Terrassengarten - Viel Grün auf wenig Platz

Gewusst wie: Wer nur einen kleinen Balkon zur Verfügung hat, aber gern Gemüse ziehen möchte, braucht Hilfsmittel. Mit Stapeln und Terrassieren gewinnt man Platz und Licht.

Einfach, clever und platzsparend ist ein Kräuterkarussel.
Einfach, clever und platzsparend ist ein Kräuterkarussel.

E ine urbane Fläche sinnvoll zu begrünen und darauf möglichst viel eigenes Biogemüse anzubauen, liegt im Trend. Allerdings gibt es das «Urban Gardening» schon so lange, wie Hochhäuser in den Himmel wachsen, denn auch die gemeinschaftlich geführten Stadtgärten oder Schrebergärten gehören dazu.

Beeren und Kräuter

Wiederbelebt und durch viele geeignete Gemüsesorten um einiges einfacher zu pflegen, ist der heutige Naschgarten auf dem Balkon oder der Terrasse. Hier darf wachsen und spriessen, was frisch ab Strauch gegessen werden kann. Zudem sind Mischpflanzungen mit Gemüse äusserst attraktiv und liefern die eine oder andere vitaminreiche, selbst geerntete Mahlzeit. An einer Balkontomate wachsen bei idealen Verhältnissen bis zu 5 kg saftige Tomaten. Immertragende Erdbeeren versüssen den sonnigen Nachmittagskaffee. Kräuter dürfen natürlich auch nicht fehlen. Diese dürfen, ja sollen sogar regelmässig geschnitten werden – immer gerade nur so viel, wie die Speise abverlangt. Mit einigen Tricks und Tipps gelingt ein umweltgerecht gepflegter Selbstversorgerbalkon auch Laien und Neueinsteigern.

Beeren im Drehturm

Einfach, clever und platzsparend ist ein Kräuterkarussel. Hierbei werden unterschiedlich grosse Gefässe mit Erde gefüllt, mit einem Drainagerohr ausgestattet und der Grösse nach aufeinandergestapelt. Die zwischen den einzelnen Töpfen verbleibenden Zwischenräume von mindestens 10 cm können nun beliebig mit Kräutern, aber auch mit Gemüsearten wie Fenchel, Randen oder Salat bepflanzt werden. Die Konstruktion eignet sich auch für immertragende Erdbeeren oder Monatserdbeeren. Wichtig ist, dass jene Arten, die bis zur Ausreifung hängend wachsen, einen Platz bekommen, wo sie keiner anderen Sorte vor der Sonne stehen. 

Das Kräuterkarussell wird so aufgebaut, dass zuerst ein grosser Unterteller mit Kieselsteinen oder Splitt gefüllt wird.
Das Kräuterkarussell wird so aufgebaut, dass zuerst ein grosser Unterteller mit Kieselsteinen oder Splitt gefüllt wird.

Karussell auf Rollen

Das Kräuterkarussell wird so aufgebaut, dass zuerst ein grosser Unterteller mit Kieselsteinen oder Splitt gefüllt wird. Darauf wird ein Topf gestellt, und in dessen Mitte ein Stützrohr, das wiederum mit Splitt gefüllt wird. Dann kommt Erde bis an den oberen Rand in den Topf. Diese Vorgehensweise setzt man mit immer kleineren Töpfen fort. Erst wenn das Karussell fertig ist, wird es bepflanzt. Die Steine bilden eine schwere, ebene Unterlage und dienen als Wasserreservoir, ohne Staunässe zu verursachen. Den Unterteller wiederum stellt man auf einen Untersatz auf Rädern, damit man das bepflanzte Karussell vom Schatten in die Sonne und wieder zurück rollen kann.

Eine weitere Möglichkeit, den bestehenden Platz optimal zu nutzen, ist eine Kulturtreppe.
Eine weitere Möglichkeit, den bestehenden Platz optimal zu nutzen, ist eine Kulturtreppe.

Ein Etagengarten

Eine weitere Möglichkeit, den bestehenden Platz optimal zu nutzen, ist eine Kulturtreppe. Auf einen solchen Etagenbau passen zahlreiche Einzeltöpfe oder drei Balkonkistchen, die nun ebenfalls mit Kräutern oder Gemüsemischungen wie Radieschen, Salat, Rucola, Kohlrabi, Buschbohnen, Karotten, Spinat oder Hängetomaten bepflanzt werden können. Auch bei diesem System werden die Gefässe auf Untertellern platziert, die randvoll mit Splitt gefüllt sind. Die Kistchen werden gegossen, bis das Wasser die Steine bedeckt. Dadurch stehen die Pflanzen nie zu nass, können jedoch mit ihren Wurzeln auf die Wasserreserve zurückgreifen. Durch die Terrassenbewirtschaftung erhalten alle Pflanzen in den Kistchen eine optimale Sonneneinstrahlung und lassen sich erst noch auf einer bequemen Höhe pflegen und ernten.

Ein faltbares Terrassengewächshaus kann zur Anzucht von Gemüsesetzlingen genutzt werden.
Ein faltbares Terrassengewächshaus kann zur Anzucht von Gemüsesetzlingen genutzt werden.

Unter Glas

Wer nur einen Balkon oder eine kleine Terrasse als Gartenraum besitzt, braucht deswegen nicht auf ein Gewächshaus zu verzichten. Ein faltbares Terrassengewächshaus kann zur Anzucht von Gemüsesetzlingen und zur Hauptkultur von Tomaten, Salat, Peperoni oder Gurken genutzt werden. Auch in der Übergangszeit und in den kalten Wintermonaten bleibt das Glashaus nicht unbewohnt. Es dient jenen Kübelpflanzen zur Überwinterung, die etwas Schutz vor der Kälte brauchen.

Kräuterkarussell

Geeignet für: ein- und mehrjährige Kräuter, Mischkulturen, Erdbeeren

Besteht aus: Set mit 3 Schalen (55 / 45 / 35 cm Ø), 3 Unterteller, 2 Stützrohre, fahrbarer Untersatz

Preis: CHF 95.–

Kulturtreppe

Geeignet für: 3 Balkonkistchen (je L 60 cm) oder beliebige Anzahl Einzeltöpfe

Besteht aus: Treppengestell (B 60, H 63, T 75 cm), handgearbeitet aus verzinktem Eisenblech; mit 3 Stufen (B 60, T 75 cm)

Preis: Treppe CHF 360.–, 3 Balkonkistchen mit Untersatz CHF 43.20

Terrassengewächshaus

Geeignet für: Aussaaten; Anzucht von Gemüsesetzlingen, Kräutern, Sommerblumen oder Zweijährigen; Kultur von Tomaten, Peperoni oder Gurken; Überwinterung von Kakteen oder Kübelpflanzen

Besteht aus: Terrassengewächshaus (B 105, H 100, T 55 cm) aus geöltem Schweizer Holz mit faltbarem Mantel, 2 Türen, Fenster aus schlagfesten, witte­rungs­beständigen Plexiglas-Doppelstegplatten, 2 Roste; hergestellt in einer geschützten Werkstatt

Preis: CHF 440.–

Bezug und Infos: VdGV, Telefon 062 216 41 45 und www.vdgv.ch 

Erdbeerturm selber bauen

Zusätzliche Informationen

Zeitschrift «Schweizer Garten» (Ruth Schläppi, Paul Stalder) Artikel drucken