Hausinfo

Sebtest

Berner Design Award BEDA '09
Drei Jungdesigner schwangen beim BEDA '09 obenauf. Auch die übrigen nominierten Exponate können sich sehen lassen. Wir stellen eine Auswahl vor.

Den ersten Rang belegte Markus Bangerter mit seinem Projekt «3014».
(mei) Vom Prototypen bis zum Möbel in Serienproduktion reichte die Palette der 18 Objekte, die für den 7. Berner Design Award BEDA nominiert waren. Als ebenso heterogen erwies sich der Verwendungszweck dieser Exponate, der von einer Personenwaage und einer Urne über Industriekeramik für den Sanitärbereich bis zu einem neuen Verfahren zur Verarbeitung von Gurtenband reichte. Bei den Preisen jedoch zeigte sich ein einheitliches Bild: Das Rennen machten drei Jungdesigner, deren Projekte ihr Potenzial erst noch einlösen müssen. Zu sehen waren die 18 Nominierungen an der Messe Wohn-Raum, an der auch die Preisverleihung stattfand.

«Lumière éternelle» von Nicole AmbergNicole Amberg: «Lumière éternelle»
Die Absolventin des Studiengangs Industrial Design wollte für ihre Diplomarbeit ein Thema auswählen, das keinen offensichtlichen Bezug zu Design aufweist. Entstanden ist eine Urne, deren Inneres mit Naturseide ausgekleidet ist und ein Erinnerungsstück enthält, das aus dem gleichen Material wie die Urne geschaffen ist. Obwohl sich mehrere Bestattungsinstitute für «Lumière éternelle» interessieren, hat Amberg noch keinen Hersteller gefunden. «Ich arbeite 100 %, so dass mir neben dem Geld auch die Zeit für die Suche nach einem Produzenten fehlt», sagt sie. Die Urne kann aus Holz gefräst oder mit Hilfe einer Gipsform aus Keramik gegossen werden.

«3014» von Markus BangerterMarkus Bangerter: «3014»
Die Geschichte des Sessels «3014» beginnt in Istanbul, wo Markus Bangerter nach Gurtenband für einen Hosengurt suchte und welches fand, das stark und konzentrisch auf Rollen aufgezogen war. Die Eigenstabilität der einzelnen bis zu 70 cm grossen Rollen inspirierte ihn dermassen, dass er nach entsprechenden Anwendungsmöglichkeiten für dieses Material suchte. «Ähnlich wie bei einem gerollten Zentimeterband, das man fürs Nähen braucht, lassen sich auch bei Gurtenband die aufgerollten Flächen verformen», sagt Bangerter. Von der Firma Kyburz und Co. erhielt Bangerter Auslaufmaterial, mit dem er experimentierte, bis er herausfand, wie er das thermoplastische Gurtenband mittels eines Leiters durch Strom verfestigen konnte: Bei der Stromzufuhr kondensiert der Leiter und erhitzt sich, so dass das thermoplastische Material sich verflüssigt und die einzelnen Lagen miteinander verbindet. Wird die Stromzufuhr unterbrochen, kühlt sich das Material ab und verfestigt sich. Für den BEDA hat Bangerter dieses Verfahren anhand des Sesselmodells «3014» als mögliches Anwendungsgebiet demonstriert. Den Namen erhielt seine Innovation übrigens erst bei der Anmeldung für den BEDA: «Ich schrieb meine Adresse nieder und benannte meine Eingabe nach meiner Postleitzahl», sagt Bangerter. Die Teilnahme hat sich für ihn gelohnt: «3014» ging als Sieger aus dem Wettbewerb hervor. Der Industrial-Design-Student will in seiner Diplomarbeit an der Zürcher Hochschule der Künste nun die Anwendungsgebiete für das von ihm entwickelte Verfahren weiter bestimmen.

«LEICHT» von Céline BlochCéline D. Bloch: «LEICHT»

Eine Personenwaage, die einem statt unerbittliche Zahlen die Lieblingsfarbe zeigt: «LEICHT» von Céline Bloch machts möglich. In unterschiedlichen, beleuchteten Farbtönen der gewählten Lieblingsfarbe zeigt die Waage an, ob man im Bereich des Idealgewichts liegt oder zu viel bzw. zu wenig wiegt. Die Waage ist das Ergebnis einer Arbeit für den Studiengang Industrial Design, den Céline Bloch absolviert, und entstand in ca. 16 Arbeitstagen. Für die Suche nach einem Produzenten hatte Bloch bislang keine Zeit, möchte dies jedoch im neuen Jahr nachholen.

«BIGLA myBox» von Andreas BürkiAndreas Bürki: «BIGLA myBox»
Eine Absage an das veraltete Büro mit Hängeregistern für Formulare in schwerfälligen Korpussen bildet «BIGLA myBox» von Andreas Bürki, eine Auftragsarbeit für den Büromöbelhersteller Bigla, die am letzten Designers' Saturday erstmals zu sehen war und in Serienproduktion hergestellt wird. Sie ist individuell und in verschiedenen Höhen zusammenstellbar, kann einfach umhergerollt werden und ist verschliessbar. Und sie kann unterschiedlich genutzt werden: «An den heutigen Arbeitsplätzen lässt sich immer mehr zwischen Sitzen und Stehen abwechseln. Auch mein Möbel soll diese Flexibilität ermöglichen», sagt Bürki. So lässt sich ein Laptop ganz einfach oben auf «BIGLA myBox» stellen – und fertig ist der Stehplatz.

«Ente3» von Samuel Paul Gäumann, Mira Gysi, Sabrina Maresca, Susanne Sigel, Colette Myriam Ulrich, Cornelia Wurster, Rahel ZauggSamuel Paul Gäumann, Mira Gysi, Sabrina Maresca, Susanne Sigel, Colette Myriam Ulrich, Cornelia Wurster, Rahel Zaugg: «Ente³»
Neue Muster für den Sanitärbereich: Wie das Bad auch aussehen könnte, zeigen sieben Studierende der Keramikdesign-Fachklasse an der Schule für Gestaltung Bern und Biel. Unter dem Titel «Ente³» stellen sie Industriekeramik fürs Bad vor, die sie mit 
                                                                      Siebdruck dekoriert und sandgestrahlt
                                                                      haben.

«Toaster» von Othmar MühlebachOthmar Mühlebach: «Toaster»
Einen Toaster, der nicht nur funktional ist, sondern auch ästhetisch überzeugen soll, präsentiert der Industrial Designer Othmar Mühlebach: Sein «Toaster» führt die Brotscheiben an einem Heizelement vorbei und lässt sie dann nach unten auf den Boden des Toasters fallen. Mühlebach gewann mit diesem Konzept den zweiten Preis: «Das neue Konzept gefällt, und die Funktionsweise 
                                                                      überrascht», begründet die Jury ihren 
                                                                      Entscheid.

«scale» von Tobias NüeschTobias Nüesch: «scale»

Das alte Prinzip des Scherengitters zunutze gemacht hat sich Tobias Nüesch mit seiner Leuchte «scale», bei der die LED-Lampen an einem Scherengitter angebracht sind, das auch für die Stromzufuhr sorgt. Entstanden ist das Objekt aus einer praktischen Überlegung. «Tischleuchten sind vor einem angebracht und verdecken deshalb teilweise die Sicht, wenn sie nicht gebraucht werden. Meine Leuchte lässt sich dank des Scherengitters einfach wegklappen», sagt Nüesch. Der Industrial-Design-Student will seinen Prototypen nun verbessern und sich anschliessend einen Produzenten suchen. Bereits an das Potenzial der Leuchte glaubt die Jury, die sie mit dem dritten Preis ausgezeichnet hat.


Text: hausinfo
Bilder: hausinfo und zvg
Datum: 09.09.2010
Letzte Aktualisierung: 06.01.2010
URL: http://www.hausinfo.ch/home/de/wohnen/inneneinrichtung/designer-haeppchen/berner-design-award-beda.html