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Nisthilfen für Insekten selber machen

Werden Sie Inhaber eines Insektenhotels und erleben Sie Naturschutz direkt vor der eigenen Haustür.

Nistmöglichkeiten sowie Schlaf- und Winterquartiere für die kleinen Krabbler sind immer gefragt.
Nistmöglichkeiten sowie Schlaf- und Winterquartiere für die kleinen Krabbler sind immer gefragt.

(mm) Es summt, brummt und krabbelt immer seltener auf unseren Wiesen. Bienen, Hummeln, Ohrwürmer und andere nützliche Insekten haben schwer zu kämpfen gegen Planierraupen, Monokulturen und Umweltgifte. Dabei sind diese Tierchen so wichtig. Wussten Sie, dass beispielsweise ein einzelner Marienkäfer während seines Lebens mehrere tausend Blattläuse vertilgt und dass die Bestäubungsdienste von Bienen und Hummeln für Landwirtschaft und Gartenbau unverzichtbar sind?

Warum also nicht selbst einen Beitrag zum Natur- und Tierschutz leisten? Nistmöglichkeiten sowie Schlaf- und Winterquartiere für die kleinen Krabbler sind immer gefragt. Wenn Sie nicht auf die Insektenhotels des Fachhandels zurückgreifen möchten, legen Sie einfach selbst Hand an. Manchmal genügen schon ein Blumentopf, einige Haushaltsutensilien und ein Plätzchen auf dem Balkon. Welches Tierchen hierbei welches «Plaisierchen» hat, erfahren Sie in nachfolgenden Beispielen. Auch wenn es natürlich noch viele andere nützliche Insekten und unzählige weitere Varianten von Nisthilfen gibt.

Wildbienen

Die meisten Wildbienenarten leben nicht in Staaten, sondern allein. Eine Wildbienen-Nisthilfe benötigt daher nicht zwingend viel Platz. Abgetrocknete Baumscheiben oder Holzklötze in der Grösse eines Ziegelsteines können als Grundlage dienen. Bohren Sie nun mit der gesamten Bohrerlänge parallele Löcher mit möglichst unterschiedlichen Durchmessern von 2 bis 10 mm in das Holz. Die Räume zwischen den Löchern sollten wenigstens 2 cm betragen.

Als Standort eignet sich eine sonnige, wettersichere Stelle unter einem Dachvorsprung auf Balkon oder Terrasse, an Bäumen, Mauern oder Ähnlichem, wobei die Eingänge nach Südosten weisen. Die Bleibe der Blütenbesucher sollte unverdeckt hängen, gut fixiert und spätestens Anfang März bezugsbereit sein. Säuberungsaktionen sind nicht ratsam, da diese überwinternde Bienen töten könnten. Ausserdem machen sich die emsigen Gesellen durchaus gerne selbst an die Arbeit.

Hummeln

Die sanften Brummer nisten sowohl unter- als auch oberirdisch. Eine einfache oberirdische Hilfe kann z. B. ein Vogelnistkasten sein, dessen Einflugloch verkleinert wird. Das Innere des Kastens wird idealerweise zunächst mit etwas Kleintierstreu oder Holzwolle ausgekleidet, darauf folgt das Nistmaterial in Form von Moos oder Polsterwolle. Eine besondere Freude machen Sie Ihren geflügelten Gästen mit speziellem Nistmaterial mit Mäusegeruch, das in Zoofachhandlungen erhältlich ist.

Als Standort bietet sich ein sonniger, regen- und windgeschützter Platz in Bodennähe auf Balkon oder Terrasse an mit dem Eingang nach Osten. Im Winter gilt es, die Hummelherberge einer gründlichen Reinigung zu unterziehen und die Einlage zu ersetzen, so dass Anfang März neue Bewohner einziehen können.

Florfliegen

Die zarten Insekten mit ihren goldglänzenden Augen und transparenten Flügeln sind von Mitte September bis im Frühling auf ein schützendes Heim angewiesen. Was das Florfliegenherz begehrt? Eine Unterkunft aus Holz oder Holzbeton beispielsweise mit den Massen 30 x 30 x 30 cm. Diese wird locker mit Weizenstroh gefüllt und besteht an der Vorderseite aus schräg angenagelten Dachlatten, die als Einflugschlitze fungieren. Wenn Sie das Ganze überdies mit einem rötlichen Anstrich krönen, dann locken Sie die fleissigen Schädlingsfresser garantiert an.

Es empfiehlt sich, den Lamellenbau in einer Höhe von anderthalb bis zwei Metern mit der Vorderseite windabgewandt z. B. an einem Obstbaum oder einer Mauer anzubringen. Das Stroh im Kasten muss später nicht erneuert werden.

Marienkäfer

Wer kann schon von sich sagen, dass das Glück in seinem Garten wohnt? Mit einer Marienkäfer-Behausung gelingt es Ihnen sicher, die hübschen Insekten mit den glücksbringenden Punkten heimisch werden zu lassen. Das Quartier kann beispielsweise die Form eines Vogelnistkastens haben, in dessen Bodenbrett einige Einschlupflöcher von etwa 8 mm gebohrt werden. Der Innenraum wird mit Holzwolle ausgestattet und an der Rückwand eine längere stabile Latte befestigt. Deren Ende wird in die Erde gesteckt und zwar am besten zwischen Pflanzen, die stark von Blattläusen befallen sind.

In puncto Standort ist eine sonnige bis halbschattige Stelle mit Blick nach Südosten optimal. Das Häuschen bleibt ganzjährig im Freien, eine Reinigung ist nicht vonnöten.

Ohrwürmer

Ihre Zangen können auf den ersten Blick furchterregend wirken. Dabei sind sie viel zu schwach, um menschliche Haut zu durchstechen. Es gibt somit keinen Grund, sich vor Ohrwürmern zu ängstigen. Ganz im Gegenteil: Mit einem Ohrwurm-Obdach werden Sie viel Freude in Ihrem Garten haben. Was es dazu braucht? Einen Tonblumentopf, einen kleinen Holzstab, der nicht länger ist als der Durchmesser des Topfbodens, enggeknüpften Maschendraht, eine ca. 50 cm lange Kordel und etwas Stroh oder Holzwolle. Die Kordel wird nun in der Mitte des Hölzchens festgeknotet und das längere Kordelende durch die Öffnung des Topfbodens gezogen. Das kürzere Ende sollte im Inneren des Topfes herunterhängen und etwas länger sein als der Topf tief ist. Am kürzeren Ende der Kordel wird sogleich das Drahtgeflecht gespannt, damit die Füllung aus Stroh oder Holzwolle nicht herausfallen kann.

Ihr «Werk» können Sie im Frühjahr an einem Ast in sonnengeschützter Lage montieren, wobei der Topfboden den Ast berühren sollte. Ansonsten besteht die Gefahr, dass die Ohrwurm-Stätte bei Wind hin- und herschaukelt oder es die kleinen Kerlchen nicht schaffen, den rettenden Eingang zu erklimmen. Anschliessend heisst es der Natur freien Lauf lassen, sprich eine Reinigung oder Erneuerung der Füllung ist nicht erforderlich.

So können Sie auf einfache Art und Weise mehreren Insektenarten Unterschlupf gewähren.
So können Sie auf einfache Art und Weise mehreren Insektenarten Unterschlupf gewähren.

Alle unter einem Dach

Sie möchten auf einfache Art und Weise mehreren Insektenarten Unterschlupf gewähren? In diesem Fall sind kombinierte Nisthilfen die richtige Wahl (s. Links). Und bald schon werden Sie Zeuge, wie Frau Marienkäfer in Ihrer Insektenpension Einzug hält und wie es sich auch Herr Ohrwurm darin gemütlich macht. Oder aber Sie entscheiden sich für ein mehrstöckiges Insektenhotel, das faszinierende Einblicke in das Leben verschiedener Wildbienenarten und solitär lebender Wespen bietet. Seien Sie dabei unbesorgt: Diese Arten sind im Allgemeinen friedfertig und besitzen – im Gegensatz zu den in Staaten lebenden Bienen und Wespen – obendrein nur schwache Stechorgane, welcher der menschlichen Haut nichts anhaben können.

Zusätzliche Informationen

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