House Sitting ist Vertrauenssache
Wer in die Ferien fährt und weder Nachbarn noch Familienangehörige bitten kann oder will, sich ums Heim zu kümmern, für den ist House Sitting eine mögliche Alternative. Bei der Wahl des «Haushüters» sollte man Vorsicht walten lassen.
(pg) Sobald die Ferien gebucht sind oder die nächste Geschäftsreise ansteht, stellen sich die gleichen Fragen: Wer giesst die Pflanzen, mäht den Rasen, leert den Briefkasten, füttert Katze, Kaninchen, Wellensittich oder Goldfisch? Oft liegt die Lösung nahe. Man pflegt ein gutes Verhältnis zu den Nachbarn und hilft sich gegenseitig aus, oder Verwandte leben in der Nähe und schauen während ein paar Wochen zum Rechten. Oftmals lebt die Familie aber auch weit weg und viele Hausbesitzer oder Mieter wollen keine Nachbarn, die den «heiligen Gral» betreten. Wer vor diesem Problem steht, engagiert heutzutage immer öfter jemanden, der das Haus quasi beruflich hütet - einen House oder Home Sitter.Wachsendes Angebot
Die Service-Dienstleistung des Haushütens hat ihren Ursprung in den Vereinigten Staaten und in England, wo sie sich bereits in den 1970er Jahren etabliert hat. Später wurde das House Sitting auch im deutschsprachigen Raum immer beliebter. Agenturen bieten ihre Dienstleistungen an, mit dem Internet und der entsprechend einfachen Präsentation hat aber auch das Angebot von privater Seite stetig zugenommen.
Verschiedene VariantenEs gibt verschiedene Varianten des House oder Home Sitting. Eine Möglichkeit besteht darin, dass ein Mitarbeiter eines Unternehmens oder ein privater House Sitter während der Abwesenheit der Bewohner in der Immobilie lebt. Er oder sie übernimmt also praktisch die Pflichten des Hausherrn und genau definierte Aufgaben im Heim des Kunden. Dies beinhaltet in der Regel die Pflege des Hauses und des Gartens oder den Unterhalt eines allfällig vorhandenen Pools ebenso wie die Kontrolle der Haustechnik, die Fütterung und Pflege der Haustiere, das Leeren des Briefkastens und das Auffüllen des Kühlschranks vor der Rückkehr der Hausbesitzer. Eine andere Variante ist es, jemanden zu engagieren, der zwar das Haus hütet und die gleichen Aufgaben wahrnimmt, die Immobilie aber selber nicht bewohnt, sondern nur täglich einzelne Stunden vor Ort ist. Je nach Aufgaben und Dauer des Haushütens berechnet sich auch der Preis für das Dienstleistungsangebot.
Schutz vor Einbrüchen
Neben den verschiedenen haushaltstechnischen Aspekten kommt dem House Sitting aber vor allem auch eine grosse Bedeutung bei der Einbruchprävention zu. Gerade in der Ferienzeit sind unbewohnte Häuser häufig das Ziel von Einbrechern. Überquellende Briefkästen, vertrocknete Geranien oder den ganzen Tag geschlossene Fensterläden sind für Diebe ein untrügliches Zeichen, dass die Hausbewohner nicht anwesend sind und hier entsprechend leichte Beute zu machen ist. Fachleute sind sich einig, dass die Anwesenheit von Menschen ein wichtiger Teil der Einbruchprävention ist. Einbrechern ist es egal, ob es sich dabei um die Hausbesitzer oder eben um einen House Sitter handelt – in der Regel meiden sie anwesende Personen genauso wie das Licht.
Referenzen einholen
Die Vorteile des House Sitting liegen also auf der Hand. Wer aber schon Nachbarn während einer Ferienabwesenheit nicht gerne ins Haus lässt, hat vielleicht bei wildfremden Menschen noch grössere Bedenken. Deshalb ist es wichtig, sich über den House Sitter genau zu informieren und auch Vertrauen in sie oder ihn zu entwickeln. Ein vorgängiges Treffen, bei dem man einen persönlichen Eindruck gewinnen und alle Details regeln kann, ist also unabdingbar. Wird jemand als Home Sitter in Betracht gezogen, können Referenzen eingeholt und so allenfalls bestehende letzte Zweifel beseitigt werden. Glücklich kann sich schätzen, wer eine Empfehlung aus dem Bekannten- oder Freundeskreis erhält.
Aufgabengebiet genau definieren
Hat man sich schliesslich für einen Anbieter entschieden, ist es sehr wichtig, das Aufgabengebiet sowie die Entlöhnung schriftlich festzuhalten und darauf zu achten, dass der House Sitter über eine private oder betriebliche Haftpflichtversicherung verfügt, die mögliche Schäden abdeckt. So lassen sich bereits im Vorfeld allfällige spätere Streitigkeiten auf ein Minimum reduzieren.
Text: hausinfo
Bilder: ImagePoint (Bildagentur Waldhäusl, Jäger)
Letzte Aktualisierung:
03.08.2011

