Gartenreportage: Gemüsegarten in der Höhe

Über 50 Gemüsesorten kultiviert Mario Egloff auf seinem idyllischen Dachgarten. Wie die Gemüsekulturen in Töpfen Jahr für Jahr entstehen, schildert der Gewinner des Goldenen Gartenzwerges 2010 gleich selber.

Dachgartenidylle mit Gemüse und Blumen in Gefässen.
Dachgartenidylle mit Gemüse und Blumen in Gefässen.

Dachgartenidylle mit Gemüse und Blumen in Gefässen.

«Begonnen hat alles mit einem kleinen Spalier von sechs Chili-Peperoncini-Stöcken dem Balkongeländer entlang, dazu ein paar Gurken und Gewürze. Im Jahr darauf folgten Peperoni, Auberginen und Zucchetti für das eigene Ratatouille. Animiert von respektablen Ernteerträgen, aber auch angetan von der dekorativen Wirkung der Gemüsepflanzen, wagte ich weitere Versuche mit Topfgemüse. Zunächst mit verschiedenen Salaten, Kohlrabi, Stangenbohnen und Tomaten, und im folgenden Jahr baute ich das Sortiment vollends aus: Die Dachgemüsegärtnerei war geboren. Waren es anfangs rund 30 Gefässe, umfasst der Topfgarten mittlerweile präzis 200 Töpfe, Kübel, Kistchen und Kisten.

Kleines Gartenwunder

Sogar Kartoffeln gedeihen in den Gefässen von Mario Egloff.
Sogar Kartoffeln gedeihen in den Gefässen von Mario Egloff.

Übers ganze Jahr werden über 50 Gemüsesorten kultiviert, inklusive Kartoffeln, Kefen und Kürbis, alles in Gefässen. Dank der Beimischung von Blumen wie Kosmeen, Tagetes, Kapuzinerkresse, Viola und dergleichen entsteht jede Saison eine wahre Augenweide, ein Bauerngarten in Töpfen in zehn Meter Höhe.

Im vergangenen Sommer beglückte uns, ausgelöst von der fleissigen Arbeit von Bienen und Hummeln, ein kleines Gartenwunder: Einige Pflanzen, gezogen aus vorjährigen Peperoncini-Samen, entpuppten sich als Kreuzung von Peperoni x Peperoncini. Sie zeichneten sich aus durch sehr fleischige Früchte von der Form kleiner Peperoni sowie einen intensiven Geschmack von Peperoncini mit milder Schärfe. Ein Professor der Botanik schrieb mir in diesem Zusammenhang, es sei möglich, dass sich die Kreuzungen bei der Fortpflanzung instabil entwickeln, sich also in die eine oder andere Urform zurückbilden können.

Genuss im Team

Gezogen aus vorjährigen Peperoncini-Samen, gelang dem Gärtner die Kreuzung von Peperoni x Peperoncini.
Gezogen aus vorjährigen Peperoncini-Samen, gelang dem Gärtner die Kreuzung von Peperoni x Peperoncini.

Neugierig zog ich darum in diesem Frühjahr mit den Samenkernen der Kreuzungsfrüchte zehn Setzlinge heran. Die Pflanzen begannen Beeren anzusetzen, und da war tatsächlich nur halbwegs Stabilität. Drei Stöcke bildeten Früchte wie jene der Kreuzungen. Andere setzten Beeren an, welche der Peperoni-Urform entsprachen, aber viermal grösser im Umfang. Drei Stöcke bildeten Früchte von der Form und dem Geschmack länglicher Cayenne-Peperoncini. Im Gegensatz zur Urform, welche eine mittlere Schärfe aufweist, waren die Kreuzungsbeeren extrem scharf – wie Cayenne-Peperoncini eben. Fortsetzung folgt im nächsten Jahr…

Mario Egloff's reiche Ernte.
Mario Egloff's reiche Ernte.

Die Arbeit im Topfgarten beginnt im Februar/März mit dem Aufbereiten der Erde. Dabei werden die Gefässe geleert und danach mit einem Gemisch aus letztjähriger Erde, neuer Universalerde und Kompost neu gefüllt – zwar eine ganze Menge Arbeit, welche man aber, verbunden mit der Vorfreude auf die kommende Saison, sehr gerne auf sich nimmt. Ist einmal angepflanzt und angesät, wird die Arbeit geteilt. Ich bin für das Gemüse und das Gröbere zuständig. Meine Frau Doris widmet sich den vielen Blumen. Zusammen sind wir ein Team. Wir teilen die Freude beim Anblick der üppig spriessenden Pflanzen und geniessen gemeinsam das Gemüse.»

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