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Verkabelung in Gebäuden

Braucht das Kinderzimmer einen Internetzugang? Soll der leere Kühlschrank die Einkaufsliste selbst erstellen? Die integrierte Technologie macht fast alles möglich. Vorausgesetzt, man verfügt über eine intelligente Verkabelung.
 
Zentrale Verkabelung mit Strom-, Netzwerk- und Telefonanschluss.(mb) Flexibilität, Mobilität und Individualität stellen hohe Ansprüche an unsere Wohn- und Arbeitsformen. Immer mehr Menschen arbeiten heute zumindest teilweise zu Hause. Die Wohnung muss je nach Bedürfnissen kurzfristig umgenutzt werden können. Individuelle Schlafzimmer gehören heute für manche Paare zum Standard. Kinder nehmen Abschied von der Puppenstube und lernen bereits früh den Umgang mit modernen Kommunikationsmitteln. Diese Entwicklung verlangt eine entsprechende Infrastruktur. Die Basis dafür legt, wer beim Hausbau eine Multimedia-Verkabelung installiert. Zog man früher einzelne Telefonanschlüsse in den Korridor oder ins Wohnzimmer, so werden die Kabel heute sternförmig in die einzelnen Zimmer verlegt. Somit ist jeder Raum mit einer Multimediasteckdose versorgt, die den Anschluss an Internet, Telefon, TV und Radio garantiert. Diese Verkabelung ist den sich rasant entwickelnden Trends der modernen Kommunikation gewachsen. Und sie bietet viel Flexibilität: Das Schlafzimmer kann problemlos zum Arbeitszimmer  umfunktioniert werden.
  
Die Standard-Verkabelung
Die Installation sollte sich nach den Bedürfnissen der Bewohnerinnen und Bewohner richten. Nicht alle Menschen haben die gleichen Ansprüche an die Technik. Klar ist aber, dass im Zeitalter der Kommunikation immer mehr Daten immer schneller übermittelt werden. Der Eigentümer kommt deshalb nicht darum herum, seine Liegenschaft mit einer entsprechenden Grundinfrastruktur auszustatten.
  • Im Haus wird ein zentraler Verteilerkasten montiert (ca. 70 x 35 cm).
  • Von diesem Verteiler aus werden sternförmig Kabel (KNX-Kommunikationsstandard) in alle Zimmer gezogen.
  • In jedem Zimmer befindet sich eine Multimediasteckdose mit Zugang zu Internet, Telefon, TV und Radio.
  • Die Kabel haben eine Kapazität für die Datenübertragung von rund 100 Mbit/s.
Die Bewohnerinnen und Bewohner installieren danach weitere Anschlüsse wie ADSL oder ISDN. Sie entscheiden – je nach Situation und Bedürfnissen – über ihren Bedarf an Geräten mit Hard- und Software. Wer heute den Sinn und Zweck dieser Standard-Installation nicht sieht oder den Bedarf nicht hat, tut gut daran, an die kommende Generation zu denken. Beim Neubau sollten deshalb zumindest Leerrohre zu den einzelnen Räumen gezogen werden, damit die Multimedia-Verkabelung zu einem späteren Zeitpunkt möglich ist und nicht ins grosse Geld geht.
 
Kosten der Installation 
  • Im Rahmen eines Neubaus rechnet man für die Standard-Installation durchschnittlich mit einem Nettopreis von Fr. 3500.- bei 6 Anschlüssen.
  • Bei einer nachträglichen Aufrüstung der elektronischen Installationen bezahlt man einen Nettopreis von rund Fr. 6500.- bei 6 Anschlüssen.
  • Bei alten Liegenschaften ist eine vorgängige Analyse nötig. Es empfiehlt sich deshalb, die Verkabelung im Rahmen einer Totalsanierung vorzunehmen.
Alternativen 
Auch wer keine moderne Standard-Verkabelung zur Verfügung hat, kann auf der Datenautobahn mitfahren. Funksysteme wie zum Beispiel W-Lan machen es möglich. Die schnurlosen Anschlüsse sind zwar populär, weisen aber auch Nachteile auf: Die elektromagnetischen Strahlen können gesundheitsschädigend sein. Ausserdem besteht trotz zunehmender Abhörsicherheit die Gefahr, dass sensible Daten missbraucht werden.
 
Futuristische Projekte 
Die Standard-Installation kann beliebig ausgebaut werden. Seit einigen Jahren gibt es Projekte, die im Bereich der integrierten Technologie als zukunftsweisende Prototypen gelten. Im Futurelife-Haus in Hünenberg beispielsweise lassen sich Lichter, Storen, Musikanlagen, Türen, Fenster und gar Backofen oder Geschirrspüler via Internet oder Handy fernsteuern. Und der leere Kühlschrank erstellt die Einkaufsliste in eigener Regie. Vorausgesetzt allerdings, die Geräte verfügen über eine entsprechende Hardware. Über Sinn und Unsinn solcher Installationen gehen die Meinungen auseinander. Reden die einen vom «intelligenten Haus», so sind die andern davon überzeugt, dass diese Formen der Technik den Menschen von sämtlicher Verantwortung entbinden.
 
  
Text und Bild: hausinfo

Letzte Aktualisierung: 07.11.2011