Tipps für die Online-Schätzung von Immobilien

Wer den Verkehrswert seines Hauses online schätzt, erzielt ein genaues Resultat – vorausgesetzt, er füttert das Tool korrekt. Lesen Sie hier die Tipps eines Experten.

Online-Schätzungen erzielen genaue Resultate – vorausgesetzt, das Tool wird korrekt gefüttert.
Online-Schätzungen erzielen genaue Resultate – vorausgesetzt, das Tool wird korrekt gefüttert.

(mei) Im Internet sind zahlreiche Online-Tools zu finden, die den Verkehrswert einer Liegenschaft schätzen. Einige Beispiele sind die Rechner von Iazi, Immotecc oder Wüest und Partner. Im Vergleich zur Arbeit eines Experten sind diese Tools günstig: Bei Immotecc ist eine Schätzung bereits ab 64 Franken zu haben. Der preisliche Vorteil ist jedoch nicht der einzige positive Aspekt der Internet-Rechner. Die Tools punkten auch bezüglich Schnelligkeit. Eine Schätzung ist rasch gemacht und liegt innert einer Stunde vor. Ganz anders die Expertenschätzung, bei der stets ein Ortstermin wahrgenommen wird. Bis die anschliessende ausführliche Dokumentation erstellt ist, dauert es nochmals seine Zeit.

Zuverlässige Tools

Doch wie genau sind Schätzungen im Internet? Sie seien erstaunlich treffsicher, sagt der Immobilienmakler Patrick Haldemann aus dem emmentalischen Biglen. Er nutzt solche Tools selbst, wenn er eine Zweitmeinung zu einer eigenen Schätzung einholen will: «Wer das Tool richtig füttert, erzielt ein gutes Ergebnis.» Doch genau hier liegt der Haken. Denn ein Immobilienprofi hat gegenüber einem Wohneigentümer gleich zwei Vorteile: Erstens hat er schon zahlreiche Schätzungen vorgenommen, so dass er über ungleich mehr Erfahrung verfügt als ein Eigentümer, der sich zum ersten Mal mit einem Online-Schätzungstool – und dem Verkehrswert einer Liegenschaft überhaupt – beschäftigt.

Mit dem Kopf bewerten

Zweitens geht ein Makler die Sache wie ein Profi, sprich emotionslos, an. «Wenn ich ein 18-jähriges Badezimmer sehe, weiss ich, dass es nicht mehr zeitgemäss ist. Ein Wohneigentümer, der dieses Badezimmer einst einbauen liess, die Plättli aussuchte und mit dem Raum Familienerinnerungen verbindet, bewertet das Badezimmer viel positiver», erklärt Patrick Haldemann. Zudem seien Wohneigentümer oft der Meinung, wenn Einrichtungen – vom Fenster bis zur Küche – gut funktionierten, besässen sie einen hohen Wert, auch wenn sie schon in die Jahre gekommen seien. Dass die Zeit nicht stehengeblieben ist und ein heutiger Standard ganz anders aussieht, sei Eigenheimbesitzern nicht unbedingt bewusst, so Patrick Haldemann. «Verschiedene Nutzer können deshalb mit dem gleichen Tool für ein und dasselbe Objekt auf einen ganz anderen Wert kommen», warnt der Profi.

Mitunter gute Wahl

Fazit: Wenn die Eingaben stimmen, haben Online-Schätzungstools durchaus ihre Berechtigung. Wer keine detaillierte, genaue Schätzung benötigt, ist mit der günstigen Alternative aus dem Web deshalb gut beraten. «Vor allem für potenzielle Käufer, die sich für ein bestimmtes Objekt interessieren, ist eine Online-Schätzung eine gute Wahl. Sie gibt rasch und zuverlässig einen groben Rahmen für den Verkehrswert einer Liegenschaft vor», sagt Patrick Haldemann. Sobald jedoch juristische Fragen zu klären seien, wie etwa bei einer Scheidung, dann sei der detaillierte Bericht eines Schätzungsexperten gefordert. 

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