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Auf die Energiequelle kommt es an

Bei Neubauten ist die Wärmepumpe das meist gewählte Heizsystem. Doch obwohl die Aussenluft häufiger als Energiequelle genutzt wird als das Erdreich, ermöglicht letzteres einen effizienteren Betrieb.

(knü) Die Absatzzahlen sprechen eine deutliche Sprache. Die Wärmepumpen sind das mit Abstand beliebteste Heizsystem. Ihr Marktanteil beträgt bei neu erstellten Wohnbauten knapp 60 Prozent. Und drei von vier Einfamilienhäusern werden mit einer Wärmepumpe bestückt. Im Sanierungsfall kommt das emissionsarme Heizsystem jedoch weniger häufig zum Zug, zeigt die Branchenstatistik von Wüest + Partner: Im letzten Jahr haben Wärmepumpen, welche nach einem Umbau installiert werden, erst einen Anteil von knapp 50 Prozent erreicht. 


Tiefe Vorlauftemperaturen
Der Grund für dieses Gefälle zwischen Neu- und Umbau ist der: Bestehende Heizung lassen sich nicht ohne weiteres durch eine Wärmepumpe ersetzen. Zwar entfällt der Treibstofftank, aber das Gebäude sollte gut gedämmt sein, damit sich Wärmepumpen eignen. Unabhängig ihrer Energiequellen Boden, Aussenluft oder Grundwasser decken sie Heizwassertemperaturen zwischen 30 °C und maximal 55 °C am besten ab. Die niedrigen Vorlauftemperaturen im Heizungskreislauf werden dabei durch grosse Abgabeflächen – ideal sind Fussbodenheizungen und wandhohe Heizkörper – kompensiert. Um den Stromverbrauch der Wärmepumpe gering zu halten und die Effizienz der Wärmeerzeugung zu erhöhen, ist Folgendes ratsam: Ein Absenken der Heiztemperatur um 5 °C erhöht die Jahresarbeitszahl einer Wärmepumpe um rund 10 Prozent.


Luft-Wasser-Wärmepumpen werden häufiger abgesetzt als Heizaggregate, für welche Erdsonden abgeteuft werden.Aussenluft als häufigster Fall
Die aktuelle Statistik zeigt ein weiteres Gefälle: Luft-Wasser-Wärmepumpen werden häufiger abgesetzt als Heizaggregate, für welche Erdsonden abgeteuft werden. Das Verhältnis am Markt liegt bei rund 60 Prozent zu 40 Prozent. Verantwortlich sind dafür unter anderem die niedrigeren Kosten für eine Luft-Wasser-Wärmepumpe. Das Bohren und Verlegen der Erdsonden bis ins maximal 150 Meter tiefe Erdreich verdoppelt den Preis für das klimafreundliche Heizaggregat oftmals. Häufig darf an vielen Standorten allerdings nicht gebohrt werden, weil die strengen Auflagen für den Grundwasserschutz zu beachten sind. Aus demselben Grund werden deshalb auch Grundwasser-Wärmepumpen, trotz den besten Wirkungsgraden, nur selten bewilligt.



Je nach Energiequelle variieren die Jahresarbeitszahlen: So besitzen Erdwärmepumpen grundsätzlich einen hohen Wirkungsgrad, weil sie ihre Energie aus dem konstant rund 12 ºC warmen Erdreich – in 100 bis 150 Metern Tiefe – beziehen. Bei Luftwärmepumpen kann es im Winter dagegen passieren, dass der Stromverbrauch erheblich steigt, da die Aussenluft bei Temperaturen unter dem Gefrierpunkt als Wärmequelle nur schlecht funktioniert. Deshalb sind sie für schlecht gedämmte, grosse Wohnobjekte – vor allem auch in höheren Lagen (Ferienhäuser) – als ökologische Heizungsvariante kaum zu empfehlen.


In Wohnbauten mit überdurchschnittlich energieeffizientem Baustandard respektive Passivhäusern haben sich kleine Luftwärmepumpen trotzdem durchgesetzt: Der Heizwärmebedarf ist in diesem Fall äusserst gering, und ein Zimmerholzofen kann den Wohnraum nach Bedarf ergänzend dazu beheizen. 


Kombinierbare Lösungen

Einen weiteren Vorteil besitzt die Erdsonde auch an heissen Tagen. So lässt sich das Erdreich als Kühlmilieu nutzen und die Wärmepumpen im Sommer zu Kühlzwecken nutzen. Ohne den Kompressor in Betrieb zu nehmen, zirkuliert das Wasser zwischen Bodenheizung und Erdreich und kühlt so den Wohnraum ab. Die Lage der Erdsonden ist jedoch im Voraus darauf anzupassen: Tiefe Erdschichten sind wärmer und eignen sich daher besser für die Heizungsfunktion. Demgegenüber kommen bodennähere Schichten dem Kühlbetrieb entgegen.


Lärmpegel bei Aussengeräten
Bei Luftwärmepumpen spielt sich alles über dem Boden ab, weshalb der Geräuschpegel der Aussengeräte zu beachten ist. In jedem Fall sind die gesetzlichen Lärmschutzvorschriften einzuhalten, ansonsten wird das «zu laute» Gerät unmittelbare Nachbarschaftsklagen provozieren. Eine solche Schallbelästigung wäre der Popularität der Wärmepumpe jedoch, ob mit oder ohne Erdsonden, schnell abträglich.
Informationen zum Qualitätssiegel und Lieferanten: www.fws.ch
Geräteberichte aus dem Testzentrum: www.wpz.ch


Eignung der verschiedenen Anlagetypen
EnergiequelleVorteileNachteile
Erdreich
  • konstante Temperaturen
  • für Kühlen geeignet
  • teures Bohren 100 Meter bis 150 Meter
  • in Grundwasserschutzzonen verboten
Aussenluft
  • unbeschränkt verfügbar
  • geringer Wirkungsgrad bei kalten Lufttemperaturen
  • Schallpegel der Aussengeräte
Grundwasser
  • konstante Temperaturen
  • wenige Meter unter der Oberfläche
  • hoher Wirkungsgrad
  • strenge Auflagen der Behörden
  • Gefahr der Verschmutzung


Wirkungsgrade von Wärmepumpen
Anlagen Jahresarbeitszahl
Grenzwert QualitätssiegelTeststudie WPZ  Minergie-Standardwerte (Heizung) 
Luftwärmepumpen32,62,3
Erdwärmepumpen43,43,1
Grundwasserwärmepumpen4,53,43,2



Text: hausinfo
Bild: Fördergemeinschaft Wärmepumpen Schweiz FWS


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Letzte Aktualisierung: 13.12.2011