Eigenheimfinanzierung mit Pensionskassengeld

Banken gewähren in der Regel Hypotheken für maximal 80 Prozent des Kaufpreises; den Rest müssen künftige Wohneigentümer selbst aufbringen. Viele setzen dafür Guthaben aus der Altersvorsorge ein, und zwar entweder als Verpfändung oder als Vorbezug. Wir nennen Ihnen die Vor- und Nachteile und die geltenden Bedingungen.

Banken gewähren in der Regel Hypotheken für maximal 80 Prozent des Kaufpreises; den Rest müssen künftige Wohneigentümer selbst aufbringen.
Banken gewähren in der Regel Hypotheken für maximal 80 Prozent des Kaufpreises; den Rest müssen künftige Wohneigentümer selbst aufbringen.

(rh) Die meisten, die ein Haus oder eine Wohnung kaufen, brauchen dafür Fremdkapital. Zum Beispiel von einer Bank oder Versicherung. Diese belehnen Wohneigentum bis zu 80 Prozent des Verkehrswertes. Wenn Ihr Traumhaus 800'000 Franken kostet, bekommen Sie von der Bank oder Versicherung höchstens 640'000 Franken. Und zwar 520'000 Franken als 1. Hypothek und 120'000 Franken als 2. Hypothek, die in der Regel innerhalb von 20 Jahren zurückbezahlt (amortisiert) werden muss. Weil die 2. riskanter ist als die 1. Hypothek, verlangt die Bank oder Versicherung einen höheren Zins.

Pensionskassengeld vorbeziehen oder verpfänden?

Die fehlenden 20 Prozent, in unserem Beispiel 160'000 Franken, müssen Sie selber aufbringen. Falls Sie zu wenig Eigenkapital besitzen, können Sie Geld von der Pensionskasse (PK) für den Bau oder Kauf von Wohneigentum vorbeziehen oder als Sicherheit für einen höheren Kredit verpfänden. Die Vor- und Nachteile von Vorbezug und Verpfändung von Vorsorgegeldern im Überblick:

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  Vorteile Nachteile

PK-Geld verpfänden

  • Ungekürzte Altersleistungen
  • PK-Kapitalauszahlung wird nicht besteuert (ausser, das Pfand muss verwertet werden)
  • In der Regel tieferer Hypothekarzins
  • Höhere Steuerabzüge dank Schuldzinsen
  • Höhere Hypothek
  • Höhere Hypothekarzinsen

PK-Geld vorbeziehen

  • Mehr Eigenkapital
  • Tiefere Hypothek
  • Tiefere Hypothekarzinsen
  • Tiefere Altersrente, eventuell schlechtere Leistungen bei Invalidität oder Tod
  • PK-Kapitalauszahlung wird besteuert
  • Kein steuerlich begünstigter Einkauf in die PK möglich, bis das Kapital zurückbezahlt ist

Diese Bedingungen gelten:

Wenn Sie Geld vorbeziehen, müssen Sie sich im Klaren sein, dass jeder Abfluss ihre Altersvorsorge schlechter stellt. Das sollten Sie wissen, bevor Sie Geld vorbeziehen:

  • Sie dürfen nur alle fünf Jahre Geld vorbeziehen, wobei die Mindestsumme jedes Mal Fr. 20'000.- beträgt (2. Säule). Bei Bezügen aus der Säule 3a fällt diese Bezugsuntergrenze weg.

  • Bis zum 50. Altersjahr dürfen Sie das gesamte Vorsorgekapital vorbeziehen.

  • Nach dem 50. Altersjahr ist die Höhe des Barbezugs beschränkt. Und zwar entweder auf die Hälfte der zum jeweiligen Zeitpunkt zustehenden Freizügigkeitsleistung oder auf die gesamte Leistung im Alter von 50 Jahren.

  • Wenn Sie verheiratet sind, muss Ihre Ehepartnerin oder Ihr Ehepartner schriftlich zustimmen. Eine  eingetragene Partnerschaft ist der Ehe gleichgestellt.

  • Ein Vorbezug oder eine Verpfändung von Pensionskassengeldern ist nur für dauernd selbst genutztes Wohneigentum möglich. Damit darf weder ein Feriendomizil noch eine Liegenschaft zur Vermietung gekauft werden. Kauft jemand ein Mehrfamilienhaus und bewohnt darin eine Wohnung, kann für die anteilmässige Finanzierung des Erwerbs beziehungsweise für die anteilmässige Amortisation der Hypotheken das Guthaben aus der Altersvorsorge verwendet werden.

  • Wenn Sie das Wohneigentum verkaufen, müssen Sie in der Regel den vorbezogenen Betrag zurückzahlen.

  • Ein Vorbezug reduziert die Altersrente sowie die Invaliden- und Hinterlassenenrente.

  • Ein Vorbezug oder eine Verpfändung von Pensionskassenguthaben ist bis spätestens drei Jahre vor Erreichen des reglementarischen Pensionierungsalters möglich.

Die Konsequenzen für Ihre Altersvorsorge und Steuerrechnung sind weitreichend, ausserdem ist jeder Fall anders. Reden Sie darum mit Ihrem Vorsorgeberater oder einem Experten Ihrer Pensionskasse und lassen Sie sich beraten.

Zusätzliche Informationen

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