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Neue Küche in altem Speicher
Eine der wohl ungewöhnlichsten Küchen der Schweiz befindet sich in einem 334 Jahre alten Speicher im luzernischen Ruswil. Konzipiert wurde sie vom ChueLee-Mitgründer Christian Duss.

(mei) Wer den Speicher betritt, in dem Christian Duss (39) wohnt, steht nicht im Eingang, sondern gleich in der
Küche. Diese hat er 2006 bei seinem Einzug renovieren lassen. Eine Herdplatte mit Holzfeuerung und Dampfabzug sowie ein Waschtrog waren damals nämlich alles, was vorhanden war. Für den gelernten Bäcker, der nicht nur für seine Gäste, sondern auch für sich gerne kocht und bäckt, reichte diese Einrichtung nicht aus.
«Rot wie die Liebe» Duss hatte ein genaues Bild seiner neuen Küche: «Rot wie die Liebe» sollte sie sein, mit Chromstahl und Spiegelglas, und das alles mit den urchigen Balken zu einem harmonischen Ganzen integriert. Der Musiker erzählt, dass er eine ähnliche Küche in Österreich gesehen habe, nur sei diese bordeauxrot gewesen und mit Hochglanzverkleidungen ausgestattet. Er habe gleich gewusst, dass er auch eine solche Küche haben wollte – es war sozusagen Liebe auf den ersten Blick.

Chromstahl und Glas Nachdem Duss seinen Vermieter von seinem Farbkonzept überzeugt hatte, konnte die massangefertige Küche realisiert werden. Sie verfügt neu über einen L-förmigen Grundriss und wird vis-à-vis des L-Fusses durch viel Stauraum ergänzt, in den auch der
Kühlschrank integriert worden ist. Die durchgehend rote Verkleidung bringt viel Pep in den urchigen Speicher. Der gewünschte Chromstahl findet sich an der Abdeckung und den grossen Griffen, während das Spiegelglas ursprünglich dem ganzen L entlang gezogen wurde. Weil jedoch das Glas über dem alten Ofen, der als
Heizung die
Renovation überstand, barst, wurde dieser Teil nicht mehr in Spiegelglas ersetzt.

Ein weiteres Überbleibsel aus alten Tagen ist der Dampfabzug – ein neuer wäre grösser gewesen und hätte so tief in den Raum hinein gereicht, dass Duss befürchtete, er würde zu viel Licht nehmen.
Die ungünstigen Lichtverhältnisse aufgrund der kleinen Fenster waren auch der Grund, weshalb der
Boden nicht durchgängig in den dunklen Platten gehalten ist, die aus
brandschutztechnischen Gründen den L umfassen. Für den Rest des Bodens wurde helles Holz gewählt.
Kein Platz für Luxus Dass die Küche mit einem
Induktionskochfeld und einem
Kombisteamer relativ bescheiden ausgefallen ist, liegt nicht am mangelnden Willen, sondern am mangelnden Platz. Sonst hätte sich Duss den Luxus eines
Food-Centers mit Flat-TV geleistet. So besteht der einzige Luxus im alten Speicher aus der Goldauszeichnung für den musikalischen Erfolg der Band ChueLee, welche die Wand schmückt – und aus der weiten Aussicht zur Alpenkette und zum Vierwaldstättersee.
Text und Bilder: hausinfo
Letzte Aktualisierung:
30.03.2011