wärmepumpe nur wenig Platz.
Günstige Erdsonden-Wärmepumpe
Rund 43% aller installierten Wärmepumpenanlagen sind Sole-Wasser-Wärmepumpen mit Erdwärmesonden.
Vergleicht man die Beheizung und Warmwasserbereitstellung in einem gut gedämmten Einfamilienhaus – ohne Berücksichtigung allfälliger Fördergelder und Steuerabzüge – schneidet bei einem Ölpreis von rund Fr. 80.-/100 Liter Heizöl (aktueller Richtwert im November 2009) die Erdsonden-Wärmepumpe am besten ab, dicht gefolgt von der Luft-Wasser-Wärmepumpe. Miteinbezogen sind in dieser Rechnung Investitionskosten (Anschaffung und Installation), Energiekosten (Öl etc.) und übrige Heizkosten (Service, Reparatur, Rauchgaskontrolle etc.). Grundsätzlich lässt sich zudem sagen: Je grösser eine Wärmepumpenanlage konzipiert ist, desto eher lohnt sich die Investition. Dazu kommt, dass die Preise ständig sinken: Eine Wärmepumpe, die 1982 noch 41'000 Franken kostete, ist heute bereits für rund 20'000 Franken zu erwerben.
Attraktiv sind die Förderbeiträge, die zahlreiche Kantone gewähren, sowie die Steuervergünstigungen für erneuerbare Energien. Es lohnt sich auch, lokale Förderprogramme zu nutzen. Auskünfte dazu erteilen unter anderem die Stromversorgungsunternehmen und die Gemeinden. Auf der Webseite der FWS findet sich eine Liste mit Kontaktstellen, und das Bundesamt für Energie informiert auf seiner Webseite über energiepolitische Fördermassnahmen der Kantone.
Nur Wärmepumpen mit Gütesiegel
Die Fördergemeinschaft Wärmepumpen Schweiz (FWS) empfiehlt, beim Kauf einer Wärmepumpe auf das Gütesiegel zu achten. Der Gütesiegel-Inhaber (Vertreiber) muss einen Service garantieren, der im Störungsfall innerhalb von 24 Stunden reagiert. Zwei Jahre Garantie ab Lieferdatum und 10 Jahre Liefersicherheit für gleichwertige Ersatzteile sind ebenfalls Bestandteil der Auflagen.
Auch für ihre Verlegung der Erdwärmesonden wird empfohlen, eine Bohrfirma mit dem «Gütesiegel für Erdwärmesonden-Bohrfirmen» zu beauftragen. Sie garantieren einen hohen Kundenservice und die umweltschonende Erstellung der Anlage.
Sämtliche Adressen der Fachpartner finden sich auf der Fachpartner-Liste der FWS auf www.fws.ch.
Text: Fördergemeinschaft Wärmepumpen Schweiz und hausinfo
Bild: Fördergemeinschaft Wärmepumpen Schweiz

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Datum:
22.05.2012
Letzte Aktualisierung:
13.12.2011
URL:
http://www.hausinfo.ch/home/de/gebaeude/energie/sanierung/heizung-sanierung-waermepumpen.html