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Cool bleiben beim Waschen!

Die meisten Textilien werden schon bei 20 Grad sauber. Und Temperaturen über 40 Grad sind sehr oft sinnlos.

Waschtemperaturen von 60 oder gar 95 Grad sind längst nicht mehr nötig. Eine neue Generation von Waschmitteln verspricht Sauberkeit für normal verschmutzte Wäsche bereits bei 20 Grad. Lässt man die Wäsche zudem noch an der frischen Luft von gratis gelieferter Sonnenenergie trocknen, fällt die Stromrechnung noch tiefer aus.

Die meisten Textilien werden schon bei 20 Grad sauber. Und Temperaturen über 40 Grad sind sinnlos.

Waschmaschinen und Tumbler fressen in einem Schweizer Durchschnittshaushalt knapp zehn Prozent des Haushaltstroms. Der Stromverbrauch für die Textilpflege steigt von Jahr zu Jahr ein wenig an, was wohl einerseits mit dem Bevölkerungswachstum zu tun hat, anderseits auch mit gesellschaftlichen Entwicklungen: In den zunehmenden Einpersonenhaushalten werden Waschmaschinen häufig nicht optimal gefüllt. Beim Stromverbrauch fällt das Drehen der Waschmaschinentrommel weit weniger ins Gewicht als das Aufheizen des Wassers. Die Waschtemperatur spielt deshalb eine wichtige Rolle. Gemäss einer Studie in Deutschland, Österreich und der Schweiz könnten mit dem One-Click-Down-Szenario (= mindestens eine Temperaturstufe tiefer) gegen 40 Prozent des Stromverbrauchs eingespart werden (57 von 140 Kilowattstunden): Bisherige 60-Grad-Wäsche wird fortan mit 40 Grad gewaschen und bisherige 40-Grad-Wäsche mit 30 Grad. Die grossen Waschmittelhersteller haben mittlerweile Produkte im Angebot, die sogar mit 20 Grad knapp handwarmem Wasser saubere Wäsche versprechen. Die Stromeinsparungen beim Waschen werden mit bis zu 70 Prozent gegenüber den herkömmlichen Waschtemperaturen angegeben.

Keine Mehrbelastung der Gewässer
Wie ist es möglich, Wäsche bei 20 Grad sauber zu kriegen? Braucht es dazu etwa ein neuartiger Chemiecocktail, der die Gewässer zusätzlich belastet? Zwar enthalten die 20-Grad-Waschmittel Enzyme von genetisch veränderten Organismen. Solche Enzyme sind aber in den meisten Waschmitteln enthalten. Mit den neuen Waschmitteln können normal verschmutzte Textilien zudem ebenso sauber gereinigt werden. Dies wird in einer neuen Studie von Ökotest bestätigt: Demnach reichen 20 Grad aus, um mit Blut, Zahnpasta oder Frittierfett verschmutzte Textilien zu reinigen. Beim Lippenstift, Make-Up, Motoröl oder Rotweinflecken lässt die Wirkung aber sichtbar nach. Gemäss Ökotest rücken die Niedrigtemperaturwaschmittel aber auch Keimen und anderen Krankheitserregern zu Leibe. Ein 40-Grad-Programm ist lediglich bei stark verschmutzter Wäsche ratsam. Exkremente von Milben, auf die Allergiker empfindlich reagieren, werden auch bei niedrigen Temperaturen herausgespült. Viren und Bakterien durch den aktiven Sauerstoff abgetötet, der vor allem in Vollwaschmitteln, in geringeren Mengen auch in Color- Waschmitteln enthalten ist. Allergikern wird geraten, einen zusätzlichen Spülgang einzulegen – unabhängig von der Waschtemperatur.
 
Waschmaschinen werden umgestellt
Die Waschmaschinenhersteller beginnen sich darauf einzuestellen. Während die meisten Modelle nur ab 30 Grad waschen, sind inzwischen die ersten Waschmaschinen mit einem spezifischen 20-Grad-Programm verfügbar. Was jedoch dem Waschenden bei fast allen neueren Maschinen möglich ist, ist die Waschtemperatur mit der Reduktionstaste zu senken.
 
Weitere Tipps für eine möglichst kilowattarme Textilpflege

Waschen

  • Wählen Sie beim Kauf einer neuen Waschmaschine ein Gerät der Energieklasse A+ und kaufen Sie kein zu grosses Modell. Für einen durchschnittlichen Einfamilienhaushalt reicht in der Regel eine 5-kg-Maschine. (Die energieeffizientesten Geräte sind auf www.topten.ch zu finden.)
  • Waschmaschinen mit einem 20-Grad-Programm sind bereits erhältlich. 
  • Waschen Sie nicht zuviel. Kleider und Bettwäsche sollten nur im Wäschekorb landen, wenn sie auch wirklich schmutzig sind. 
  • Füllen Sie ihre Waschmaschine möglichst gut.
Trocknen
  • Hängen Sie Ihre Wäsche so oft wie möglich im Freien auf. Die Sonne trocknet Textilien gratis und hat zugleich einen desinfizierenden Effekt. Wäsche trocknet draussen nicht nur im Hochsommer, sondern auch bei kühler Witterung – einzig trocken muss es sein.
  • Wenn Sie drinnen trocknen müssen, verwenden Sie einen Raumlufttrockner oder einen Wärmepumpen-Tumbler der Energieklasse A. (Die energieeffizientesten Geräte finden Sie auf www.topten.ch). Diese neue Generation von Wäschetrocknern ist zwar teurer als herkömmliche, verbraucht jedoch nur halb soviel Strom, weil sie mit Wärmerückgewinnung arbeitet. Erkundigen Sie sich bei Ihrem Energielieferanten über allfällige Förderbeiträge: Das Elektrizitätswerk Zürich zum Beispiel leistet beim Kauf eines Tumblers mit Wärmepumpe einen Beitrag von 200 Franken.


Diese Vollwaschmittel und Buntwaschmittel werden von den Herstellern ausdrücklich bereits für eine Temperatur ab 20 Grad empfohlen:
  • Ariel Klassik (Coop und Detailhandel)
  • Ariel Color & Style (Coop und Detailhandel)
  • Extraclassic (Coop)
  • Extracolor (Coop)
  • Extracolor Sensitive (Coop)
  • Persil Universal (Coop und Detailhandel)
  • Persil Color (Coop und Detailhandel)
  • Persil Sensitiv (Coop und Detailhandel)
  • Total Cool Active (Migros)
  • Total Cool Active Color & Form (Migros)


Text: EnergieSchweiz und hausinfo
Bild: EnergieSchweiz 
EnergieSchweiz

Datum: 22.05.2012
Letzte Aktualisierung: 13.07.2011
URL: http://www.hausinfo.ch/home/de/gebaeude/energie/spartipps/waschmaschine/waschen.html