Ausstattung des Hauses beim Kauf

In der Schweiz werden Häuser - ob alt, neu oder geplant – in der Regel mit allem Drum und Dran verkauft. Es gibt allerdings keine Gesetze, die vorschreiben, was in ein Haus gehört und was nicht.

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Es gibt keine Gesetze, die vorschreiben, was beim Kauf in ein Haus gehört und was nicht.

(rh) Die Liste möglicher Einbauten ist lang und reicht von Einbauten, die für alle selbstverständlich sind, bis zu Einbauten und Ausstattungen, die über den üblichen Standard hinausgehen. In ein Einfamilienhaus, das unseren hohen Schweizer Ansprüchen genügt, gehören heute sicher

  • eine Einbauküche mit
  • Auszugschränken,
  • Abdeckungen aus Stein oder Chromstahl,
  • Glaskeramikkochfeld,
  • Backofen mit Steamfunktion (Klasse A),
  • Geschirrspüler (Klasse A),
  • Kühlschrank mit ***-Gefrierfach oder Gefrierschrank (Klasse A+) und
  • Dampfabzug,
  • ein Badezimmer mit
  • Badewanne,
  • WC,
  • Bidet,
  • Doppellavabo und
  • Spiegelschrank,
  • ein Gästebadezimmer mit
  • Dusche,
  • WC,
  • Lavabo und
  • Spiegelschrank,
  • Einbauschränke im Entrée oder im Korridor,
  • Sonnenstoren,
  • Fensterläden sowie
  • eine Waschmaschine und ein Wäschetrockner.

Dazu kommen Einbauten, die über diesen Standard hinausgehen oder später eingebaut werden. Zum Beispiel ein Cheminée im Wohnzimmer oder eine Sauna im Keller.

Baubeschreibung und Baupläne prüfen

Was in ein Haus gehört, regelt kein Gesetz. Wenn sich Käufer und Verkäufer einig sind, ist vieles möglich. Was im Kaufvertrag und in den Dokumenten zum Kaufvertrag steht, gilt – schauen Sie sich darum die ausführliche Baubeschreibung und alle Baupläne genau an. Vielleicht lohnt es sich auch, alle Dokumente von einem Fachmann prüfen zu lassen. Ein Tipp: Wenn der Verkäufer Baubeschreibung oder Baupläne nicht in den Kaufvertrag aufnehmen will, verzichten Sie lieber auf den Kauf, das ist ein Alarmzeichen.

Lassen Sie sich von einem Fachmann beraten

Falls Sie das Einfamilienhaus neu oder ab Plan kaufen wollen, benötigen Sie nicht zwingend fachmännischen Rat. Sie brauchen ihn aber sicher, wenn das Haus älter ist, weil Altbauten fast ausschliesslich «wie besichtigt» verkauft werden. Wenn Sie bei der Besichtigung nicht darauf aufmerksam machen, wenn etwas fehlt, das Sie als Standard voraussetzen, können Sie später keinen Preisnachlass verlangen. Mit einem Fachmann schützen Sie sich vor solchen Überraschungen. Ausserdem ist guter Rat gerade bei Altbauten besonders wertvoll, weil Sie als Käufer die kaputten Sonnenstoren oder die tropfende Wasserleitung aus Ihrer eigenen Tasche zahlen müssen – Verkäufer von Altbauen schliessen die Gewährleistung für Mängel gerne aus.

Gut Ding will Weile haben: Überstürzen Sie nichts!

Unterschreiben Sie den Kaufvertrag erst, wenn Sie absolut sicher sind. Sobald der Vertrag unterschrieben ist, können Sie nur noch zurücktreten, wenn wichtige Dokumente fehlen, beispielsweise der Baubeschreibung, oder Sie offensichtlich getäuscht wurden. Wenn Sie den Vertrag doch nicht unterzeichnen wollen, obwohl Sie dem Kauf mündlich zugestimmt haben, kann das finanzielle Konsequenzen für Sie haben: Zum einen darf der Verkäufer seinen bisherigen Aufwand verrechnen, zum anderen kann er Schadenersatz verlangen, weil er einen neuen Käufer suchen muss. Schlafen Sie also lieber noch eine Nacht oder zwei darüber, bevor Sie «Ja!» sagen.

Zusätzliche Informationen

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