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Kolumne «Glücklich wohnen»: Ein Teppich für alle Fälle

Twister der Designerin Nani Marquina


































Das Thema Teppich interessiert gewöhnlich nicht vor dem Winter. Erst wenn es draussen ungemütlich kalt wird, ist man froh, drinnen etwas Flauschiges zum Ausbreiten zu haben. Zum Beispiel ein aus dem Süden stammender Teppich namens Twister der Designerin Nani Marquina. Nicht, dass dieser Teppich besonders avantgardistisch oder auffällig wäre. Er besticht vielmehr in der Art eines Rothko Gemäldes: Durch seine bescheidene Intensität.

Schlicht und sinnlich
Die Schöpferin dieses Teppichs, Nani Marquina, ist eine etablierte Künstlerin. 1974 hat die vitale Spanierin in Barcelona ihren ersten Shop gegründet. Seit fast einem Vierteljahrhundert präsentiert sie in ihrer Heimatstadt Barcelona nun schon ihre Teppichentwürfe für den internationalen Markt, sprich für 45 Länder und für fünf Kontinente. Ihre gleichnamige Firma «Nanimarquina» arbeitet mit jungen Designern wie Ana Mir, Emili Padros oder Mariana Eidler. Das Label wurde bereits mit dem «Delta Awards for Industrial Design» oder dem «Content Award» der Möbelmesse von Valencia ausgezeichnet. 


Twister birgt Möglichkeiten, die andere Teppiche nicht bieten.Das Modell Twister gehört zweifellos zu den schlichteren, um nicht zu sagen langweiligeren dieser spanischen Kollektion. Einfarbig und in Baumwolle gehalten ist er auf den ersten Blick nichts Aussergewöhnliches. Twister birgt jedoch Möglichkeiten, die andere Teppiche nicht bieten.
Die Farben, in denen dieser Teppich nämlich erhältlich ist, sind organisch dezente Schönheiten. Da gibt es nichts Schrilles, Abschreckendes. Nichts, welches das Interieur gewaltsam dominiert. Einfach nur ebenso milde wie tiefe und fein dosierte Farbe. Im Gegensatz zu anderen Modellen von Nani Marquina, bleibt Twister in jeder Hinsicht auf dem Boden. Der rechteckige Schnitt ist schlicht, die Farbe eindeutig.

In seinen dezenten Farben passt jeder Twister zum anderen.Einzeln oder in Schichten

Eine weitere Besonderheit des Twister ist diese: Im Gegensatz zu der inzwischen glücklicherweise fast ausgerotteten Unart, Perserteppiche wie Crêpes übereinander zu legen, arbeitet das Twister-Prinzip gewollt mit dieser Schichttechnik. Wer rasch kalte Füsse bekommt, legt einfach etwas mehr Teppiche übereinander. In seinen dezenten Farben passt jeder Twister zum anderen. Egal, welchen Sie wo platzieren - den grünen links, den orangefarbenen rechts - und auch wie ausgetreten er schon sein mag. Jeder einzelne fügt sich stimmig ein. Ob er zuunterst liegt oder zuoberst. Ein eigentlich simpler, aber unglaublich brauchbarer Teppich also.


von Delia Lenoir
Bilder: zvg

Datum: 06.02.2012
Letzte Aktualisierung: 08.02.2011
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