Eigenheimkauf im Alter

Die meisten von uns wollen in den eigenen vier Wänden alt werden. Wer etwas auf die hohe Kante gelegt hat und vorsichtig kalkuliert, kann sich auch ab 50 den Traum vom Eigenheim leisten. Auf was müssen Sie bei der Finanzierung und der Wahl des Eigenheims achten?

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Immer mehr Menschen über 50, überlegen sich ein Haus oder eine Wohnung zu kaufen.

(rh) Die Schweizerinnen und Schweizer werden immer älter – sie im Durchschnitt 84,3 Jahre, er 79,7 Jahre – und vermögender. Deshalb überlegen sich immer mehr Menschen über 50, ein Haus oder eine Wohnung zu kaufen. Dafür gibt es mehr als genügend gute Gründe: Sie wollen in ihren eigenen vier Wänden alt werden, unabhängig bleiben – und nach der Pensionierung mietfrei wohnen. Ausserdem brauchen viele Eltern weniger Platz, wenn ihre Kinder flügge werden und ausziehen. Trotzdem zögern Frauen und Männer im besten Alter oft, ein Eigenheim zu kaufen. Zum einen, weil sie keine finanziellen Risiken eingehen wollen, zum anderen, weil die gängigen Finanzierungsmodelle eher auf Familien oder Menschen unter 50 zugeschnitten sind.

Sichern Sie Ihr Eigenheim sinnvoll ab

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Wer sein ganzes Vermögen in ein Haus anlegt, sollte diese Investition mit einer Erdbebenversicherung sinnvoll absichern.

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Einkommensknick nach der Pensionierung

Weil wir als Rentner weniger verdienen werden, muss das Ziel sein, schuldenfrei in den Ruhestand zu gehen. Wer vor der Pensionierung eine Hypothek aufnimmt, sollte vorsichtig kalkulieren und detailliert planen, wie er oder sie die Hypothekarschuld zurückbezahlen will, um als Rentner oder Rentnerin mietfrei zu wohnen. Standardmodelle gibt es keine, die Lösungen sind so individuell wie Sie und Ihre Situation. Zwei einfache Beispiele:

  • Wenn Sie gut verdienen und genügend auf der hohen Kante haben, investieren Sie mehr Eigenkapital und zahlen die Hypothek Schritt für Schritt zurück.
  • Wenn Sie durchschnittlich verdienen und nicht mehr als 20 Prozent Eigenkapital investieren wollen oder können, zahlen Sie die Hypothek auf einen Schlag zurück. Zum Beispiel mit der Kapitalauszahlung einer Lebensversicherung.

Vorsichtig kalkulieren zahlt sich aus

Weil die Lösungen individuell sind, ist es wichtig, sich frühzeitig beraten zu lassen. Das gilt auch und ganz besonders, wenn Sie Ihre Hypothek als Rentnerin oder Rentner weiterführen wollen oder müssen. Die zweite Hypothek sollte bis zur Pensionierung amortisiert sein, die erste Hypothek darf das Budget nicht über den Haufen werfen. Als Rentnerin, als Rentner kalkulieren Sie lieber vorsichtig: Die Zinsen für die Hypothek und die Nebenkosten (ein Prozent des Kaufpreises) sollten einen Viertel Ihrer Einnahmen nicht überschreiten. Guter Rat ist in diesem Fall nicht teuer, sondern wertvoll. Vor allem, weil jede Finanzierung auch steuerliche Konsequenzen hat, die bei einer ganzheitlichen Beratung berücksichtigt werden.

Übrigens: Falls Sie die Hypothek abbezahlt haben, aber Ihre Rente nicht zum Leben reicht, können Sie mit einer Immobilienrente oder Umkehrhypothek Ihre Rente aufbessern. Wie, erfahren Sie hier

Denken Sie 10, 20 oder 30 Jahre weiter

Neben finanziellen Überlegungen gibt es auch bauliche, die wichtig sind. Im Alter nehmen Beweglichkeit, Koordination und Kraft ab, bei den einen früher, bei den anderen später. Deshalb sollte das Eigenheim hindernisfrei gebaut sein. Das heisst beispielsweise keine Stufen vor Hauseingängen, Terrassen oder Duschkabinen, keine zu engen Badezimmer oder keine Türrahmen, durch die kein Rollstuhl passt. Ausserdem sollten das Schlaf- und das Badezimmer auf dem selben Stockwerk liegen. Und das Haus oder die Wohnung sollte mit geringem Aufwand den besonderen Ansprüchen älterer, allenfalls gehbehinderter Menschen angepasst werden können. Zum Beispiel mit Küchenmöbeln, die teilunterfahrbar sind.

Genauso wichtig wie die eigenen vier Wände ist das Umfeld. Im Alter werden Nachbarn und Freunde wichtiger. Die Nachbarn müssen einem (mehr oder weniger...) sympathisch sein, die Freunde sollten in der Nähe leben. Weil der Aktionsradius kleiner wird, müssen Geschäfte für tägliche Einkäufe, Bahn-, Bus- oder Tramhaltestelle und Hausarzt zu Fuss erreichbar sein.

Zusätzliche Informationen

ImagePoint (Paul Jacobs) Artikel drucken