Photovoltaikmodule können durch Blitz oder Hagel beschädigt werden. Nicht zu vernachlässigen ist auch das Risiko eines Brandes. Durch die direkte Sonneneinstrahlung entsteht nicht nur die gewünschte Energie für die Umwandlung in Strom, sondern auch eine grosse Wärme, welche im ungünstigsten Fall zu einem Feuer führen kann. Bisherige Erfahrungen zeigen, dass bisher erst wenig passiert ist. Trotzdem wird der spezifische Versicherungsschutz immer häufiger empfohlen.

(knü) Vor einem Jahr waren Solaranlagen in Deutschland ein begehrtes Diebesgut. Während die Hauseigentümer friedlich schliefen, haben sich dreiste Männer auf dem
Dach zu schaffen gemacht und komplette Anlagen demontiert und abtransportiert. Wesentlich motiviert wurde die kriminelle Energie durch Lieferengpässe bei Photovoltaikherstellern, was offensichtlich zu einem Hehlermarkt geführt hat. Inzwischen hat sich die Lage im nördlichen Nachbarland beruhigt. Hierzulande ist noch kein Fall von Diebstahl bekannt, trotzdem wird der Versicherungsschutz von installierten Solaranlagen immer häufiger angesprochen. Zwar haben kantonale
Gebäudeversicherungen die Elementarschadensversicherung bisher praktisch anstandslos auf «Anlagen zur Nutzung von Sonnenenergie» ausgeweitet. Dennoch haben sich Privatversicherer wie Helvetia, Zürich und die Mobiliar inzwischen hervorgetan und bieten spezielle Zusatzversicherungen für
Photovoltaikanlagen an. Gemäss Thomas Jäggi, Mitinhaber und Geschäftsführer der Solartechnikfirma EES Jäggi-Bigler AG in Herzogenbuchsee, sei dies insbesondere für «nicht gebäudeintegrierte Panels, beispielsweise auf einem Flachdach» zu überlegen. Denn sonst seien solche Solardächer versicherungstechnisch nicht optimal abgedeckt, so Jäggi. Viele Solarinstallateure sind deshalb dazu übergegangen, die Hausbesitzer auch bezüglich einer Zusatzversicherung zu beraten und bei Bedarf Prämienofferten auszustellen. Ein zusätzliches Gespräch mit dem Berater der obligatorischen Gebäudeversicherung kann allfällige Unsicherheiten klären.
Blitzschutz empfiehlt sich
Ob mit oder ohne Zusatzversicherung: Sämtliche installierten PV-Module haben die allgemeinen Sicherheitsnormen zu erfüllen; der
Hagelschutz gehört dazu. So können qualitativ gute Panels am Institut für Solartechnik in Rapperswil (SG) durch die Hersteller freiwillig zertifiziert werden. Den minimalen Anforderungen (Europäische Norm) entspricht ein Schutz vor 25 Millimeter dicken Hagelkörnern. Dieser Schutz ist in Ländern ohne Hagelgefährdung durchaus genügend. Erfahrungsgemäss reicht dies aber in den hagelgefährdeten Regionen in der Schweiz (z.B. Kanton Bern) oft nicht aus. In diesen Regionen ist mit deutlich grösseren Hagelkörnern zu rechnen. Ideal ist daher ein Hagelschutz von 30 mm oder höher. Bereits sind geprüfte Solarmodule erhältlich, deren Abdeckglas auch 40 mm dicken Körnern Stand halten soll. Die bisherigen Auswertungen von Schadensfällen nach
Hagelgewittern zeigen zudem: Die an Solaranlagen verursachten Schäden sind bisher noch gering, unter anderem weil sie stabil genug gebaut sind.
Anders ist das Risiko eines Brandes einzuschätzen. An einer durch einen
Blitzschlag beschädigten PV-Anlage können durch einen allfällig auftretenden Lichtbogen benachbarte brennbare Stoffe und Gebäudeteile in Brand geraten. Daher empfehlen sich die Installation einer Blitzschutzanlage und der Einbau von Überspannungsableitern bei den PV-Modulen in jedem Fall.
Schnee räumen ist sinnlos
Dringend abgeraten wird jedoch von einer manuellen
Schneeräumung. Zum einen ist die Arbeit auf dem Dach nur Profis zugedacht und für Hobbyhandwerker zu gefährlich. Zum anderen «ist es sinnlos, da von Dezember bis Februar nur rund 10 Prozent des Jahresertrag produziert wird und sich die dunkle Solarpanelfläche auch in den Wintermonaten schnell erwärmt und den Schnee rasch abschmelzen lässt», sagt Jäggi. Und Bedenken wegen zu grosser Dachlasten müssten nur diejenigen Hausbesitzer haben, welche die Gebäudestatik vor Installation der Solaranlage zu ungenau respektive ohne Beizug von erfahrenen Solarfachfirmen analysiert hätten oder eine Solaranlage installiert haben, welche nicht der örtlichen Witterung entsprechend gebaut wurde. Die beste Art der Schadenprävention ist ein Gespräch mit einem erfahrenen Installateur von qualitativ guten Solaranlagen. Bei Fragen rund um den Versicherungsschutz steht Ihnen Ihre kantonale Gebäudeversicherung oder Ihr Ansprechpartner bei der Privatassekuranz zur Verfügung.