Frostschutz im Frühjahr

Wenn im Frühling die Temperaturen ansteigen, locken die Verkaufsläden rasch mit einem grossen Pflanzenangebot. Doch Vorsicht: Richtig los geht es im Garten erst ab Mitte Mai. Erfahren Sie, welche Pflanzen im Frühjahr vor Frost geschützt werden müssen.

Die alte Volksweisheit stimmt: Gemüsesetzlinge und Sommerblumen sollten vor den Eisheiligen  nicht ohne Schutz ins Freie gelangen.
Die alte Volksweisheit stimmt: Gemüsesetzlinge und Sommerblumen sollten vor den Eisheiligen nicht ohne Schutz ins Freie gelangen.

(sku) Viele wollen es nicht wahrhaben. Doch die alte Volksweisheit stimmt: Gemüsesetzlinge und Sommerblumen sollten vor den Eisheiligen (12. bis 15. Mai) nicht ohne Schutz ins Freie gelangen. Die Gefahr ist gross, dass die vier Eisheiligen, Pankratius, Servatius, Bonifatius und Sophie, mit frostigen Nächten aufwarten. Bereits Gepflanztes muss dann mit einem Flies geschützt werden. Denn schon Temperaturen um null Grad können irreparable Schäden verursachen. Im Gemüsegarten wie auch auf dem Balkon geht es darum erst nach der kalten Sophie richtig los. Lesen Sie, was wann gepflanzt werden darf und welche Pflanzen vor Frost im Frühling geschützt werden müssen.

Frühjahrsbepflanzung auf dem Balkon

  • Primeli auf dem Balkon oder im Garten vertragen kühle Temperaturen. Droht Frost, sollten sie mit einem Vlies temporär geschützt werden. Sollte der Frost den Pflanzen dennoch zusetzen, dürfen sie keinesfalls der direkten Sonne ausgesetzt werden. Am besten ist es, wenn die Primeln möglichst langsam am Schatten aufgetaut werden.

  • Für das Bepflanzen von Balkonkisten und Töpfen eigen sich im Frühjahr bunte Stiefmütterchen, Hornveilchen, Zwiebelgewächse wie Narzissen, Tulpen, Muscari oder frühblühende niedrige Stauden wie Aubrieta, Küchenschelle oder zum Beispiel Iberis. Sie vertragen frostige Temperaturen und müssen nicht geschützt werden.

  • Wer Kräuter in die Balkonkiste pflanzen will, setzt im frühen Frühling mehrjährige Kräuter wie Salbei, Thymian, Oregano oder Schnittlauch ab Ende März in Balkonkisten. Wer angetrieben Kräuter pflanzt, schützt sie vor Kälte mit einem Vlies bis die Pflanzen gut abgehärtet sind. Wärmebedürftige Kräuter wie Basilikum oder Majoran bleiben bis Ende Mai im Haus. Es ist kaum möglich Basilikum und Majoran im Freien zu schützen, solange kühle Temperaturen drohen. Vorsicht auch mit angetriebenem Lavendel. Die neuen Triebe sind empfindlich, weil sie im Gewächshaus unter warmen Bedingungen herangewachsen sind. Für solche Pflanzen gilt, ab Mitte Mai ins Freie. Nicht angetriebene Lavendelpflanzen können ins Freie, wenn der Boden erwärmt ist. Je nach Situation ist dies ab Ende März möglich.

  • Sommerblumen wie Margriten, Geranien, Verbenen, Petunien, Wandelröschen, Gazanien, Tagetes und Goldmarie gehören erst ab Mitte Mai auf den Balkon. Sie vertragen keinen Frost und werden durch kühle Temperaturen geschädigt.  Dies gilt auch für die Bepflanzung von Rabatten.

  • Wer nicht warten kann und Geranien und Co. früher in Kisten pflanzt, muss die Pflanzen vor kühlen Temperaturen schützen. Dabei können Pflanzkisten und Töpfe an die Hauswand gestellt und mit einer Plastikfolie oder Vlies abgedeckt werden. Wer eine Plastikabdeckung verwendet, muss bei Sonnenschein dafür sorgen, dass genügend Luft zu den Pflanzen kommt. Geranien und Co. lassen sich im Frühjahr auch im frostsicheren Wintergarten halten bis draussen die Temperaturen stimmen.    

Wechselflor im Blumengarten

  • Wer Wechselflor im Blumengarten mag, startet im Frühling mit Stiefmütterchen oder Hornveilchen, beides gibt es in einer breiten Farben- und Formenpalette. Geeignet sind ebenso Vergissmeinnicht, Gartenbürsteli und Goldlack ergänzt mit Zwiebelblumen.

  • Ein Blumengarten ist das ganze Jahr über frostsicher, wenn mehrjährige Staudenpflanzen verwendet werden. Das Angebot an solchen Pflanzen ist riesig. Sie können ab März ins Freie gepflanzt werden und benötigen keinen weiteren Frostschutz. Mehrjährige Blütenstauden haben ganz unterschiedliche Blühphasen, es ist deshalb wichtig beim Pflanzen von einem mehrjährigen Blumengarten eine ausgewogene Pflanzenauswahl zu treffen.

Kübelpflanzen geschützt platzieren

  • Kübelpflanzen kommen je nach Witterung ab Mitte Mai an ihren Sommerplatz. Allerdings mit Vorsicht. Das Gewächs braucht Zeit, um sich an kräftige Sonnenstrahlen zu gewöhnen. Am besten wählt man vorerst einen Platz an der sanften Morgensonne. Haben die Pflanzen bereits neue Triebe, vertragen diese keinen Frost, sie werden dann mit eine Vlies geschützt.
Die Gefahr ist gross, dass die Eisheiligen mit frostigen Nächten aufwarten. Bereits Gepflanztes muss dann mit einem Flies geschützt werden.
Die Gefahr ist gross, dass die Eisheiligen mit frostigen Nächten aufwarten. Bereits Gepflanztes muss dann mit einem Vlies geschützt werden.

Später Start im Gemüsegarten

  • Erst ab Mitte Mai werden im Gemüsegarten Setzlinge wie Salate, Broccoli, Fenchel, Lauch, Krautstiel und Kohlarten uns Freie gesetzt. Knollensellerie wird erst ab dem letzten Drittel im Mai ausgepflanzt. Er verträgt keine kühlen Temperaturen.

  • Kefen, Erbsen, Zwiebeln und Rüebli lassen sich ab März aussäen. Sie werden mit einem Vlies vor Frost geschützt. Ab Mitte Mai wird das Vlies entfernt.

  • Buschbohnen in Reihen, Stangenbohnen in Tuffs aussäen. Aber erst gegen Ende Mai, damit die Samen rasch keimen und nicht im kalten Boden faulen. Wer gleichzeitig früh- und spätreifende Sorten aussät, kann im Sommer über längere Zeit frische Bohnen ernten.

  • Wenn die Temperaturen ansteigen, lassen sich frühe Salate und Kohlrabi setzen. Diese müssen aber mit einem Vlies geschützt werden. Das Vlies kommt erst Mitte Mai weg.

  • Tomaten, Peperoni, Zucchetti, Gurken, Kürbis, Auberginen und Basilikum nicht zu früh ins Freie pflanzen. Sie vertragen überhaupt keine kühlen Temperaturen. Ende Mai gepflanzt danken sie das Abwarten mit flottem Wachstum. Wenn Frost droht, die Pflanzen mit einem Vlies schützen.

  • Sobald der Boden genügend erwärmt ist, lassen sich mehrjährige Kräuter wie zum Beispiel Salbei, Thymian, Oregano, Pfefferminze oder Schnittlauch ins Freie pflanzen.
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