Eisheilige: So schützen Sie Ihren Garten vor Spätfrösten

Mitte Mai kommt es bei uns um die Tage der Eisheiligen herum vermehrt zu Kälteeinbrüchen mit Frostnächten. Jürg Zogg von SRF Meteo sagt Ihnen, was es mit dem Wetterphänomen auf sich hat und Sie erfahren, wie Sie Ihren Garten vor Spätfrösten schützen.

Die Kälteeinbrüche im Frühling können in ganz Mitteleuropa vorkommen.
Die Kälteeinbrüche im Frühling können in ganz Mitteleuropa vorkommen.

Herr Zogg, was versteht man unter den Eisheiligen im Mai?

Bei den Eisheiligen handelt es sich um sogenannte Lostage. Nach jahrhundertealter Überlieferung drohen zur Zeit der drei Eisheiligen Pankratius (12. Mai), Servatius (13. Mai) und Bonifatius (14. Mai) nochmals Nachtfröste. Das Ende der Kälteperiode bildet dann die Kalte Sophie am 15. Mai.

Was antworten Sie Menschen, die die Eisheiligen für einen Mythos halten?

Ich sage Ihnen, dass sie grundsätzlich recht haben. Zwar gibt es im Mai immer wieder Kälteeinbrüche mit Bodenfrost oder gar Frost. Untersuchungen des Bundesamtes für Meteorologie und Klimatologie haben aber ergeben, dass es keine Zunahme der Frostgefahr zur Zeit der Eisheiligen gibt. Spätfröste können somit genauso gut anfangs Mai oder auch erst gegen Monatsende auftreten.

Weshalb gibt es dieses Wetterphänomen?

In den Monaten April und Mai erwärmen sich die Landmassen durch die immer stärkere Sonneneinstrahlung rasch. Das Wasser reagiert dagegen viel träger, vor allem der Nordatlantik bleibt noch lange sehr kalt. Stellt sich dann im Frühling eine Nordwestströmung ein, gelangt diese Kaltluft direkt zu uns. In sternenklaren Nächten droht dann Frost.

Wo kommt diese Kaltluft überall vor?

Diese Kälteeinbrüche im Frühling können in ganz Mitteleuropa vorkommen. Bekannt sind die Eisheiligen auf jeden Fall im ganzen deutschsprachigen Raum. In Norddeutschland beginnen die Eisheiligen bereits einen Tag früher mit Mamertus am 11. Mai.

Kennen Sie eine Bauernregel oder ein Sprichwort zu den Eisheiligen?

«Vor Nachtfrost Du nicht sicher bist,

bevor Sophie vorüber ist.»

Warum sind die Eisheiligen für Gärtner ein Thema?

Mitte Mai ist die Vegetation schon weit fortgeschritten, viele Pflanzen reagieren dann sehr empfindlich auf Kälte. Bodenfrost oder gar Frost kann zu grossen Schäden führen.

Tipps vom Garten-Experten

So schützen Sie Ihre Pflanzen vor Kälteeinbrüchen und Frostnächten im Mai

  • Im Gemüsegarten Setzlinge wie Salate, Broccoli, Fenchel, Lauch, Krautsiel und Kohlarten im Freien mit einem Vlies schützen. Knollensellerie erst ab Ende Mai auspflanzen. Er verträgt keine kühlen Temperaturen.

  • Keimende Sämlinge wie Kefen, Erbsen, Bohnen, Radieschen und  Rüebli mit einem Vlies schützen. Wenn kein Frost mehr droht wird das Vlies entfernt.

  • Tomaten, Peperoni, Zucchetti, Gurken, Kürbis, Auberginen und Basilikum erste Ende Mai setzen. Sie vertragen keine kühlen Temperaturen. Wenn Frost droht, die Pflanzen mit einem Vlies oder Plastikfolie schützen.

  • Basilikum und empfindliche Kräuter im Topf ins Haus nehmen.

  • Stiefmütterchen und Zwiebelgewächse vertragen frostigen Temperaturen sie müssen nicht geschützt werden.

  • Sommerblumen wie Margriten, Geranien, Verbenen, Petunien, Wandelröschen, Gazanien, Tagetes und Goldmarie vertragen keinen Frost und werden durch kühle Temperaturen geschädigt. Schützen mit einem Vlies, temporärer Plastikfolie oder leichtem Sacktuch, oder wenn möglich an einen geschützten, hellen Ort am oder im Haus nehmen.

  • Kübelpflanzen kommen langsam und vorsichtig an ihren Sommerplatz. Die Gewächse brauchen Zeit, um sich an kräftige Sonnenstrahlen zu gewöhnen. Haben die Pflanzen bereits neue Triebe, vertragen diese keinen Frost, sei werden mit eine Vlies geschützt oder an die wärmende Hauswand oder vorübergehend gleich ins Haus gestellt.

  • Blühende Beerenpflanzen, Reben, Spalier- oder Säulenobst werden mit einem Vlies eingebunden und geschützt.

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