Seite drucken

Kolumne «Glücklich wohnen»: Eine Seife zum Verlieben

Diese Seife ist mehr als eine Seife. Sie ist eine kleine Liebeserklärung an die Natur.
Draussen ist es unfreundlich kühl? Dann ist es höchste Zeit, sich zuhause für Geist und Körper etwas Gutes zu gönnen. Für sinnliche Momente im Badezimmer gibt es nämlich eine Seife, die mehr ist als ein Stück zum Saubermachen. Diese Gesichts- und Körperseife ist eine kleine Liebeserklärung an die Natur – und sie ist auch das Ergebnis einer romantischen Begegnung zweier Menschen. Robert Wegmüller und seine Frau Josiane haben sich vor Jahren nicht nur ineinander verliebt und geheiratet – nein, sie teilen auch dieselbe Leidenschaft für Düfte. Seit acht Jahren haben sie aus dieser Leidenschaft einen gemeinsamen Beruf gemacht und stellen in ihrer kleinen Manufaktur in Winterthur die Seife von Hand her.
 
Natürliche Duftstoffe
Nun kann man natürlich behaupten, Seife sei Seife. Aber in diesem Fall ist es doch anders: Die Kaltverseifung und eine spezielle Rezeptur machen dieses Produkt zu einem kleinen Bijou fürs Badzimmer. Und möchten Sie wissen warum? Erstens wird sie in kleinen Mengen schonend hergestellt. Zweitens verwenden Robert und Josiane nur pflanzliche Rohstoffe aus biologischem Anbau und verzichten auf sämtliche Farb-, Duft- und Konservierungsstoffe. Drittens sind Tierversuche kein Thema, was mehr als beruhigend ist. Und viertens turtelt das Ehepaar heute noch wie frisch Verliebte, woraus man abzuleiten geneigt ist, dass die Seife so falsch nicht sein kann.

Sie kreieren eine einheimische Badeserie: Josiane und Robert Wegmüller aus Winterthur. Auf dem Markt sind Robert und Josiane mit ihrem Handmade-Produkt zwar nicht mehr die einzigen Anbieter. Auch andere Hersteller haben gemerkt, dass ein bisschen Natur pur eben mehr ist. Und mit den rund zwanzig Franken, die dieses Stück immerhin kostet, ist es vielleicht ein Spürchen luxuriös. Aber wie gesagt, man kauft ja nicht nur diese Seife. Man gönnt sich damit ein Stück einheimisches Handwerk und eine Portion Lebensfreude fürs Badezimmer. Und wenn man sich damit mal kurz die Hände wäscht und einen Moment lang die Seele baumeln lässt, so regt diese Seife sogar zum Träumen an. Die acht natürlichen Öle, die dieses Naturstück ausmachen, sind nämlich auch dazu gedacht, Kindheitserinnerungen wach zu rufen. Bei Kreateur Robert Wegmüller zum Beispiel sind es ziehende Gänse im Herbst, die ihn an seine Kindheit in Kanada erinnern und die ihn dazu inspirierten, die «Wilde» zu kreieren. Auch Josiane Mouret Wegmüller denkt, wenn sie eine neue Duftnote ausprobiert, gern an ihre Ferien bei ihrer Grossmutter in Italien zurück. Und an den Rosmarin, der dort betörend duftete.

Romantische Verpackung
Mittlerweile gibt es die Seife in mehreren Duftvarianten. Auch hat das Liebes- und Ehepaar aus Winterthur ihre Unisexlinie mit demselben Credo inzwischen um Cremen und Öle erweitert. Das Design der Verpackung aber ist schlicht und sinnlich geblieben. Die Seife ist in weisses Papier gehüllt und mit einer Naturschnur umwickelt. Die poetische Inspiration ist direkt aufs Papier gedruckt. Vielleicht kommen die Worte dem einen oder anderen kitschig vor. Vielleicht sind sie es auch. Doch sie versprühen die Leidenschaft, mit der Robert und Josiane an ihre Arbeit gehen. Und es bleibt erstaunlich, welch schöne Gefühle ein so profanes Alltagsstück im Bad wecken kann. Das allein ist es wert, dass die Seife dort liegt.


von Delia Lenoir
Bilder: zvg

Letzte Aktualisierung: 30.03.2011