Nebenkosten für ein Einfamilienhaus

Wenn Sie ein Haus oder eine Wohnung mieten, sind viele Nebenkosten im Mietzins enthalten. Sobald Sie ein Einfamilienhaus besitzen, müssen Sie diese Nebenkosten zusätzlich zum Hypothekarzins und zur Amortisation bezahlen. Wissen Sie, mit wie viel Sie rechnen müssen?

Sobald Sie ein Einfamilienhaus besitzen, müssen Sie zusätzlich zum Hypothekarzins und zur Amortisation auch Nebenkosten bezahlen.
Sobald Sie ein Einfamilienhaus besitzen, müssen Sie zusätzlich zum Hypothekarzins und zur Amortisation auch Nebenkosten bezahlen.

(rh) Noch nie waren die Zinsen so tief. Noch nie haben sich so viele Menschen überlegt, ein Haus oder eine Wohnung günstig finanziert zu kaufen statt teuer zu mieten. Trotz der rekordtiefen Hypothekarzinsen müssen die Wohneigentümerinnen und -eigentümer in spe ihrer Bank beweisen, dass sie die laufenden Kosten tragen können: Hypothekarzinsen, Amortisation und Nebenkosten dürfen nicht mehr als 35 Prozent des Einkommens ausmachen. Die Banken rechnen konservativ, in der Regel mit einem kalkulatorischen Zinssatz von fünf Prozent. In ihrem eigenen Interesse, aber auch im Interesse der Kreditnehmerin, des Kreditnehmers.

Faustregel: ein Prozent für die Nebenkosten

Viele, die sich erstmals für Wohneigentum interessieren, machen die Rechnung ohne die Nebenkosten. Das ist verständlich, weil die meisten Nebenkosten im Mietzins inbegriffen sind. Als Wohneigentümerin, als Wohneigentümerin müssen Sie aber die Nebenkosten zusätzlich zu den Hypothekarzinsen und zur Amortisation zahlen:

  • Versicherungsprämien für die Gebäudeversicherung sowie für Glasbruch, Wasserschaden und Gebäudehaftpflicht.
  • Abgaben für Wasser und Abwasser sowie die Kehrricht- und Grünabfuhr.
  • Gebühren für den Kabelfernsehanschluss.
  • Betriebskosten für Gas, Öl oder Strom, für den Kaminfeger sowie für Reinigungs- und Unterhaltsmaterial.
  • Unterhaltsarbeiten wie kleinere Reparaturen oder Gartenarbeiten.
  • Serviceabonnements für die Heizung, den Öltank, die Waschmaschine und den Wäschetrockner.

Rechnen Sie die ungefähren Nebenkosten aus

Das geht schnell ins Geld. Fachleute und Banken veranschlagen die Nebenkosten von Neubauten im Durchschnitt auf ein Prozent des Kaufpreises. Wenn Sie ein Einfamilienhaus für eine Million Franken kaufen, sind das 10'000 Franken im Jahr. Unser Beispiel zeigt, wie sich die Nebenkosten zusammensetzen können:

Die Zahlen sind Durchschnittswerte. Die tatsächlichen Kosten hängen von vielen Faktoren ab.
Kaufpreis des Einfamilienhauses 1'000'000 Franken
     
Versicherungsprämien 1'000 Franken
Abgaben 1'250 Franken
Betriebskosten 3'500 Franken
Reparaturen und Unterhalt 2'750 Franken
Garten- und Umgebungspflege 1'500 Franken
  10'000 Franken

In dieser Berechnung sind noch keine Rückstellungen enthalten. Wer vorsichtig und vorausschauend budgetiert, stellt zusätzlich ein Prozent des Kaufpreises im Jahr zurück. Beispielsweise für Renovationen, den Ersatz von Haushaltgeräten in der Küche oder in der Waschküche und den Austausch von sanitären Einrichtungen im Badezimmer. Dieses Prozent fliesst nicht in die Tragbarkeitsrechnung mit ein, sollte aber trotzdem berücksichtigt werden.

Die Banken gehen auf Nummer sicher

Zurück zur Tragbarkeitsrechnung. Wenn Sie ein Haus für eine Million Franken kaufen und mit 20 Prozent oder 200'000 Franken Eigenkapital finanzieren, müssen Sie mit laufenden Kosten von 4’907 Franken im Monat oder fast 59'000 Franken im Jahr rechnen:

Die Zahlen sind Durchschnittswerte. Die tatsächlichen Kosten hängen von vielen Faktoren ab.
Kalkulatorischer Zins für die 1. und 2. Hypothek 40'000 Franken
Amortisation der 2. Hypothek 8'900 Franken
Unterhalts- und Nebenkosten 10'000 Franken
  58'900 Franken

Es geht in dieser Rechnung um die zukünftige Tragbarkeit, nicht um die aktuelle. Damit Ihre Bank «ja» sagt, müssen Sie über 168'000 Franken im Jahr verdienen. Brutto, das heisst vor Abzug aller Sozialabgaben, inklusive 13. Monatslohn und andere Lohnbestandteile wie Boni.

Zusätzliche Informationen

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