Laufende Kosten bei Wohneigentum

Berücksichtigen Sie alle laufenden Kosten, wenn Sie herausfinden wollen, ob Sie sich ein Eigenheim leisten können. Nicht nur die Hypothekarzinsen und Amortisationen, auch die Unterhalts- und Nebenkosten, die Opportunitätskosten und den Einfluss auf die Steuerrechnung.

Berücksichtigen Sie alle laufenden Kosten, wenn Sie herausfinden wollen, ob Sie sich ein Eigenheim leisten können.
Berücksichtigen Sie alle laufenden Kosten, wenn Sie herausfinden wollen, ob Sie sich ein Eigenheim leisten können.

(rh) Wenn die Zinsen tief sind, überlegen sich viele, Wohneigentum zu kaufen. Die Rechnung ist klar: Die Hypotheken für die Eigentumswohnung in unserem Beispiel kosten 12'420 Franken jährlich oder 1035 Franken im Monat – viel weniger als vergleichbare Mietwohnungen. Doch der Hypothekarzins ist nur eine Variable. Die anderen sind die Amortisation, die Unterhalts- und Nebenkosten, die Opportunitätskosten sowie der Einfluss auf die Steuerrechnung. Die zwei letzten Variablen vergessen – oder verdrängen – viele, wenn sie von den eigenen vier Wänden träumen.

Amortisation

Wenn Sie Wohneigentum kaufen, brauchen Sie mindestens 20 Prozent Eigenkapital. Den Rest leihen Sie sich, zum Beispiel von Ihrer Bank. Als 1. Hypothek (bis 66 Prozent des Kaufpreises) und, falls Sie mehr brauchen, 2. Hypothek. Die 2. Hypothek müssen Sie in 15 Jahren amortisieren, also zurückzahlen, spätestens bis zur Pensionierung. In unserem Beispiel macht das 5600 Franken im Jahr oder 467 Franken monatlich aus.

Unterhalts- und Nebenkosten

Für ein neues Haus oder eine neue Wohnung müssen Sie mit einem Prozent des Kaufpreises für Unterhalts- und Nebenkosten rechnen. In unserem Beispiel also mit 6000 Franken jährlich oder 500 Franken im Monat für Versicherungen, Abgaben, Betriebskosten, Reparaturen und Unterhalt sowie Garten- und Umgebungspflege.

Opportunitätskosten

Wenn Sie Ihr Eigenkapital nicht für die Finanzierung gebraucht hätten, hätte es für Sie arbeiten können. Zum Beispiel auf dem Konto oder an der Börse. Ihnen entgehen Zinsen, Dividenden und mögliche Kursgewinne. Diese Kosten heissen Opportunitätskosten und machen in unserem Beispiel 1400 Franken im Jahr oder 117 Franken monatlich aus.

Einfluss auf die Steuerrechnung

Wohneigentum wirkt sich direkt auf Ihre Steuerrechnung aus. Zum einen müssen Sie den Eigenmietwert (minus die Unterhaltskosten) als Einkommen versteuern, zum anderen können Sie die Hypothekarzinsen als Schuldzinsen vom Einkommen abziehen. In unserem Beispiel steigt das steuerbare Einkommen unter dem Strich um 1980 Franken, dadurch steigt die Steuerrechnung (bei einem Grenzsteuersatz von 33 Prozent) um 660 Franken jährlich oder 55 Franken im Monat.

Fazit

Wohneigentum ist in der Schweiz seit Mitte 2014 günstiger als zur Miete wohnen. Allerdings kosten die eigenen vier Wände mehr, als mancher glaubt. Darum lohnt es sich, richtig zu rechnen und alle Kosten zu berücksichtigen. Auch, weil die Banken bei der Berechnung der Tragbarkeit vorsichtiger geworden sind und mehr Finanzierungen ablehnen als noch vor zwei oder drei Jahren.

Zusätzliche Informationen

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