Vor- und Nachteile der Geldmarkt- oder Liborhypothek

Tiefer Zins und null Risiko — davon träumen wahrscheinlich alle Wohneigentümer. Falls Sie über genügend finanziellen Spielraum verfügen, kommt die Geldmarkt- oder Liborhypothek diesem Traum recht nahe. Zumindest, wenn Sie bereit sind, einige Kompromisse einzugehen.

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Geldmarkthypotheken eignen sich für Wohneigentümer, die von marktkonformen Zinsen profitieren wollen und mögliche Zinsschwankungen nach oben verkraften.

(rh) Der Zinssatz für eine Geldmarkthypothek hängt vom Libor ab. Der Libor — oder London lnterbank Offered Rate — ist ein Referenzzinssatz und wird einmal täglich von der British Bankers Association fixiert. Zu diesem Zinssatz nehmen Banken kurzfristig Dollar, Euro, Franken oder andere Währungen im lnterbankengeschäft von anderen Banken auf. Der Libor schwankt stark, sowohl nach oben als auch nach unten. Er liegt oft unter dem Zinssatz für variable oder feste Hypotheken, kann aber auch schnell darüber steigen.

Die Geldmarkthypothek ist in der Schweiz beliebter als die variable Hypothek. Der Grund liegt auf der Hand: Der Zinssatz ist marktgerecht und wird von der Bank alle drei, sechs oder zwölf Monate angepasst. Wenn die Geldmarktzinsen sinken, profitieren Sie direkt und zahlen weniger Zinsen. Wenn sie steigen, können Sie die Geldmarkthypothek in ein anderes Hypothekarmodell umwandeln. Je nach Bank nach Ablauf der Laufzeit (zum Beispiel fünf Jahre) oder nach Ablauf der Festzinsperiode (zum Beispiel drei Monate).

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Die Vorteile der Geldmarkthypothek

  • Der Hypothekarzins richtet sich nach dem Geldmarkt, die Zinsen sind transparent und marktgerecht.
  • Libor gilt für kurzfristige Finanzierungen. Deshalb liegen die Zinssätze für Geldmarkthypotheken in der Regel tiefer als für langfristige variable oder feste Hypotheken.
  • In den letzten zehn Jahren waren Geldmarkthypotheken günstiger als variable oder feste Hypotheken.                                         

So schützen Sie sich vor steigenden Zinsen

Wo Licht ist, ist Schatten. Das gilt auch für die Geldmarkthypotheken. Die Zinsen können stark schwanken. Und zwar nach unten und nach oben. Doch Sie können dieses Zinsrisiko minimieren. Fast alle Banken bieten Geldmarkthypotheken in zwei Varianten an: mit oder ohne Cap. Der Cap ist die Zinsobergrenze, die während der gesamten Laufzeit der Hypothek nicht überschritten werden darf. Diese Sicherheit kostet natürlich etwas, wie bei einer Versicherung. Die Prämie wird in der Regel am Anfang der Laufzeit fällig. Je kürzer die Laufzeit, desto weniger sinnvoll ist der Cap, weil die Geldpolitik der Schweizerischen Nationalbank stabil ist und kurzfristig kaum mit grösseren Schwankungen zu rechnen ist.

Legen Sie nicht alle Eier in denselben Korb

Geldmarkthypotheken eignen sich für Wohneigentümer, die von marktkonformen Zinsen profitieren wollen und mögliche Zinsschwankungen nach oben verkraften. Wenn Sie auf Nummer sicher gehen wollen oder müssen, kombinieren Sie eine Geldmarkthypothek mit Cap mit einer Festhypothek. Das kostet in einem normalen Zinsumfeld zwar mehr als die Geldmarkthypothek, aber nicht so viel wie eine reine variable oder reine feste Hypothek — ein Kompromiss, der sich wohl für die meisten Wohneigentümer auszahlen dürfte.

Zusätzliche Informationen

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