Kaufabwicklung beim Hauskauf

«Pokern» während einer Kaufverhandlung bringt meistens nichts. Unter Druck fällt niemand gern eine Entscheidung. Um zu einem erfolgreichen Abschluss zu kommen, sind vielmehr Offenheit und Vertrauenswürdigkeit gefragt.

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«Pokern» während einer Kaufverhandlung bringt meistens nichts. Um zu einem erfolgreichen Abschluss zu kommen, sind vielmehr Offenheit und Vertrauenswürdigkeit gefragt.

Tipps beim Verkauf

  • (mas) Viele Privatpersonen, die ihre Liegenschaft verkaufen wollen, versuchen es zuerst auf eigene Faust. Haben sie einen potenziellen Käufer gefunden, sollten sie gut vorbereitet in die Verhandlung gehen.

  • Der Preis sollte marktgerecht und fair angesetzt werden, unter Umständen mit Hilfe eines Maklers. So sprechen die Anbieter und Anbieterinnen automatisch das richtige Käufersegment an und strahlen Vertrauen aus. Der Preis darf höchstens ein bisschen höher sein, damit in der Schlussverhandlung noch ein «kleines Entgegenkommen» möglich ist.

  • Haben die Anbieter ihren Preis einmal kommuniziert, sollten sie während der Verhandlung auch daran festhalten.

  • Die emotionale Bindung an eine Liegenschaft kann oft ein Verkaufshindernis sein. Oft stellt es ein potenzieller Käufer aber in einem schlechteren Licht dar, weil er ja einen Preisvorteil bekommen will.

  • Haben die Anbieter mehrere Bewerber, dann sollten sie das offen legen. Es ist unfair, erst kurz vor dem Abschluss die unangenehme Botschaft zu überbringen, dass ein anderer Käufer bevorzugt wird. Als Druckmittel sollte das aber nicht eingesetzt werden. Druck sollte in einem Verkaufsgespräch möglichst vermieden werden.

  • Bei Privatpersonen ist eine gesunde Vorsicht nie falsch: Es gibt Fälle, in denen der Kunde sofort kaufen will, und später stellt sich heraus, dass das Geld fehlt oder aus unsauberen Quellen stammt. Stimmt ein potenzieller Käufer einem Preis ohne Umschweife zu, muss das aber nicht gleich heissen, dass an der Sache etwas faul ist. Die meisten Interessenten sind via Internet und Zeitung bestens über die aktuellen Marktwerte orientiert.

  • Es ist empfehlenswert, den Verkauf einer Liegenschaft einem Profi zu überlassen, der sich mit Preispolitik, Vertragsgestaltung und Finanzierung auskennt. Unter dem Strich kommt das günstiger, als wenn ein Haus lange keinen Käufer findet und dann unter Zeitdruck veräussert werden muss. Auf keinen Fall sollte die Liegenschaft mehrmals ausgeschrieben werden. In der Regel ist es ein schlechtes Zeichen, wenn ein Objekt unter einem anderen Label auf den Markt kommt oder ein halbes Jahr lang bleibt. Potenzielle Käufer beobachten den Markt sehr genau.

Tipps beim Kauf

  • Interessenten sollten den Grundsatzentscheid über den Preis, den sie für eine Liegenschaft zu zahlen bereit sind, schon vor der Verhandlung gefällt haben. Anders als z.B. bei einem Auto sollte aber nicht der Preis das Hauptkriterium sein, ob die Liegenschaft für einen Kauf in Frage kommt. Wichtig ist, dass die eigenen Bedürfnisse abgedeckt sind.

  • Feilschen bringt meistens nichts. Bei sehr gefragten Liegenschaften ist eine solche Diskussion überflüssig, weil sich der Preis von allein bildet. Eventuell sollten die Interessenten einen ortsansässigen oder mit der Region vertrauten Immobilienmakler für eine Marktwert-Beurteilung hinzuziehen.

  • Haben die Interessenten vergleichbare Angebote in Aussicht, dürfen sie dies dem Verkäufer ruhig sagen, damit auch er weiss, woran er ist. «Pokern» oder das Blaue vom Himmel lügen, bringt nichts. Es kommt selten vor, dass jemand drei oder vier vergleichbare Objekte in Aussicht hat.

  • Beim Verkauf von Privat an Privat gibt es immer wieder «schwarze Schafe». Im Zweifelsfall professionelle Hilfe bei einer Bank oder einem Immobilien-Makler holen.

Zusätzliche Informationen

Hans Rausser Artikel drucken