Gartenreportage: Natur pur

Ein Ehepaar aus Suhr hat um sein Haus herum einen naturnahen Garten angelegt, der dem Prinzip der standortgerechten Bepflanzung folgt.

Die schattige Rückseite des Hauses ist einer der wenigen Plätze im Garten, an dem Pflanzen bewusst nach einem (weiss-grünen) Farbdesign ausgewählt wurden.
Die schattige Rückseite des Hauses ist einer der wenigen Plätze im Garten, an dem Pflanzen bewusst nach einem (weiss-grünen) Farbdesign ausgewählt wurden.
Ein steiler Hang, ein grosses Haus und drum herum ein Garten mit einem Auf und Ab an Wegen, so präsentiert sich das Refugium des Ehepaars Grundmann.
Ein steiler Hang, ein grosses Haus und drum herum ein Garten mit einem Auf und Ab an Wegen, so präsentiert sich das Refugium des Ehepaars Grundmann.

(mei/msc) Ein steiler Hang, ein grosses Haus und drum herum ein Garten mit einem Auf und Ab an Wegen, so präsentiert sich das Refugium des Ehepaars Grundmann. Die durchgehende Erschliessung um das Haus war der Wunsch von Hans Grundmann, und so führt auf der Rückseite des Gebäudes hoch am Hang noch ein Weg entlang.

Sitzplatz unter Quittenbäumen
Sitzplatz unter Quittenbäumen

Sitzbänke

Spaziergänge sind nicht alles, was der Garten zu bieten hat. Sei es eine Holzbank am höchsten Punkt des Gartens, Liegestühle unter Trauben mit Blick auf den Teich oder eine inspirierende Bank unter einem Apfelbaum – lauschige Ecken laden immer wieder zum Verweilen ein. Zu den Lieblingsorten des Ehepaars Grundmann gehört ein mit Quittenbäumchen (Cydonia oblonga) überdachter Platz, von dem aus die letzten Sonnenstrahlen im Garten genossen werden können. Ruhe inbegriffen – unter den Früchten steht ein einziger Liegesessel.

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Links: Am höchsten Punkt des Gartens gefällt es auch der Katze. Rechts: An diesem Sitzplatz sorgen Apfelbäume für angenehmen Schatten.
Diese alte Sitzbank wurde von der Natur zurückerobert - Moos breitet sich überall aus.
Diese alte Sitzbank wurde von der Natur zurückerobert - Moos breitet sich überall aus.

Natürlich schön

Im Garten von Grundmanns ist Natur pur zu Hause. Barbara Grundmann legt alles standortgerecht an; wollen Stauden, Gehölze oder Rosen nicht recht gedeihen, werden sie umgesiedelt oder entfernt. Diese Philosophie ist nicht nur ökologisch sinnvoll, sondern auch Zeit sparend: Mit Ausnahme der Topfpflanzen und ausserhalb extremer Trockenperioden ist im Garten Giessen nicht notwendig. Weil umgekehrt auch gilt, dass bleiben darf, was gut wächst, hat sich eine üppige Vegetation ausgebreitet.

Farbdesign ist denn nicht der Gärtnerin Sache; Barbara Grundmann hat einzig auf der Rückseite des Hauses mit Topfpflanzen eine Welt in Grün-Weiss kreiert – gleich daneben hat sich Moos eine alte Holzbank zurückerobert.

Beim Schwimmteich, einem Paradies für Kröten und Frösche, sorgt ein Seidenbaum (Albizia julibrissin) für Schatten.
Beim Schwimmteich, einem Paradies für Kröten und Frösche, sorgt ein Seidenbaum (Albizia julibrissin) für Schatten.

Paradies für Tiere

Auch im Schwimmteich nimmt sich der Mensch zurück. Wenn sich dort Frösche und Kröten tummeln, entfällt das Reinigen, damit die Tiere nicht gestört werden. Schneckenkörner und Chemie haben im Garten nichts zu suchen, höchstens etwas Seifenwasser käme ab und zu zum Einsatz.

Wintergarten als erweiterter Wohnraum
Wintergarten als erweiterter Wohnraum

Arbeit und Erholung

Über das Jahr verteilt arbeiten Grundmanns 1-2 Tage pro Woche im Garten, der sich mit dem Haus ein Grundstück von 1700 m² teilt. Der Bauunternehmer Hans Grundmann ist «fürs Grobe» zuständig, hat sich aber im Laufe der Zeit viel gärtnerisches Wissen angeeignet. Er musste bis nach Cornwall reisen, um sich in kultivierte Natur zu verlieben, und tat dies so nachdrücklich, dass ihm der Garten heute mehr bedeutet als das Haus. Barbara Grundmann obliegt als ausgebildeter Gärtnerin die Planung. Trotz dieser Arbeitsteilung sind sich die Eheleute nicht immer einig – ausser in der Bedeutung, die der Garten für sie hat: Er sei für sie «ein bisschen wie Ferien».

Zwei Wintergärten umfasst das Grundstück: Einer dient der Aufbewahrung von Gartenmaterial und Überwinterung von Pflanzen, der andere wird als weiterer Wohnraum benutzt.

Dem Wintergarten entgegen wachsend steht eine Japanische Wollmispel (Eriobotrya japonica) mit Loquats.
Dem Wintergarten entgegen wachsend steht eine Japanische Wollmispel (Eriobotrya japonica) mit Loquats.

Dem Wintergarten entgegen wachsend steht eine Japanische Wollmispel (Eriobotrya japonica) mit Loquats.

Zusätzliche Informationen

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