Obstbäume richtig pflanzen

Apfel, Birne, Zwetschge, Kirsche und Co. haben im Frühjahr Pflanzsaison. Eine genügend grosse Grube, lockere Erde und eine angemessene Stütze sind wichtige Kriterien beim Pflanzen von jungen Obstbäumen im Hausgarten.

Gepflanzt werden junge Obstbäume am besten im Frühjahr, ab März bis Ende Mai.
Gepflanzt werden junge Obstbäume am besten im Frühjahr, ab März bis Ende Mai.

(sku) Sie sind die Perlen im Garten: Obstbäume spenden Früchte, aber auch Schatten und stehen nicht zuletzt für Lebensqualität. Gepflanzt werden junge Obstbäume am besten im Frühjahr, ab März bis Ende Mai. Auch im Herbst lassen sich Bäume pflanzen. Dann kommen sie nach dem Blattfall in den Boden.

Eine genügend grosse Grube, lockere Erde, eventuell ein Mäusegitter, gut einschwemmen und eine angemessene Stütze: Dies sind kurz gesagt die wichtigsten Kriterien, die es beim Pflanzen eines jungen Baumes zu beachten gilt. Und so funktioniert es:

  • Pflanzgrube ausheben. Breit genug öffnen, damit alle Wurzeln Platz finden.

  • Kulturschicht (Erdschicht) rund 30 cm tief ausheben und neben der Pflanzgrube deponieren.

  • Untergrund spatentief auflockern und eventuell mit etwas Kompost anreichern, damit sich die Wurzeln sofort weiterentwickeln können.

  • Stützpfahl in die offene Pflanzgrube einschlagen.

  • Baum in der Grube richtig platzieren und eventuell Mäusegitter anbringen. Baum am besten auf der vom Westwind geschützten Pfahlseite platzieren und anbinden. Vorzugsweise mit einem Kokosstrick.

  • Die Veredelungsstelle muss rund 8 bis 10 cm (Handbreite) über dem bewachsenen Boden zu stehen kommen.

  • Wurzeln leicht anschneiden und sorgfältig in gute Erde einbetten.

  • Gut einschwemmen, damit die Wurzeln vollständig mit Erde umgeben sind.

  • Flache Giessmulde formen. Dies erleichtert das später notwendige Giessen.

  • Boden mit einer dünnen Schicht Kompost oder mit Mulch abdecken. Damit wird eine langsame Düngung erreicht. Zudem bleibt so die Feuchtigkeit im Boden.

Obstbäume pflanzen   

Süss oder sauer? Früh oder spät?

Obstbäume verlangen einen guten, nährstoffhaltigen, tiefgründigen und durchlässigen Boden. Stehende Nässe vertragen Obstbäume nicht. Nicht ganz einfach ist die richtige Sortenwahl. Im Handel wird eine Vielzahl unterschiedlicher Sorten angeboten. Die wichtigsten Unterschiede der einzelnen Sorten bestehen im Geschmack, im Reifezeitpunkt und in der Haltbarkeit der Früchte. Auch der Standort sollte bei der Sortenwahl berücksichtig werden. Für raue Lagen sind robuste Sorten auszuwählen.

In Form bringen

Frisch gepflanzte Obstbäume müssen regelmässig mit einem fachgerechten Schnitt in Form gebracht werden. Der richtige Baumschnitt hilft, die Baumkrone zu formen und auszubauen. Dabei kann sich das Fruchtholz gezielt und kräftig entwickeln:

  • Der Mitteltrieb, also die Stammverlängerung, wird zuerst geschnitten. Er darf nach dem Schnitt die anderen Äste leicht überragen.

  • Konkurrenztriebe werden weggeschnitten oder auf ein Aussenauge abgelenkt.

  • Leitäste ebenfalls auf ein nach aussen wachsendes Auge (Knospe) zurück schneiden. Ideal ist es, wenn diese in einem Winkel von 45 Grad zum Mitteltrieb stehen.

  • Schwache Steiltriebe sowie nach innen wachsende Äste entfernen.

  • Triebe unmittelbar über einem nach aussen weisenden Auge schneiden.

Natürlicher Baumschutz

Wichtig für das Gedeihen des Obstbaumes ist der Baumschutz. So können zum Beispiel Blutlauskolonien auftreten. Sie sind im Frühjahr dank ihrer weissen Schutzhülle gut erkennbar und lassen sich mit Hilfe einer kräftigen Bürste und Seifenwasser entfernen. Eine Barriere mit einem speziellen Insektenleim, welche um den Stamm angelegt wird, schützt vor lästigen Ameisen und vor Frostspannern. Damit werden allerdings auch Nützlinge abgehalten. Das rechtzeitige Entfernen von mit Mehltau befallenen Triebspitzen macht einen Einsatz von Pflanzenbehandlungsmittel ebenfalls überflüssig.

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