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Auf Lothars Spuren: Walderlebnispfad Meniggrund

Nach dem Lotharsturm wurde aus dem Waldgebiet Meniggrund-Flühschwand im Diemtigtal ein Waldreservat. Auf dem Walderlebnispfad Meniggrund erfahren die Besucherinnen und Besucher, wie sich Wald nach einem Sturm erholt.

Beginn des Walderlebnispfads Meniggrund(mei) Trotz mitgebrachtem Flyer ist er nicht einfach zu finden, der Walderlebnispfad im Berner Oberländischen Diemtigtal – so wird schon die Anreise zum Erlebnis. Bei Zwischenflüh rechts abbiegen, so viel ist immerhin klar. Zunächst folgen wir der gebührenpflichtigen Strasse hinauf gegen den Seebergsee. Müssen auch wir bezahlen? Der Flyer schweigt. Wir müssen nicht, bis Meniggrund erfolgt die Strassenbenutzung kostenlos, erfahren wir auf Nachfrage. Beim Parkplatz in Meniggrund angekommen, ist weit und breit kein Themenweg zu finden. Erneute Abklärungen ergeben, dass sich weiter hinten im Tal, nach Meniggrund, ein weiterer Parkplatz befindet. Vorher aber müssen wir die Strasse nach Seebergsee verlassen und nehmen stattdessen die rechte, die schliesslich tatsächlich zu einem Parkplatz führt. Und nicht nur das, an dessen Ende entdecken wir bereits die Tafel zum Walderlebnispfad. Es kann losgehen! 


Die seltene Lungenflechte ist nur an Orten mit guter Luft anzutreffen.Eindrückliche Wegführung
Bei schönstem Frühsommerwetter geht es stetig hinauf, und bald lernen wir auf der ersten Tafel des zwei Kilometer langen und 170 Höhenmeter ansteigenden Wegs, «Wald als Kulturlandschaft», mehr über die Vielfalt an Pflanzen und Tieren, die wir auf einer Waldweide antreffen. Wie etwa die seltene Lungenflechte auf dem Bergahorn vor uns, die nur an Orten mit guter Luft anzutreffen ist. 


Der Weg führt unter und über den Zeugen des Lotharsturms durch.Bald nach der ersten Tafel verlässt der Themenweg den Wanderweg. Spätestens jetzt wird klar, weshalb er nicht mit einem Kinderwagen befahren werden kann: Das Holz, das in der Folge des Lotharsturms fiel, wurde nicht nur nicht weggeräumt, sondern bewusst in die Wegführung miteinbezogen. So beugen wir uns mal unter einem Stamm durch, dann wieder kraxeln und balancieren wir drüber. Mit der wärmenden Sonne ist das im gelichteten Wald eine Schweiss treibende Angelegenheit, bei der lange Beine von Vorteil wären. Der Flyer meint dazu: «Auf dem Weg steigen Sie hin und wieder über Wurzelstöcke und Steine oder beugen sich unter quer zum Weg liegenden Holzstämmen.» 


Von einem Aussichtspunkt aus zeigt sich das Ausmass der Zerstörung durch den Orkan Lothar besonders deutlich.Unterwegs folgen sieben weitere Tafeln, die einem den Wald u.a. als Baustofflieferanten, als Lebensraum, als Opfer eines Sturms oder als Schutz vor Naturgefahren näher bringen. Von einem Aussichtspunkt aus, mit Blick ins Tal wie auch auf die umliegenden Hänge, zeigt sich das Ausmass der Zerstörung durch den Orkan Lothar besonders deutlich. Auch interaktive Elemente sind vorhanden, doch ist deren Zweck nicht immer ganz klar. Und gerade als wir uns nach einer weiteren Kletterei nach einem ganz normalen Bergweg zurücksehnen, haben wir es geschafft und erreichen die letzte Tafel. Von hier aus geht es auf einem einfacheren Weg oder auf dem Strässchen zurück zum weiter unten im Tal gelegenen Ausgangspunkt.


Praktische Informationen und Reisetipps
Walderlebnispfad MeniggrundAnreise:
Der Ausgangspunkt ist mit dem öffentlichen Verkehr nur schwer zu erreichen: Bei Zwischenflüh aussteigen und die Strecke bis zum Beginn des Themenwegs hoch wandern oder per Autostopp zurücklegen. Am besten reist man mit dem Auto an. Die Strasse ist nicht gebührenpflichtig, falls es nur bis zum Parkplatz geht.

Zeitplanung: Die reine Wanderzeit für den Walderlebnispfad beträgt ca. 1¼ Stunden.

Themenweg: Die Tafeln sind leicht verständlich und doch informativ, so dass sich der Weg gut für Kinder und Schulklassen eignet.

Spassfaktor:
Der Weg ist zwar recht anspruchsvoll, aber kurz und kurzweilig genug, um Spass zu machen.

Feuerstellen: Wer bräteln möchte, findet entlang des Themenwegs zwei offizielle Feuerstellen.

Anschlusstour: Vom höchsten Punkt des Wegs, an dem er auch auf die Strasse trifft, lässt sich in ca. einer Stunde zum idyllischen Seebergsee hinauf und in ca. ¾ Stunden wieder zurück wandern.



Text und Bilder: hausinfo