«Glücklich wohnen»: Stilvolles Design für Katz und Hund

«Glücklich wohnen»: Stilvolles Design für Katz und Hund
Designmöbel für Katzen und Hunde
Tiere mit einem Gespür für Stil? Nun ja, eigentlich dürfte es einer Katze oder einem Hund egal sein, worauf sie sich niederlegen – solange es nur möglichst bequem ist und vertraut riecht. Oder nicht? Die Amerikanerin Elizabeth Paige Smith ist da anderer Meinung. Die Designerin entwirft in Los Angeles sinnliche und minimalistische Möbel und Skulpturen und wurde in Ausstellungen mit ihren Arbeiten von den Medien bereits zur «neuen kulturellen Ikone» gekürt. Aber ihre wahre Passion hat sie zufällig entdeckt: Das Entwerfen von durchgestylten Katzenmöbeln. Sie habe, meint sie, eines Tages an einem ihrer Möbelentwürfe aus Wellpappe gearbeitet, als sich ihre Katze Simon genüsslich in den Sessel legte und keine Absicht zeigte, ihn wieder zu verlassen. Simon ist also mitverantwortlich, dass seine Artgenossen inzwischen kontinentübergreifend den minimalistischen Geschmack schulen.

Schlichtes Material
Natürlich, wo Katzen sind, sind auch Hunde nicht weit. Aus diesem Grund hat sich Elizabeth Paige Smith für ihre Tierkollektion einen Kompagnon gesucht. Einen, der die Problematik von formschönem Design für Vierbeiner bestens versteht. Der Architekt und Bildhauer Jon Wesley Rahmann hatte für seinen Hund nämlich lange, aber vergeblich einen ansprechenden Fressnapf gesucht: Keines der Modelle, die auf dem Markt angeboten wurden, konnte sich der Ästhet in seiner gepflegten Wohnung vorstellen. Also setzte er sich an seinen Zeichentisch und entwarf einen neuen. Beim Hundenapf ist es nicht geblieben. Zusammen mit Elizabeth Paige Smith und ihrer eigenen Kollektion präsentiert Wesley Rahmann inzwischen die Plywood Collection und die klare Form seines Dog Beds.

Couchette für KatzenNehmen wir stellvertretend für die Tiere die beiden Betten unter die Lupe: Das Katzenbett – namentlich die Couchette – ist aus moderner Wallpappe gefertigt. Die leicht raue Oberfläche bürgt für eine angenehme Temperatur, was den Wärme suchenden Büsis entgegen kommen dürfte. Einziger Einwand bei diesem Entwurf: Die Pappe ist nicht besonders wasserresistent.

Bett für Hunde (Dogbed2)Dieses Problem ist beim Dog Bed besser gelöst. Dort ist das Schichtholz robust und mit einem feuchten Tuch leicht zu pflegen. Mehrere Holzlagen wurden übereinander verleimt und dann in die gewünschte, geschwungene Form getrimmt. Bei den Decklagen kann man wahlweise zwischen Walnuss oder Kirschlaminat auswählen. Aber ob alle Hunde für diesen Entwurf asketisch genug eingestellt sind? 

Klassische Designform
Sicher, grundsätzlich man kann mit gutem Gewissen behaupten, dass die Formen eigentlich nicht neu sind. So kommt man beim Dog Bed nicht umhin, unwillkürlich an die Arbeiten von Charles & Ray Eames zu denken. Oder bei demjenigen für Katzen an Modelle, die der Stararchitekt Frank O. Gehry in den 1970er-Jahren entworfen hat. Auch preislich liegen die Entwürfe mit über 800 Franken (Couchette) und gut 500 Franken (Dog Bed) im arrivierten Segment. Aber im vorliegenden Fall könnte man da ein Auge zudrücken. Wichtiger scheint die Tatsache, dass sich die Besitzer über ein hübsches Stück im Wohnzimmer freuen können. Eines, das tatsächlich zum italienischen Sofa, dem Hand geknüpften Teppich oder langen Holztisch passt und die Tiere stilgerecht an diesem Ambiente teilhaben lässt. Und die Büsis und Hunde? Wenn die Betten sich designmässig in die Einrichtung einfügen und die Bewohner deshalb glücklich sind, könnten die Tiere damit rechnen, dass sie sich ihren Schlafplatz nach Lust und Laune auch anderswo suchen dürfen – sogar dort, wo es ihnen sonst nicht erlaubt ist. Das grosszügige Miteinander-Umgehen ist also das eigentliche Geheimnis, das diese Betten hervorbringen. Und das macht sie zum Einrichtungs-Tipp.


von Delia Lenoir
Bilder: zvg
Letzte Aktualisierung: 11.06.2009