Inneneinrichtung: Tische
(mei) Tische fristeten bislang unter den Designmöbeln und in der Aufmerksamkeit ihrer Benutzer ein eher stiefmütterliches Dasein – was nicht weiter erstaunt, schliesslich kann nicht jeder Tisch ein Kultobjekt sein, das unter dem schlichten Namen seines Designers die Welt erobert, wie dies der «Tisch Saarinen» tut. Dennoch ist Konkurrenz für das berühmte Objekt des Architekten und Designers Eero Saarinen in Sicht. Frei nach Gertrude Stein ist es heute vorbei mit der Einfachheit des Seins: Ein Tisch ist nicht mehr nur ein Tisch, sondern Arbeits- als auch Esstisch, drinnen als auch draussen einsetzbar und hoch und tief oder gross und klein zugleich. Mag auch keine der Neuheiten ganz an das grosse Vorbild aus Finnland herankommen, so wird doch klar, dass ihm einige zumindest in Sachen Vielseitigkeit den Rang abgelaufen haben. Andere Tische wiederum messen sich mit der Schönheit ihrer Linienführung am grossen Vorbild aus dem Norden. Und wieder andere tun weder das eine noch das andere, sind aber so schräg, dass wir sie hier dennoch erwähnen wollen.
Die Qual der Wahl

Simply beautiful

Seltsame Blüten Und dann gibt es noch diejenigen Möbel, vor denen Besucherinnen nur noch sprachlos staunen und mit NZZaS-Redaktor Jeroen van Rooijen fragen: «Wie sehen Sie denn aus?» Offensichtlichster Kandidat für diese Kategorie ist der Tisch «Fleur de Novembre», dessen Fuss Fabio der Designer Novembre für Kartell mit einem solchen Kaleidoskop an Farben entwickelte, dass er mit keiner Einrichtung harmonieren kann – ob er deshalb auch in dezenteren Tönen erhältlich ist? Weniger unpassend als unfertig ist dagegen Tord Boontjes «Flower Table», dessen Platte einen halben Wald enthält und dementsprechend uneben bleibt. In weiser Voraussicht hat Moroso diesen Albtraum aller Gastgeber bloss als Prototypen fabriziert.
Text: hausinfo
Bilder: zvg
Letzte Aktualisierung:
26.11.2009
