Obstbäume pfropfen

Zum Vermehren oder zum Erhalt einer Sorte lassen sich Obstbäume pfropfen. Die einfachste Methode ist das Pfropfen hinter der Rinde. Dabei wird ein geeigneter Zweig in den ab- und eingeschnittenen Ast gesteckt.

Zum Vermehren oder zum Erhalt einer Sorte lassen sich Obstbäume pfropfen
Zum Vermehren oder zum Erhalt einer Sorte lassen sich Obstbäume pfropfen.

(sku) Das Pfropfen ist die natürliche Korrektur einer Sorte und kann bei verschiedenen Obstbäumen angewendet werden. Krankheitsanfälligkeit, mangelnde Fruchtqualität oder ungenügende Reifezeit sind Gründe, um an Obstbäumen Korrekturen durch das Pfropfen vorzunehmen. Allerdings funktioniert dies nur unter artverwandten Obstbäumen wie zum Beispiel Birne auf Quitte. Apfel auf Birne oder Kirsche auf Apfel und umgekehrt bringt keinen Erfolg. Die Standartmethode im Hobbyobstbau ist das Pfropfen hinter der Rinde.

Geeignet sind Bäume, die noch nicht zu alt sind und deren Äste mit einem Durchmesser von 4 - 7 cm. Stärkere Äste sind weniger geeignet. Der beste Zeitpunkt zum Pfropfen ist der Beginn des Austriebs, je nach Witterung, von April bis Mai.

Zuvor werden die zum Pfropfen nötigen Reiser geschnitten. Reiser sind einjährige Triebe die man zum Aufpfropfen verwendet. Sie sollten von einem gut im Ertrag stehenden Baum stammen und werden am besten während der vollständigen Vegetationsruhe von Dezember bis Januar an einem frostfreien Tag geschnitten. Ideal sind bleistiftstarke rund 30 – 40 cm lange Triebe. Bis zum Verwenden werden die Reiser kühl, feucht und dunkel gelagert. Bewährt haben sich dazu perforierte Plastikbeutel. Bei niedrigen Temperaturen zwischen +5° und   -10° C kann die Lagerung an einem schattigen Platz im Freien erfolgen.

Zum Pfropfen hinter der Rinde wird am Obstbaum zuerst die Krone auf längere Aststummel zurückgeschnitten. Allerdings werden nicht alle Äste auf Stummel geschnitten. Im unteren Bereich verbleiben einige Äste, sie stellen die Assimilation für den sonst kahlen Baum sicher.

Nun wird am einjährigen Reis der Kopulationsschnitt durchgeführt. Dabei werden die Reiser längs und schräg in einem Zug angeschnitten. Die Schnittfläche sollte 3 – 4 cm aufweisen. Zudem muss das Pfropfreis über 4 – 5 Knospen (Augen) verfügen.

 Bei dickeren Ästen können ohne weiteres zwei bis drei Reiser eingesetzt werden. Anschliessend wird die Pfropfstelle straff mit Bast verbunden und mit einem Veredelungswachs verstrichen.
Bei dickeren Ästen können ohne weiteres zwei bis drei Reiser eingesetzt werden. Anschliessend wird die Pfropfstelle straff mit Bast verbunden und mit einem Veredelungswachs verstrichen.

An den Aststummeln, die als Unterlage dienen, wird mit einem Längsschnitt die Rinde geöffnet. Das mit dem Kopulationsschnitt versehene Pfropfreis wird so hinter die geöffnete Rinde geschoben, dass von der Schnittfläche des Reises oben rund 5 mm sichtbar bleiben. Das Reis sollte von sich aus fest sitzen. Bei dickeren Ästen können ohne weiteres zwei bis drei Reiser eingesetzt werden. Anschliessend wird die Pfropfstelle straff mit Bast verbunden und mit einem Veredelungswachs verstrichen. Nach etwa 5 - 6 Wochen erfolgt der Austrieb. Löst sich der Bast nach einigen weiteren Wochen nicht von selbst, wird er angeschnitten. Triebe unterhalb der Pfropfstelle werden vollständig entfernt. Wachsen mehrere Reiser aus der Pfropfstelle sollte nur ein Trieb die Fortsetzung übernehmen. Die anderen Triebe werden eingekürzt.

Umpfropfen eines alten Obstbaums

Zusätzliche Informationen

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