Gemütlichkeit ist in: Stühle, Sessel und Sofas mit hohem Sitzkomfort geben dieses Jahr den Ton an.
(mei) Mehr als 2'500 Aussteller zeigten an der Mailänder Möbelmesse 2009 auf rund 200'000 m² ihre Produkte – oftmals Erweiterungen oder leichte Variationen bestehender Kollektionen, wie das Beispiel des Sofas «Turner» von Molteni & C, das vom kürzlich verstorbenen Designer Hannes Wettstein entworfen war, exemplarisch aufzeigt: Hier wurden dieses Jahr die bisherigen Module um ein Eck- und Inselelement ergänzt.

Zu den wirklichen Neuheiten zählten 2009 das Sofa «Allumette», mit dem das Berner Unternehmen Röthlisberger Kollektion seine preisgekrönte Linie fortsetzt. Das Sofa aus dem unlackierten, harten Holz des Arura-Vermelho-Baumes wurde – wie schon der dazu gehörende Tisch und Stuhl – von Atelier Oï entworfen und zeichnet sich durch hohe handwerkliche Qualität aus.

Ein Sofa zum Relaxen hat auch
Patricia Urquiola entworfen. Für Molteni & C kreierte die spanische Designerin das Polstermöbelsystem «Night & Day», das seinem Namen entsprechend als Sofa, Chaiselongue oder Einzelbett zusammengestellt werden kann. Möglich macht's der modulare Aufbau des Systems, ohne den im Designbereich längst nichts mehr geht.

Frei zusammenstellbar ist selbstverständlich auch Alfredo Häberlis Sofa «Seracs», das von Fredericia produziert wird. «Seracs» besteht aus fünf Modulen, die unterschiedlich kombiniert werden können, und kann deshalb für lange und schmale ebenso wie für quadratische Räume optimiert werden. Wie bequem sein Sofa ist, zeigt der argentinische Designer, der schon lange in der Schweiz lebt und arbeitet, gleich selbst.
Komfort im Garten 
Die organische Struktur des Universalstuhls «Vegetal» von Vitra, der von den Designern Ronan und Erwan Bouroullec in einem vierjährigen Entwicklungsprozess ausgestattet wurde, ist Gärten des 20. Jahrhunderts nachempfunden. Mit ihr soll die Idee eines Stuhls zum Ausdruck gebracht werden, der natürlich gewachsen ist. Das Besondere an «Vegetal»: Der sehr bequeme Stuhl aus faserverstärktem Polyamid kann sowohl im Wohnbereich wie auch draussen auf der Terrasse eingesetzt werden.

Philipp Kuntze vom Berner Einrichtungshaus Intraform sieht in der Verschmelzung des Innen- und Aussenbereichs einen eigentlichen Trend: «Heute achten die Käufer vermehrt auf Komfort und wollen selbst im Garten bequem sitzen». Dies beweist insbesondere die neue Outdoor-Kollektion «Intrecci», die der Architekt Carlo Colomba für Emu mit dem für das Unternehmen typischen Metallgeflecht konzipierte. Die grossen, runden Sitzkissen weisen im Innern eine Metallriemenstruktur auf, die Formfestigkeit sowie eine längere
Lebensdauer im Freien gewährleisten soll.

Dem Trend zu auffälligen Strukturen folgt auch das mit Sitzkissen bezogene Aussen-/Innensofa «Hoop», das Arik Levy für Living Divani entworfen hat. Das Sofa weist eine farbige Struktur aus Metallrohr mit einem geometrischen Motiv auf, dessen breite Maschen sich spielerisch verbinden und überschneiden. Die Kollektion «Hoop» wird
mit einem Sessel ergänzt.
Am Esstisch sitzen bleiben 
Die neue Gemütlichkeit erobert nicht nur den Garten, sondern auch den Essbereich. «Wir beobachten, dass die Loungezone mit dem Sofa vermehrt ganz privat genutzt wird und die Gastgeber mit ihren Gästen nach dem Essen einfach am Tisch sitzen bleiben», meint Kuntze. Diese veränderte Nutzung erfordert einen hohen Sitzkomfort am Esstisch, wie ihn beispielsweise die neue Stuhlfamilie «Eva» von Zanotta bietet. «Eva» ist für den privaten Wohnbereich sowie für die Officewelt einsetzbar.

Besonders komfortabel sind die Stühle der neuen Familie «CH04 Houdini» von E15. Der Münchner Designer Stefan Diez benutzte für die Konstruktion eine aus dem Flugzeugmodellbau entlehnte Technik, bei der dünne Schichtholzplatten manuell um einen Massivholzring gebogen und ohne Nägel oder Schrauben in Form gehalten werden. Erhältlich sind die Stühle der Serie «CH04 Houdini» gepolstert, in furniertem Schichtholz sowie in Sonderfarben.
Text: hausinfo
Bilder: zvg
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